4010-freak's Züge (und Modellverbesserungen)

  • Die Kulissenführung is ja wirklich a Topfn, aber du hast das sehr elegant gelöst.

    Pimp my Wiesel. Top!

    Liebe Grüße.

    Wolfgang

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  • Super Beschreibung! Das macht direkt Lust es nachzumachen! Leider habe ich keine Heris-Dostos sondern die von Jägermeister, und das ist ein anderes Kapitel.....


    LG Andreas

    Wenn nicht anders angegeben, alle Fotos ©Arronax

  • Freud...? :TT:

    Ich denke eher Absicht.....

    Nicht eigens gekennzeichnete Fotos sind von mir, bzw. aus meinem Archiv und ich habe die Erlaubnis sie zu veröffentlichen.

  • D 101 mit Kurswagen Moskau – Wien


    Über viele Jahrzehnte hinweg gab es direkte Schlafwagen von Moskau nach Wien, die zwischen Bohumín (an der polnisch-tschechischen Grenze) und Wien traditionellerweise dem Schnellzug "Chopin" aus Warschau beigegeben wurden. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 war damit Schluss, die Wagen wurden fortan mit dem eigens dafür geschaffenen Zugpaar 101-100 Bohumín <–> Wien befördert (und verkehrten nur noch 3x wöchentlich statt zuvor täglich). In Österreich bestand dieser Zug ausschließlich aus den planmäßig zwei russischen Schlafwagen – einen kürzeren internationalen Fernverkehrszug wird man vermutlich schwer finden.


    Am 22. März 2014 neigte sich die etwa 2000 km lange Fahrt der beiden Wagen dem Ende zu, als sie gezogen von der 1116 026 als D 101 die Haltestelle Wien Haidestraße passierten.


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    Quelle: EBFÖ, mit freundlicher Genehmigung von User Eurofima


    Dank der wunderschönen RZD-Schlafwagen von LS Models lässt sich dieser Zug auch im Maßstab 1:87 nachbilden.


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    (Bild lässt sich durch Anklicken vergrößern)


    Als Neuerung gab es ab Juni 2014 auch einen Kurswagen von und nach St. Petersburg. Da dieser auf dem Weg in die zweitgrößte Stadt Russlands auch über nicht elektrifizierte und nicht für die Rückströme elektrisch beheizter Wagen ausgelegte Strecken fuhr, musste dafür auf ältere Schlafwagen mit autonomer Heizmöglichkeit (= Kohle) zurückgegriffen werden. Am 19. Juni 2014 war außerplanmäßig noch ein zusätzlicher Luxus-Schlafwagen eingereiht, sodass der Zug auf eine Länge von immerhin vier Wagen angewachsen war. Auf dem folgenden Bild ist diese Komposition bei der Einfahrt in den Zugendbahnhof Wien Westbf zu sehen:


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    Quelle: EBFÖ, mit freundlicher Genehmigung von User Provodnik


    Da die Zwei-Wagen-Version für meinen Geschmack etwas zu kurz ist, dreht der D 101 auf meiner Parkettbodenbahn üblicherweise in dieser Zusammenstellung seine Runden – auch wenn das Vorbild wohl nur ein einziges Mal genau so unterwegs war.


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    1116 199-9 (Roco 62364)


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    62 20 70-80 457-5 WLABm (ACME 52109)


    35532407zh.jpeg

    62 20 86-91 252-5 WLSRmee (LS Models, aus Set 48031)


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    62 20 71-90 220-0 WLABmee (LS Models, aus Set 48029)


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    62 20 71-90 232-5 WLABmee (LS Models, aus Set 48031)


    Ein in meinen Augen sehr gefälliger Zug, auch wenn er nicht sonderlich lange in dieser Form mit den Schlafwagen der Bauart WLABmee unterwegs war. Wenige Monate später wurden sie nämlich durch neue Siemens-Schlafwagen (WLABmz) ersetzt, ab Dezember 2014 führte der Zug auch in Österreich Sitzwagen. Und im Dezember 2017 wurden wegen einer gröberen Fahrplanänderung beim Zug Moskau-Prag, die eine Kurswagenübergabe in Bohumín verunmöglicht, die Kurswagen von Russland nach Wien ersatzlos gestrichen – seither kommen russische Schlafwagen nur noch mit dem ein Mal wöchentlich verkehrenden Moskau-Nizza-Express regelmäßig nach Österreich.


    Für die Fans bewegter Bilder gibt es auch noch ein Video dieses Zuges:


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    https://youtu.be/i0WkTuJXUuU


    lg 4010-freak

  • Danke für die interessanten Infos zu dem Zug. Ich hab einen zweiteiligen Zug auf meiner Anlage mit den neuen Siemens Wagen. Passt da auch ein Kurswagen aus St. Petersburg dazu?

  • Ich hab einen zweiteiligen Zug auf meiner Anlage mit den neuen Siemens Wagen. Passt da auch ein Kurswagen aus St. Petersburg dazu?


    Ja, passt auch dazu. Die Siemens-Wagen kamen ab Mitte August 2014 zum Einsatz, der Wagen von/nach St. Petersburg blieb weiterhin ein Wagen älterer Bauart.

    Mitte Dezember 2014 änderte sich die Zugbildung durch den Einsatz tschechischer Sitzwagen bis Wien erneut, aber für die zweite Jahreshälfte 2014 ist die von dir gewünschte Konstellation durchaus vorbildgerecht.


    Siehe auch hier: vagonweb.cz, ein paar Bilder dazu findest du auf DSO.

  • Liliput 5146


    Nachdem sich die ab Anfang der 50er-Jahre für den hochwertigen Fernverkehr gebauten und unter dem Namen "blauer Blitz" bekannten Dieseltriebwagen der Reihe 5045 bzw. 5145 grundsätzlich bewährt hatten, wurden im Anschluss Fahrzeuge für den Regionalverkehr in Auftrag gegeben. Die 17 ab 1954 in Betrieb genommenen Triebwagen der Reihen 5046 sowie die 8 ab 1959 gebauten 5146, die ein kleineres Gepäckabteil und dafür einen größeren Fahrgastraum hatten, wurden konstruktiv aus den blauen Blitzen abgeleitet. Allerdings besitzen sie auf beiden Fahrzeugenden Führerstände, um sie auch solo einsetzen zu können. Für stärker frequentierte Verbindungen waren sie für die Mitnahme von bis zu drei vierachsigen Wagen ausgelegt. Um den Triebfahrzeugführern die Benützung des lauten Führerstandes neben dem Motor ersparen zu können, wurden die Triebwagen in den letzten Jahren grundsätzlich nur noch gemeinsam mit einem Steuerwagen der Reihe 6546 eingesetzt. Bis in die zweite Hälfte der 90er-Jahre waren derartige Garnituren eine wichtige Stütze des Regionalverkehrs auf nicht elektrifizierten Strecken der ÖBB.


    Seit 2005 gibt es die formschönen Triebwagen der Reihe 5146 als Modell von Dolischo/Liliput, fünf Jahre später folgten auch die zugehörigen Bei- bzw. Steuerwagen. Hier der Steuerwagen B4VS 6546 202-0 (Liliput L114606) mit dem Triebwagen BD4VT 5146 208-3 (Liliput L114605):



    Die prinzipiell recht schönen Modelle haben leider einige Schönheitsfehler – der wohl größte ist die seltsame Lichtfarbe der Beleuchtung, die von manchen Modellbahnern sehr treffend als "brunzgelb" bezeichnet wird. Zum Tauschen der LEDs muss zunächst das Modell geöffnet werden – keine einfache Aufgabe, denn die Befestigung des Gehäuses ist nicht sonderlich wartungsfreundlich ausgeführt. Das Gehäuse muss zwar nur gespreizt werden, aber es sitzt sehr stramm und der Spalt ist für die Fingernägel zu schmal, mit feinen Messerklingen beschädigt man hingegen garantiert den Lack. Mit der unlängst ersetzten alten Handy-Displayschutzfolie war ich dann erfolgreich – sie ist dünn, weich genug um keine Kratzer zu hinterlassen und dennoch ausreichend stabil.


    Da von mir verwendeten neuen LEDs sind viel heller als die alten, daher war der Einbau eines zusätzlichen Vorwiderstandes erforderlich. Beim Betrachten der unübersichtlichen Platine dachte ich mir: "Praktisch, in der Anleitung des Triebwagens ist sogar ein Schaltplan abgedruckt" – wirklich praktisch wäre es gewesen, wenn der Schaltplan auch stimmen würde… Aber nun hat der Triebwagen endlich eine Beleuchtung, die nach Glühbirnen und nicht nach Natriumdampflampen ausschaut.



    Nachdem ich das Modell schon geöffnet hatte, widmete ich mich auch gleich der Inneneinrichtung, zumal sie wegen der ebenfalls modifizierten Innenbeleuchtung auch besser sichtbar ist. Die senkrechten "Bretter" als Rückenlehne überzeugten mich nicht so ganz, daher wurden Pölster und Kopfstützen angedeutet. Dass der Boden recht hoch oben ist und teilweise das gleiche Niveau aufweist wie die Sitzflächen, ist unvermeidbar – der Motor muss ja auch irgendwie untergebracht werden. Dass für den Decoder mitten im Fahrgastraum ein bis auf die Höhe der Fensterunterkante reichender "Kasten" eingebaut wurde, ist dagegen überflüssig – im Gepäckabteil wäre doch ausreichend Platz vorhanden gewesen. Ich habe daher diesen Kasten entfernt und stattdessen auch dort Sitze eingebaut.



    Nun ging es an ein paar Kleinigkeiten an der Außenseite des Fahrzeugs. Liliput hat die Gummidichtungen um die Fenster in der Seitenwand zwar plastisch dargestellt, aber nicht bedruckt; also habe ich die schwarz nachgezogen. Eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung – das Erscheinungsbild der Fenster gewinnt dadurch enorm.



    Auch sonst hat Liliput bei den Farben mancher Details danebengegriffen. Die Stirnfenster und die Fenster der Maschinenraumtüren sind beim Vorbild gummigefasst, der Rahmen sollte daher schwarz statt silber sein. Dafür wurden die Scheibenwischer schwarz eingefärbt, obwohl die wiederum silber sein sollten. Da die Scheibenwischer nach dem Umfärben etwas klobig wirkten, wurden sie später noch durch Roco-Teile ersetzt.



    Abgerundet wurde der kleine Umbau durch eine dezente Alterung im Bereich der verschmutzungsanfälligen Lüftungsgitter und des Auspuffs.



    Eine Gegenüberstellung des fertigen Triebwagens mit dem noch nicht umgebauten Steuerwagen:



    Sinngemäß die gleichen Arbeiten habe ich dann natürlich auch am Steuerwagen durchgeführt, sodass sich die Garnitur nun so präsentiert:


    (Bild lässt sich durch Anklicken vergrößern)


    (Bild lässt sich durch Anklicken vergrößern)




    lg 4010-freak