Altes Güterzugmagazin im Bahnhof Enns abgebrannt

  • In der Nacht auf heute ist laut einem ORF-Bericht das ehemalige Gütermagazin des Bahnhofs Enns abgebrannt. Aufgrund seiner Holzbauweise stand das seit längerer Zeit unbenutzte Gebäude in kürzester Zeit in Vollbrand, entsprechende Bilder davon sind auf orf.at zu sehen.

    Wegen der Oberleitung der in unmittelbarer Nähe zum Brandobjekt befindlichen Geleise, waren die Löscharbeiten für die Feuerwehrkräfte am Anfang nur sehr eingeschränkt möglich.


    https://ooe.orf.at/stories/3030662/


    Auf den beiden Gleisen unmittelbar neben dem ehemaligen Gütermagazin sind auf Höhe des Güterschuppens normalerweise bis zu 4 Stück E-Loks der WLC abgestellt, wovon offenbar zumindestens eine Lok Brandbeschädigungen davongetragen hat.


    btw: Der Titel des ORF-Berichts ist leider etwas irreführend, denn natürlich ist NICHT der Bahnhof Enns abgebrannt. Im Gegenteil, das noch aus der Gründungszeit der Kaiserin Elisabeth Westbahn stammende durchaus stattliche Aufnahmegeäude wurde erst vor einiger Zeit sehr behutsam teilweise renoviert und befindet sich vom nun abgebrannten Gütermagazin sicher an die 100 m entfernt.

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    btw: Der Titel des ORF-Berichts ist leider etwas irreführend, denn natürlich ist NICHT der Bahnhof Enns abgebrannt...

    Die Qualität der journalistischen Berichterstattung ist in der letzten Zeit überhaupt drastisch gesunken, in den Printmedien und auch im ORF. Und zwar sowohl inhaltlich, als auch grammatikalisch und rechtschreibtechnisch...

    Man beachte zum Beispiel im obigen Bericht die Formulierung "ein Masten". Und das gleich 2x, also nicht vertippt, sondern schlicht falsch.

  • Das schaut ned guad aus, weil die Oberleitung hat’s auch erwischt.


    37706783zh.jpeg


    ©️https://www.meinbezirk.at/enns…lery=default&pid=22742004

    Die 2 Gleise nächst dem abgebrannten Gütermagazin sind aber "nur" Abstellgleise und nachdem die Rübenkampagne auch schon vorbei ist (die beiden Gleise wurden teilweise für die Bereitstellung von 4ax offenen Güterwagen zur Rüben-Beladung in der ehemaligen Zuckerfabrik verwendet), werden die beiden Gleise ohnedies kaum mehr benötigt und es ist jetzt (nach der Rübenkampagne) ohnedies wieder verschlafene Ruhe im Bahnhof Enns eingekehrt.


    Die im Hintergrund erkennbaren Containerzüge werden im Ennser Hafengebiet zugtechnisch zusammengestellt und danach im Bahnhof Enns für die Abfahrt lediglich deponiert und bereit gestellt.


    Und "schnellere" Züge umfahren den Ennser Bahnhof ohnedies im Zuge der viergleisigen Westbahn, wobei die Neubaustrecke weiter nördlich verläuftt und den Bahnhof Enns gar nicht mehr tangiert.

  • Das Problem mit dem geknickten Mast ist, dass der Bahnhof Enns noch mit Quertragwerken überspannt ist. Jetzt hängt die Fahrleitung auf einer Höhe von ca 2 Metern und macht Durchfahrten auch von Dieselloks unmöglich.


    Die Umfahrung Enns kann zwar Verkehr aufnehmen, die Kapazitäten sind aber begrenzt (mindestens drei Takt-FV-Züge pro Stunde und Richtung mit Vmax bis 230km/h). Durch den Bahnhof Enns gibt es daher noch regen Verkehr mit dem NV Linz-Garsten, Linz-St. Nikola/Grein und dem Güterverkehr der Donauachse und den paar Kisten durch den Graben.


    Umgeleitet kann ab der Abzweigung Asten1 (bei Linz Ebelsberg) bis in den Bahnhof St. Valentin. Dort so viele Züge mit der teils massiven Geschwindigkeitsdifferenz unterzubringen wird daher schon schwierig.


    Zu der Lage in Enns: Laut ÖBB-Infra ist die Sperre laut derzeitigem Stand bis Morgen 24 Uhr aufrecht, kann sich meiner Meinung nach aber verlängern, da der Bereich ein Tatort ist (Brandermittlungen) und dort ein neuer Mast gesetzt werden muss.


    LG

  • "Das ist so schrecklich, dass heute jeder zu allem eine Meinung hat. Ich glaube, das ist damals mit der Demokratie falsch verstanden worden: Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht. Es wäre ganz wichtig, dass sich das mal rumspricht: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."

    (Dieter Nuhr)

    Einmal editiert, zuletzt von westbahn-mike ()

  • Die WLC-Lok ist die 185 324

    Ich haette beim ersten betrachten der Fotos eher gemeint dass es eine 187er ist.

    Ein Foto zeigt die 187 324 ein kurzes Stueck nach dem geknickten Mast stehen.

    Am Foto von Beitrag Nummer 8 genau zu sehen.


    Ah jetzt schnall ich es.... Mike hat sich nur vertappselt.

  • Mike hat sich nur vertappselt.

    So ist es. Danke für die Amtshilfe.

    "Das ist so schrecklich, dass heute jeder zu allem eine Meinung hat. Ich glaube, das ist damals mit der Demokratie falsch verstanden worden: Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht. Es wäre ganz wichtig, dass sich das mal rumspricht: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."

    (Dieter Nuhr)

  • Im vom User 78er verlinkten Video sagt die Feuerwehr-Einsatzleiterin Folgendes:


    „Jo, beim Eintreffen homma gesehen, daß die Lagerhalle in Voibrand steht. Aaahhh, die Gefohr wor'n die Oberleitungen. Wir ham nach kurze Löschangriffe die Mannschaften zurückgezogen. Wir ham auch gesehen, daß ein Masten umzustürzen droht und hom dann auf den Einsatzleiter der ÖBB gewortet, damit ma die Sicherheit geho-, ah, g’hobt ham, daß die Leitungen abgeschaltet und geerdet wordn san. Wie ma die Sicherheit gehabt ham, daß die Leitungen abgeschaltet san, an umfassenden Löschangriff gestartet. Na, Menschen wor'n keine in Gefohr, die Monnschoften…“


    Des Weiteren ist davon die Rede, daß zwei Stunden davor (!) ein Mistkübel in einer Unterführung und ein Container „im Bereich der Lagerhalle“ gebrannt haben und man schon von Brandstiftung ausging.


    Fraageee:

    Warum wartet man bei Bränden im Bahnhofsbereich bis zum Vollbrand eines Lagerschuppens, BEVOR man den Einsatzleiter der ÖBB auch nur verständigt.

  • Fraageee:

    Warum wartet man bei Bränden im Bahnhofsbereich bis zum Vollbrand eines Lagerschuppens, BEVOR man den Einsatzleiter der ÖBB auch nur verständigt.

    Gegenfrage: Woraus schließt Du, daß der ÖBB-Notfallkoordinator nicht rechtzeitig verständigt worden wäre ??


    Die FF-Enns hat ihr Feuerwehrzeughaus ja fast um´s Eck vom Bahnhof Enns, ist also innerhalb von Minuten nach der Alarmierung vor Ort, der ÖBB-Einsatzleiter/Notfallkoordinator muß hingegen entweder von St. Valentin oder von Linz nach Enns (ich weiß nicht, wo der genau situiert ist) zufahren, was natürlich länger dauert.


    Aber offenbar dürfte die Zusammenarbeit ÖBB und Feuerwehr recht gut funktioniert haben, zumindestens läßt sich nichts Gegenteiliges aus den Medienberichten entnehmen.

  • Ich ziehe nur aus den Äußerungen der FFW-Einsatzleiterin meine Schlüsse und frage mich, warum man nicht schon beim ersten Ausrücken einen ÖBB-Verantwortlichen zumindest informiert hat (Zuständigkeitsbereich), um dann vor einem lichterloh brennenden Lagerschuppen nicht eingreifen zu können, weil man aufgrund der nicht abgeschalteten Fahrleitungen die eigenen Leute nicht gefährden will.

    Immerhin war die ausgestrahlte Hitze bereits so groß, daß ein Mast(en) geknickt ist.

    Wollte der "Notfallkoordinator" noch in Ruhe den "Tatort" zu Ende schauen? Gibt's keinen ÖBB-Verantwortlichen vor Ort, der das Werkl auch abstellen kann?

    Jedenfalls sehr beunruhigend das Ganze.

  • Bei Einsätzen unter Spannung muss erst die Bestätigung der Freischaltung durch das EVU oder die ÖBB abgewartet werden.So eien ähnlichen Fall gab es auch im Sommer in Raasdorf, wo auf der Baustelle ein Lkw-Ladekran in die 20kV-Leitung der Wiener Netze gekommen ist und zu brennen begann. Ca. 20 Minuten Wartezeit bis freigeschaltet war.
    In den "sozialen Medien" verbreitet sich heutzutage alles in Windeseile und die Kommentrae und Spekulationen von tausenden "Spezialisten" sind oft haarsträubend. Beuimgestrigen busunfall in Groß-Enzersdorf waren die ersten Meldungen bereits wenige Minuten nach Eintreffen der FF im Netz und die Anzahl der Schaulustigen (samt Handy) wuchs rapide an. :(

    Da wurde sogar von Pkw-Lenkern während der Fahrt fotografiert. :21:

  • Leutln, es gab bereits zwei Stunden (!) vor dem Abbrennen der Lagerhalle zwei Einsätze mit dringendem Verdacht auf Brandstiftung (d.h. auf gut Deutsch, daß da jemand vermutlich noch unterwegs war) - und dann stehen die zwei Stunden später da und warten auf den ÖBB-Tschackl.

    Ich stelle Fragen zur Schilderung der Einsatzleiterin, weil ich eben wissen will, wie und warum diese Sachen so ablaufen.


    Aber dann kommen gleich die üblichen Verdächtigen mit ihren Coach-Potatoes und Handy-Gaffern.

    Das ist mindestens so bescheuert wie das kritisierte Verhalten - in aller Freundschaft.