TWW - Toms Waggonwerkstätte

  • Analog zur Lokwerkstätte stelle ich hier Umbauten und Verbesserungen von Personen- und Güterwagen vor.



    INHALTSVERZEICHNIS:


    Eilzugwagen Bp 50 81 28-04 015-3 (Liliput 287 14)...................................................................ab Beitrag #1


    Schürzenwagen A 50 81 17-70 005-6 (Liliput 831 14)...............................................................ab Beitrag #9


    Staubkesselwagen Uaps 33 81 934 0 904-6 Solvay (Roco 67011)...........................................ab Beitrag #32


    Güterzugbegleitwagen Pwgs 78 138 (Liliput 225 915)..............................................................ab Beitrag #36


    Schiebewandwagen Hbbillns 21 43 246 2 014-2 der GYSEV (Roco 67561)............................ab Beitrag #50


    Spanten Halbgepäckwagen BDih 47 908 (Selbstbau)...............................................................ab Beitrag #54


    Schiebewandwagen Golmms 278 714 (Selbstbau)...................................................................ab Beitrag #73


    Triebwagenanhänger B4dhT 7058.04 (Umbau aus Piko 95304)……………………………………….ab Beitrag #90



    Beiträge sind direkt anwählbar

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    Den Anfang macht der


    Liliput Eilzugwagen Bp 50 81 28-04 015-3 (Art. Nr. 287 14)


    Dieser Wagen stammt noch aus früheren Liliput-Jahren. Folgemodelle wurden etwas verbessert (KK, Federpuffer, ...) aber am Wagenkasten wurde nichts geändert. Dieses Modell von Liliput Wien hatte noch mitschwenkende Pufferbrüste und Kupplungsträger, angespritze Griffstangen etc.


    Um den Wagen in Eilzügen oder späteren Regionalzügen gemeinsam mit Roco-, KMB- und anderen neueren Wagen einsetzen zu können, habe ich ihn umgebaut, gesupert und einige Teile ergänzt. So entsteht mit vertretbarem Aufwand ein Modell, das im Zugverband eine recht gute Figur macht und durch den anderen Wagentyp ein abwechslungsreiches Zugbild ergibt, siehe die letzten beiden Bilder mit Roco Eilzugwagen bzw. Liliput Schürzenwagen (eines der nächsten Projekte). Ich habe mehrere verschiedene Liliput Eilzugwagen so umgebaut, auch grüne in EP III und EP IV Beschriftung, die ich gegebenenfalls auch einmal vorstellen werde.


    Falls jemand ebenfalls so einen Wagen umbauen will, ich habe noch 2 doppelte Wagen anzubieten, siehe: HIER


    Umbauten und Verbesserungen:


    Boden und Rahmen:
    - Ausschneiden der mitschwenkenden Pufferbrüste und festkleben am Wagenkasten
    - bei ehem. 1. Kl. Abteil (1 Türe) bleiben Stufen dran, abgeschrägt für Drehgestellbewegung
    - beim 2. Kl. Abteil (2 T.) bleiben obere Stufen, untere abgeschnitten und am Drehgestell montiert
    - fehlende Rahmenteile ergänzt und alle neuen Rahmenteile blutorange
    - KKK (Roco)eingebaut
    - auf einer Seite neben Drehzapfen 2 Stifte aus Rundmaterial --> Dreipunktlagerung
    - Bremsumsteller farblich ausgelegt
    - Batteriekasten schwarz lackiert


    Drehgestelle:
    - Rahmen vorne ausgeschnitten wegen KKK
    - mitgespritzte Bremsbacken abgeschnitten, neue Gestänge und Bremsbacken in Radebene
    - Lichtmaschine an einem DG montiert


    Wagenkasten:
    - angespritzte Griffstangen entfernt, Stellen nachlackiert
    - neue Griffstangen (Roco) angebracht
    - neue Vorbauschachteln, Faltenbälge und Übergangstrittbretter (Roco angepasst)
    - stirnseitige Dachauftrittsbretter entfernt
    - Heizkupplungen montiert
    - Sitze farbig ausgelegt


    Bilder (das erste ist das Originalmodell):


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  • Die Roco KKK passt ja wie die Faust auf's Auge, oder hast du daran rumschnippseln müssen? Die Polster Farbe welche Ral Nummer hat die, meine wollen auch bemalt weden, bevor die Passagiere kommen



    gruß



    Gerhard

    Gruß aus dem Wilden Westen


    Gerhard


    Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen. M. Klonovsky

  • ... Die Polster Farbe welche Ral Nummer hat die, meine wollen auch bemalt weden, bevor die Passagiere kommen

    .., die sollten doch bei den Wagen mit Jaffa-Lackierung vom Original her in einem rötlich-orangenen Farbton (statt grün) sein, oder irre ich mich da ?

  • Das ist einer der wenigen 4-achsigen (Personen-) wagen, wo die größere Roco KKK reinpasst, weil 1. der Wagenboden tief genug ist und 2. der Abstand Pufferbrust - Drehzapfen groß genug ist. Außerdem muss man den Drehgestellrahmen vorne ausschneiden können - eine Frage der Konstruktion, weil sich der Kulissenführungsbügel der KKK genau im vorderen Schwenkbereich des Drehgestells befindet. Bei anderen (z.B. den Liliput Schürzenwagen) musste ich eine komplette Deichsel mit Kulissenführung und Feder herstellen.
    Im obigen Fall habe ich nur den Teil der KKK, wo die Befestigungslöcher drin sind, etwas flacher gefräst (man könnte den Teil aber auch einfach wegschneiden, es pickt auch so fest) und den hinteren Rahmen abgeschrägt, damit die Räder beim Ausschwenken des Drehgestells genug Platz haben.


    Zur Farbe der Sitzpolster: ich habe einfach vorhandenes Resedagrün (RAL 6011) verwendet. Stammt von den Zierstreifen auf tannengrünen Loks und kommt ungefähr hin, bei den kleinen Fenstern sieht man es eh kaum und beleuchtet habe ich die Wagen nicht.
    Soweit ich weiß, hatten die blutorange/elfenbein-farbigen Wagen, wenn sie neue Sitze bekommen hatten, Polster mit rötlich-braunem Stoff. Die ursprünglichen waren grünes Kunstleder. Ich habe halt ein paar Wagen mit grünen Sitzen und ein paar mit rotbraunen gemacht. Auch bei Roco gibt es beide Varianten. In der späteren EP IV waren dann höchstwahrscheinlich schon alle auf Stoffsitze umgebaut. Die 1.Klasse war jedenfalls blau.

  • DANKE. Ich kenn auch nur die grünen, erste Klasse war zu teuer und gabs damals als ich noch mit der Bahn in die Schule gefahren bin auch nicht. Da war nur der 4030 und falls es mal eilig war der Retzer mit einer 2050 und 2 achser hinten dran (vermute ganz stark--SPANTEN???) Strecke Strebersdorf-Praterstern

    Gruß aus dem Wilden Westen


    Gerhard


    Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen. M. Klonovsky

  • Im Zuge der Umbauten auf Halbfenster wurden m.W. auch die Nieten entfernt; - ich kenne jedenfalls keinen einzigen DRG wagen in Jaffa, der noch Nieten hatte.
    Ich sage das nur weil ich kein Nieten zähler sein möchte.... :24:

  • Ein weiterer Wagen wurde fertig, der


    Liliput Schürzenwagen A 50 81 17-70 005-6 (Art. Nr. 831 14)


    Auch dieser Wagen stammt noch aus einer der ersten Serien der früheren Liliput-Jahre. Spätere Modelle hatten dann schon KK und Federpuffer, am Wagenkasten wurde aber nichts verbessert. Und so habe ich mich bemüht, den Wagen soweit zu supern, daß er im Verband mit späteren Modellen (Roco etc.) nicht allzustark abfällt.
    Ich stelle hier einen 1. Klasse Wagen der ersten Serie mit elfenbeinfarbenem Dach vor. Modelle mit umbragrauem Dach, AB und B sowie grüne in EP III und IV, Postwagen, Salonwagen, blaue B&B Wagen habe ich ebenfalls umgebaut, Vorstellung folgt ggf.


    UMBAU Liliput 831 14


    Boden und Rahmen:
    - Festkleben der verschiebbaren Trittstufen
    - Abschrägen der Trittstufen für Drehgestellbewegung
    - Anfertigen einer KKK (Deichsel, Kulisse, Ecklager, Feder, Schwenkausschnitt) da keine fertige passt
    - Schürzenausschnit für Lichtmaschinen - Schwenkbereich
    - Bremsumsteller farblich ausgelegt


    Drehgestelle:
    - Einbau eines Wegmann Drehgestelles (in 1. Kl. Wg): Zapfen abschneiden, aufbohren, Beilagscheibe
    - Lichtmaschine an einem DG montiert
    - Drehgestelle vorne abgeschrägt – Schwenkbereich Trittstufen


    Wagenkasten:
    - maßstäblich lange Puffer (5-eckige Form) montiert
    - verlängerte Vorbauschachteln für Faltenbälge auf Pufferlänge
    - Lackieren der stirnseitigen Fenster in blutorange (statt kitten und schleifen, sieht man kaum)
    - Abschrägen der Kastenstirnseiten: Platz für Heizkupplung und Puffereinfedern
    - angespritzte Griffstangen entfernt, Stellen nachlackiert
    - neue Griffstangen angebracht
    - Heizkupplungen montiert
    - Sitze farbig ausgelegt


    Dach:
    - Auskitten der Dachecken (ex Laternenhalter) und nachlackieren


    Bilder (das erste ist das Originalmodell mit umbragrauem Dach)
    Auf dem 5. Bild sieht man sehr gut den Unterschied zwischen Wegmann 15 Drehgestell mit 2,5m Achsstand (1.Kl.) und Görlitz III leicht mit 3,0m Achsstand (2.Kl.)
    Die letzten beiden zeigen den Wagen im Vergleich 1x mit einem Roco Eilzugwagen bzw. einem Roco Schlieren













  • Ich bin auch sehr erstaunt über die selbstangefertigte Kurzkupplung!


    Habe mir damals zwei Umbaukurzkupplungen von MSE geleistet, die waren ein ziemlicher Schas.


    Kannst du vielleicht sagen, wie du die gemacht hast? Schaut ja wie gefräst aus....


    lg alex760

  • Gerade die Schürzenwagen mit ihrer eigenen Kastenform - stark eingezogene Stirnseiten, überstehende, abgerundete Seitenwände mit Pufferausschnitten - verlangen unbedingt nach einer Kurzkupplung. Da ergibt sich dann erst das typische geschlossene Zugbild mit dem extrem kurzen Wagenabstand (siehe Bild 5 oben).
    Da ich schon vor vielen Jahren Schürzenwagen aus den Erstserien erworben habe, habe ich mich schon damals mit einer KKK beschäftigt.
    Ich habe mir zuerst einmal 3 Stück von MSE zugelegt, aber wie alex760 schon schrieb, sind die ein ziemlicher ... also nicht optimal ;) und erforderten eine Menge Nacharbeit. Außerdem waren sie relativ teuer, was bei mehreren Wagen schnell ins Geld geht.


    So habe ich dann herumexperimentiert und eine Eigenkonstruktion entwickelt, die sich am Grundkonzept von MSE orientiert, aber besser funktioniert und fast nix kostet (außer Zeit, und davon hatte ich damals noch genug ;) ).


    Die Deichsel besteht aus 5 Teilen:
    - Hinterteil mit den seitlichen Nasen für Auslenkung - Polystyrolplatte 2,5
    - Zwischenteil - Polystyrolstreifen 1x4
    - Normschacht - Bastelkiste (Symoba, ...)
    - Drahtwinkel - 0,7 MS
    - Feder - Bastelkiste (KMB, Roco,...)


    Zuerst werden die seitlichen Anschlagwinkel auf den Wagenboden geklebt (Polystyrolprofile). Der Hinterteil der Deichsel wird aus der Platte ausgesägt und dann mit dem Dremel und Fräser nachbearbeitet, bis er passt. Wird mit dem Zwischenteil und dem Schacht verklebt. Dann wird die V-förmige Kulisse in den Wagenboden geritzt (mit dem Draht, bevor er zum Winkel gebogen wird) und gebohrt und gefräst. Die Rückstellfeder hängt an einem kleinen Drahtwinkel im Wagenboden. Den sichtbaren Teil der Deichsel habe ich dann noch schwarz gefärbt.


    Ist eine ziemliche Tüftelei und Justiererei, bis alles passt und leichtgängig funktioniert. Vor allem die Form des Hinterteil, daß die Spurkränze bei Drehgestellauslenkung nirgends streifen.


    Hier noch ein paar Detailbilder:




  • Danke für's Lob :rolleyes:


    Ich habe halt eine einfache bzw. kostengünstige Lösung gesucht. Es schauen auch nicht alle gleich aus und manche Deichseln sind auch etwas unansehnlich. Hauptsache, sie funktionieren, im Betrieb sieht man sie eh nicht. Zum fotografieren habe ich halt eine der schöneren genommen :D
    Was die Radien betrifft: da ich (noch) keine Anlage habe, wurde auf lose verlegten Gleisen getestet. Hat eigentlich bis zu R 360 funkioniert. Für ausgiebigere Tests kann ich ja 2-3 Wagen zum nächsten Stammtisch mitnehmen.

  • Absolut Genial. SUPER

    Schoenen Gruss aus Bali
    Peter


    Rocoline & Piko A
    Rocomotion 5.8 mit Multimaus
    Brand / LDT Decoder
    Lenz Gold/Silver Lokdecoder
    Rollmaterial Querbeet

  • Hallo Tom,


    sehr schön gemacht. Der Beitrag kommt gerade recht, denn ich will meine beiden Alt-Liliput Jaffa-Schürzen auch mit KK versehen. Ich habe sogar noch ein paar Original-Liliput Kurzkupplungen dafür.


    Dass die ÖBB-Schürzen Wegmann-Drehgestelle hatten, habe ich erst kürzlich auf einem Bild entdeckt. Von welchem Modell hast du das Drehgestell genommen? Wurden alle Wagen in der Nachkriegszeit damit umgerüstet?


    Viele Grüße


    Peter


  • Dass die ÖBB-Schürzen Wegmann-Drehgestelle hatten, habe ich erst kürzlich auf einem Bild entdeckt. Von welchem Modell hast du das Drehgestell genommen? Wurden alle Wagen in der Nachkriegszeit damit umgerüstet?


    Soweit ich weiß, wurden im Zuge der Modernisierung Anfang der 60er Jahre alle 1. Klasse Wagen und ein paar 2. Klasse auf Wegmann 15 Drehgestelle umgebaut. Eine Liste gibt es im Kiruba Heft über die Schürzenwagen.


    Ich habe Drehgestelle von KMB (für die Spanten-Gepäckwagen) verwendet. Es hat auch noch wesentlich besser detaillierte (und teurere) von Railtop gegeben, die z.B. bei Memoba erhältlich waren. Sind aber meines Erachtens für die alten, nicht sooo detaillierten Schürzenwagen nicht nötig.

  • Liliput Schürzenwagen A 50 81 17-70 005-6 (Art. Nr. 831 14)


    UMBAU Liliput 831 14


    Drehgestelle:
    - Einbau eines Wegmann Drehgestelles (in 1. Kl. Wg): Zapfen abschneiden, aufbohren, Beilagscheibe
    - Lichtmaschine an einem DG montiert
    - Drehgestelle vorne abgeschrägt – Schwenkbereich Trittstufen


    Hallo Tom, super geile Umbauten, mein riesen Respekt und Kompliment an Dich :thumbsup: Eine Frage zu den Drehgestellen oder besser zu der Beilagscheibe - wo bekommt man solche Beilagscheiben und sind das Einheitsmaße oder gibt es Unterschiedliche?


    Danke Dir für dein Feedback!


    Gruß
    Marco