Beiträge von 4010-freak

    Verschiedene Lokzüge


    Beim Durchblättern der Roco- und Piko-Neuheiten fällt auf, dass die Modellbahnhersteller ihre Neuheitenkataloge gerne mit vielen Loks in unterschiedlichsten Varianten befüllen, während die Waggons eher ein Schattendasein fristen. Für diejenigen, die sich gerne den 137. bunten Taurus in die Vitrine stellen, ist das erfreulich – für die Nachbildung halbwegs vorbildgerecht zusammengestellter Züge braucht man jedoch in der Regel deutlich mehr Wagen als Loks.


    Aber: Keine Regel ohne Ausnahme – Lokzüge kommen nämlich naturgemäß ohne Wagen aus. Speziell auf steilen Strecken, wo viele Züge eine Vorspann- oder Nachschiebelok benötigen, sind Lokzüge häufig zu sehen.



    So zum Beispiel am Obdacher Sattel. Nachdem am 6. April 1996 die 2143 053 und 055 einen Güterzug beim Bezwingen der Nordrampe unterstützt hatten, machten sie sich als Lokzug auf den Rückweg nach Zeltweg.


    Quelle: bahnbilder.de, mit freundlicher Genehmigung von Bildautor Thomas Rehsmann


    2143 008-7 (Roco 72720)


    2143 012-9 (Roco 72710)



    Anfang 1998 wurde die 1012 001 im Planverkehr erprobt und leistete am Pass Grießen Vorspann- und Nachschiebedienste. Am 31. Jänner 1998 konnte die Lok bei Hochfilzen auf dem Weg nach Saalfelden abgelichtet werden, wo sie dann den nächsten Güterzug bei der Bergfahrt untersützte.


    Quelle: railtrains.sk, Foto: Marek Štěpánek, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Luděk Štěpánek


    1012 002-0 (Trix 22600)



    Besonders lange Lokzüge findet man regelmäßig auf der Brennerbahn. Am 21. Juli 1990 rollten gleich fünf Maschinen talwärts Richtung Innsbruck und konnten in Steinach in Tirol auf Film gebannt werden.


    Quelle: flickr, mit freundlicher Genehmigung von Bildautor Steffen Schuhmacher



    1044 007-1 (Roco 72420)


    1020 038-4 (Roco 63866)


    1010 004-8 (Roco 63791)


    1044 094-9 (Roco 43658)


    1044 111-1 (Roco 43558)



    Ich muss allerdings zugeben, dass der letzte Zug nur fürs Foto so zusammengestellt wurde. In der Praxis ist so ein langer Lokzug auf meiner (analogen) Anlage de facto nicht fahrbar – da bricht die Spannungsversorgung zusammen. Für so lange Lokzüge wären dann doch Dummy-Loks praktisch.

    1044 mit Schunk-Stromabnehmern


    Ab der zweiten Hälfte der 80er-Jahre erhielten etwa eineinhalb Dutzend 1044er versuchsweise Stromabnehmer des Typs Schunk WBL 85. Diese Stromabnehmer hoben sich mit ihrer markanten Gabelung in der Unterschere und der breiteren Schleifleiste deutlich von den ansonsten auf den 1044ern zu findenden ÖBB-Einheitsstromabnehmern ab.


    Schon länger schwirrte die Idee in meinem Kopf herum, eine dieser Loks in 1:87 nachzubauen. Als Vorbild habe ich mir die 1044 014 auserkoren: Diese Lok fuhr von spätestens 1988 bis zu ihrer Umlackierung ins Valousek-Design im Sommer 2003 mit den Schunk-Stromabnehmern durchs Land und deckt damit einen großen Teil meines Sammelzeitraums ab. Ein Vorbildfoto dieser Lok, aufgenommen am 31.5.2000 in Lindau:


    Quelle: flickr, mit freundlicher Genehmigung von User roger5450


    Als Basis für meinen kleinen Umbau diente die 1044 006 von Roco. Die alten Stromabnehmer sowie die Antriebe wurden entfernt, die Löcher für die Befestigungsschrauben und die Stromabnehmerantriebe wurden verschlossen und die Stellen nachlackiert. Die Befestigungsschrauben der Schunk-Stromabnehmer befinden sich genau da, wo bei den "normalen" Stromabnehmern der dritte Stützisolator sitzt; diese Isolatoren wurden daher ebenfalls entfernt und die zugehörigen Löcher wurden aufgebohrt, damit die Schrauben durchpassen.



    Die neuen Stromabnehmer sind auf dem Ersatzteilblatt für Rocos schwedische IORE-Erzloks zu finden und sind unter der Artikelnummer 111696 bestellbar. An den Stromabnehmern selbst sind keine Nacharbeiten erforderlich. Die Befestigungsschraube dient quasi als dritter Stützisolator. Die Form kommt eh ungefähr hin; zwar ist die Schraube ein bisschen zu dünn, aber der Stromabnehmerrahmen schirmt das Blickfeld recht gut ab. Alternativ könnte man den originalen Stützisolator aufbohren; viel Material bliebe da aber nicht übrig.



    Nach dem Anbringen der neuen Betriebsnummern, die mir User ste70 netterweise als Decal erstellt hat, und einem Überzug mit Mattlack wurde die Lok noch mit geätzten Fabrikschildern vollendet.



    Die fertige Lok im Vergleich mit einer unveränderten 1044 006:


    Die 1046 war in den 1990ern aber ein eher seltener Gast, oder?

    Ganz und gar nicht. Anfang der 90er-Jahre waren neun Loks der Reihe 1046 (015-016 und 018-024) in Amstetten stationiert, die Strecke durchs Gesäuse und Ennstal bis Bischofshofen gehörte zu ihrem planmäßigen Einsatzgebiet.

    1993 wurden die 1046er, die bis dahin keinen Neubaukasten erhalten hatten, abgestellt und die verbliebenen Loks in Wien FJB zusammengezogen.


    https://bahnbilder.warumdenn.net/20960.htm


    Siehe auch hier: 4010-freak's Züge (und Modellverbesserungen): 1046 im Gesäuse und Ennstal



    Robert D: Hast du von den beiden großartigen Winterbildern zufälligerweise ein genaueres Aufnahmedatum?

    Oder im Zuge einer typenschulung als schnellbahnzug aus Neulengbach

    Herrliche Garnitur, danke für das Foto!

    Weißt du zufälligerweise das Aufnahmedatum (oder gar die Zugnummer)?



    Zur Eingangsfrage: Das kommt natürlich auf den betrachteten Zeitraum an. Nachdem du von Wagen im Jaffa- und Sparlack-Design sprichst, nehme ich an, dass du den Zeitraum ab Ende der 80er-Jahre meinst...

    Da waren die Wagen nur noch vereinzelt im hochwertigen Fernverkehr anzutreffen, etwa in manchen Expreßzügen zwischen Wien und Graz; in Eilzügen waren sie noch häufiger anzutreffen.

    Das blieb auch mit der Einführung des NAT91 grundsätzlich so. Einer der wenigen Einsätze im Fernverkehr war der D 251-250 "Ljubljana-Express" bzw. dessen Wagengruppe Wien – Spielfeld-Straß.


    Quelle: RE: Interessante Fotos aus meinem Archiv, Foto: User wiedereinsteiger

    Der 3. Wagen ist ein Ap, der 2. ist übrigens das Einzelstück ABp 36-35 000 (kompromissbehaftetes Roco-Modell: 45129)


    Auch im IC 259-258 "Croatia" war ein Schlieren-Ap zu finden:

    Quelle: RE: Interessante Fotos aus meinem Archiv, Foto: User wiedereinsteiger


    Ansonsten waren sie auch weiterhin in diversen Eilzügen anzutreffen, beispielsweise in manchen Zügen der NAT91 IC-Ergänzungslinie 5 (Bruck an der Mur – Arnoldstein).

    1739 Ausschnitt_klein.jpg

    E 1739 am 28. August 1991 in Arnoldstein; Quelle: DEF, den Bildautor habe ich leider nicht notiert



    Auch in den Eilzügen wurden die Wagen nach und nach von den Inlandsreisezugwagen der neuen Generation abgelöst (bzw. der Anteil 1. Klasse in den Eilzügen reduziert). Ende 1994 wurden die Wagen planmäßig nicht mehr benötigt und in den Nostalgiewagen-Bestand überführt.

    Das hellblau für die Pinzgaubahn war aber auch nur eine Idee. Ich kenn kein Foto eines Wagens in dieser Farbgebung (lass mich aber gern vom Gegenteil überzeugen)

    Die rot-weiß-blaue Pinzgaubahn-Variante gab und gibt es nur auf dem Papier sowie im Modell; beim Vorbild wurden die Wagen der Krimmlerbahn ebenfalls im ursprünglich nur für die Ybbstalbahn vorgesehenen rot-weiß-hellgrünen Design lackiert.

    Auch die Variante rot-weiß-tannengrün für die Waldviertler Schmalspurbahn wurde nicht verwirklicht.

    Über die RAL-Töne dieses Wagens habe ich leider keine Infos. Beim Rot kann man mit Sicherheit von RAL 3020 verkehrsrot ausgehen, ebenso ist die graue Dachhälfte nahezu sicher RAL 7022 umbragrau. Als Weißton würde ich aufgrund des zeitlichen Zusammenhanges RAL 7038 achatgrau vermuten. Beim Grünton kann ich jedoch nur raten.


    Passend zu den Kleinbahn-Modellen ist das Modell 387 sicher das am besten passende Ausgangsmodell. Für 1:100 würde sich ein AB(ü)m226 der DB als Basismodell (z.B. Roco 4295) anbieten – es sollte halt ein Wagen mit Steildach sein. Für 1:87 wären die UIC-X-Wagen von Railtop oder Jägerndorfer geeignete Ausgangsmodelle – am besten in grün oder orange, denn diese Modelle haben noch die Schürze.

    Danke für das zahlreiche wohlwollende Feedback!


    Ich habe den Text noch etwas überarbeitet und ein paar Korrekturen eingearbeitet.


    Richtig, die Gepäckwagen von Railtop sind in der zweiten K4-Lackvariante gehalten. Dabei sollten die Seitenwände laut einem Artikel von Bernd Pintarich und Hermann Heless im Heft Schienenverkehr aktuell 10/1998 achatgrau sein.

    Wie die Modelle tatsächlich lackiert sind, ist natürlich wieder eine andere Geschichte.


    Soweit ich weiß gab es für die 4010er auch Farbversuche u. a. mit grünem Fensterband und grauer Bauchbinde. Irgendwo gabs da mal Bilder davon, weiß aber nimmer wo.

    Ja, dafür diente ein UIC-X-ABm (31-80 012) als Versuchsobjekt. In den regulären Fahrgasteinsatz gelangte der Wagen in dieser Lackierung jedoch nicht.


    Ein Foto:

    Sonstiges


    Bei den Fernverkehrswagen (Komfortstufe 1) wurden gleichzeitig mit der Umstellung des Rottones von blutorange auf verkehrsrot auch ein neues Innendesign eingeführt. Statt den braunen (2. Klasse) bzw. weinroten (1. Klasse) Sitzbezügen kam nun ein grauer Stoff mit Pfeilmuster zum Einsatz, bei dem die Pfeile in der 2. Klasse blau und in der 1. Klasse lila waren. Bei den druckertüchtigten Wagen, die von Anfang an die neuen Sitzbezüge hatten, hatten auch die Wandplatten neue Farben: Gelb in der 2. Klasse und rot in der 1. Klasse. Bei den älteren UIC-Z-Wagen wurde auf einen aufwendigen Tausch der Wandelemente verzichtet, dort blieben daher die Platten in verschiedenen Holztönen.

    Die 4010er erhielten ebenfalls die neuen Sitzbezüge, die Wandplatten wurden jedoch nur fallweise getauscht.

    Die Wagen der Komfortstufe 2 (Inlandswagen und ältere RIC-Wagen) blieben, von wenigen Ausnahmen abgesehen, innen unverändert (Sitzbezüge in rotbraun in der 2. Klasse bzw. blau in der 1. Klasse, Wanddekor in verschiedenen Holztönen).


    Bei der Einführung des Komfortstufen-Designs wurden zur Kennzeichnung der Raucher- bzw. Nichtraucher-Bereiche der Wagen noch die 1975 gemeinsam mit dem Jaffa-Farbschema eingeführten Piktogramme verwendet. 1989 wurden dafür neue Piktogramme entworfen (im Bild rechts).


    Die ersten Liegewagen im modifizierten K3-Schema (achatgrau statt elfenbein) wurden im Juli 1989 noch mit den alten Piktogrammen beklebt. Die ersten Fahrzeuge mit den neuen Piktogrammen waren vermutlich die druckertüchtigten Reisezugwagen ab November 1989, auch die roten 4010er (ab 1990) erhielten bereits die neuen Pickerl.

    Ansonsten dürfte man, bevor die neuen Piktogramme flächendeckend zur Anwendung kamen, noch die Vorräte an alten Aufklebern aufgebraucht haben. So hatte beispielsweise der 1991 lackierte Farbversuchswagen 50-50 020 wieder die alten Piktogramme. Dafür wurden in weiterer Folge auch Wagen in den ersten Versionen der Komfortstufen-Lackierung mit den neuen Piktogrammen beklebt, es gab sogar Wagen in der alten Jaffa-Farbgebung mit neuen Piktogrammen. Im Gegenzug hielten sich z.B. bei den Schlierenwagen vereinzelt alte Piktogramme bis zum Schluss.


    Ab Oktober 1991 wurde das Valousek-Design auch auf Schmalspurfahrzeuge angewendet, wobei ursprünglich jede der damals noch vier ÖBB-Schmalspurstrecken eine eigene Kennfarbe bekommen hätte sollen. Gemeinsame Merkmale waren das umbragraue (RAL 7022) Dach, die achatgrauen (RAL 7038) Seitenwände und Dachkanten sowie die verkehrsrote (RAL 3020) Unterkante.


    Die Wagen der Mariazellerbahn bekamen ein braunes Fensterband:


    Bei den Ybbstalbahn-Wagen wurde das Fensterband hellgrün lackiert:


    Für die Pinzgauer Lokalbahn wäre eigentlich ein blaues Fensterband vorgesehen gewesen:


    Diese Farbvariante existiert jedoch nur auf dem Papier sowie im Modell; beim Vorbild erhielten die PLB-Wagen ebenfalls ein hellgrünes Fensterband. Für die Waldviertler Schmalspurbahn wäre ein dunkelgrünes Fensterband vorgesehen gewesen; diese Farbgebung wurde ebenfalls nicht ausgeführt.


    Verbreitung und Ende


    Neulackierungen im Valousek-Design erfolgten in der Regel nur dann, wenn beim Fahrzeug ohnehin eine Neulackierung anstand – Hauruck-Aktionen wie bei anderen Bahngesellschaften gab es hierzulande nicht. Dementsprechend dauerte es relativ lange, bis die 1987 eingeführten neuen Farbdesigns halbwegs flächendeckend anzutreffen waren. Im Gegensatz zum später eingeführten Upgrade-Design wurde auch nie versucht, die neu lackierten Fahrzeuge sortenrein einzusetzen, bunt gemischte Züge waren daher jahrelang an der Tagesordnung. Dass in zahlreichen Zügen Wagen verschiedener "Komfortstufen" planmäßig gemeinsam eingesetzt wurden, trug auch nicht unbedingt zu einem einheitlichen Erscheinungsbild bei.


    Insbesondere bei den Triebfahrzeugen erfolgte die Umlackierung eher schleppend und auch nicht flächendeckend (wie oben bereits erwähnt blieben z.B. die meisten Altbauloks davon ausgenommen). Erst im Laufe der 2000er-Jahre wurden die letzten Altbauloks ausgemustert und die zahlreichen Altlack-1044er ins Valousek-Design umgespritzt. Zu diesem Zeitpunkt waren allerdings bereits hunderte Taurus-Loks in Betrieb, deren Farbdesign nicht von Valousek stammt.


    Das rote "Tauchlack-Design" fand in weiterer Folge auch bei manchen anderen Loktypen (z.B. 1063, 2068) Anwendung. Für die 1142, 1144 und 1163 (sowie bis zu deren Ausmusterung die 2043, 2143 und 2067) stellt die Valousek-Lackierung jedoch bis heute das aktuelle Design dar, wobei bei Neulackierungen für die Bauchbinde inzwischen einheitlich achatgrau (RAL 7038) zum Einsatz kommt.


    Bei den Fernverkehrswagen ging die Umlackierung hingegen recht schnell vonstatten – vermutlich vor allem deshalb, weil sich die alte reinorangene Farbgebung als nicht besonders UV-beständig erwiesen hat und die Wagen daher sowieso eine Neulackierung nötig hatten. 1996 wurde der letzte reinorangene Eurofimawagen ins K1-Design umlackiert. Weiters waren in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre verhältnismäßig wenige Inlandswagen planmäßig im Fernverkehr anzutreffen, in dieser Zeit gab es also doch immer wieder "reinrassig" rot-grau lackierte Fernzüge.


    2002 wurde dann bei den Fernverkehrswagen das sogenannte Upgrade-Programm gestartet, das neben einer Erneuerung der Inneneinrichtung auch eine neue Außenlackierung in verschiedenen Grautönen vorsah. Seit 2010 gibt es keine Fahrzeuge im rot/grauen K1-Design mehr. Das Upgrade-Design wurde auch auf Gepäck-, Liege- und Schlafwagen angewendet.


    Im Nahverkehr wurde bereits 1996, also nicht einmal zehn Jahre nach der Einführung des K2-Designs, das Schrägdesign als neues Farbschema definiert. Dieses Design erhielten in weiterer Folge neben allen Wendezüge (auch die ~12 ersten, zunächst noch im Valousek-Design ausgelieferten Garnituren) die ab 1997 gelieferten Doppelstock-Wendezüge und die Neubau-Triebwagen 4023/4024/4124 und 5022, weiters noch einige 4020, 5047 und 5090.


    Andere Nahverkehrsfahrzeuge wie z.B. die Schlierenwagen erhielten dieses Design nicht mehr, wurden aber auch nie vollzählig vom Jaffa- aufs K2-Design umlackiert. Bis zur Ausmusterung der letzten Schlierenwagen im Herbst 2011 waren diese beiden Farbschemen noch auf Österreichs Gleisen zu sehen.


    offene Fragen


    Auf einige Fragen habe ich trotz mehrstündiger Recherchen keine Antworten gefunden. Vielleicht kann ja die Schwarmintelligenz des Forums bei der Beantwortung der folgenden Fragen helfen?


    Hat jemand genauere Angaben, ab wann bei den Fernverkehrswagen von blutorange/umbragrau auf verkehrsrot/umbragrau umgestellt wurde? Und wurden die ersten druckertüchtigten Wagen tatsächlich noch blutorange/umbragrau lackiert?

    Wann genau wurde bei den Wagen im K2-Schema (Inlandswagen und ältere RIC-Wagen) von blutorange auf verkehrsrot gewechselt?

    Hat jemand weiterführende Informationen zu den Schlierenwagen in rot-"weiß"? Wie viele Wagen wurden derartig lackiert, wann war das und welcher Grauton kam zur Anwendung?

    Wann wurde bei den Gepäckwagen blurorange und elfenbein durch verkehrsrot und achatgrau ersetzt? Und gab es auch Wagen, bei denen anstelle von achatgrau grauweiß zum Einsatz kam?




    Ich hoffe, dass diese kleine Abhandlung (die zugegebenermaßen länger wurde, als ursprünglich vorgesehen) nicht zu sehr gelangweilt hat und ich würde mich freuen, wenn die offenen Fragen geklärt werden könnten. Ergänzungen oder Korrekturen sind selbstverständlich gerne gesehen

    Wie oben bereits erwähnt, war man mit den den Charme der 70er-Jahre versprühenden Farben blutorange und elfenbein nicht ganz zufrieden und suchte nach moderneren Farben. Leider sind Wagen im Allgemeinen wesentlich schlechter dokumentiert als Lokomotiven, was Recherchen über die neuen Farbtöne bzw. den Zeitpunkt von deren Einführung nicht gerade einfacher macht.


    Bei den Fernverkehrswagen (Komfortstufe 1) wurden die Seitenwände und Dachkanten jedenfalls auf verkehrsrot (RAL 3020) umgestellt.


    Die Frage ist nur: Wann genau? Laut Bahn-Revue '89 (Seite 3 und 51) war das Mitte 1989 der Fall, die ersten druckertüchtigten Reisezugwagen (Lieferung ab 11/1989) trugen demnach von Anfang an die verkehrsrote Farbe. In diesem Heft findet sich auch ein Farbfoto des allerersten Wagens dieser Serie, dem Amz 19-91 000, das durchaus verkehrsrot wirkt: Klick – allerdings kursieren auch Meinungen, dass die ersten druckertüchtigten Wagen noch blutorange geliefert wurden und erst ca. 1990 auf verkehrsrot umgestellt wurde.


    Auch bei den Wagen der Komfortstufe 2 (Inlandswagen und ältere RIC-Wagen) wurde der Rotton von blutorange (RAL 2002) auf verkehrsrot (RAL 3020) geändert. Seitenwände und Dachkante blieben jedoch – warum auch immer – weiterhin grundsätzlich elfenbein (RAL 1014).


    Der genaue Zeitpunkt der Designumstellung ist auch hier sehr schwer feststellbar, aber es wird irgendwann 1989-90 gewesen sein. Die BDmpsz 82-75.1, die bis 06/1989 geliefert wurden, waren jedenfalls noch blutorange.


    Der erste (und für längere Zeit einzige) Wagen aus der Komfortstufe 2 mit nicht-elfenbeinfarbener Lackierung war der Farbversuchswagen 20-75 527, bei dem 1990 versucht wurde, das Rot des Fernverkehrs mit dem Blau des Nahverkehrs zu kombinieren. Das Resultat war ein Fensterband in verkehrspurpur (RAL 4006), Seitenwände und Dachkante waren in grauweiß (RAL 9002) gehalten. Ein interessantes Expreriment, aber zum Glück blieb es bei dem Einzelstück – weitere Neulackierungen von Wagen im K2-Schema erfolgten wieder in verkehrsrot/elfenbein.


    Weitere Wagen mit "weiß" lackierten Flächen kamen erst deutlich später hinzu: Im Juni 1994 der Bmpz-k 29-75 009 (Umbau aus Ampz 19-75 009) sowie ab Jänner 1995 die ersten zu Wendezugwagen umgebauten Bmpz-l 20-75 und Bmpz-s 80-75. Außerdem wurden zu einem mir nicht bekannten Zeitpunkt eine Hand voll Schlierenwagen in gleicher Art lackiert. Das Fensterband war bei all diesen Wagen verkehrsrot (RAL 3020), über die Farbe der Dachkante und Seitenwände habe ich jedoch keine belastbaren Angaben gefunden. Rocos Modellumsetzungen sind offenbar in NCS 2000 gehalten. Keine Ahnung, ob das vorbildgerecht ist – aber es wäre durchaus im Bereich des Möglichen (immerhin wurden die Bauchbinden der zu dieser Zeit gelieferten 1044er auch in NCS 2000 lackiert).


    Bei den Liegewagen (Komfortstufe 3) erhielten nur drei Wagen (50-70 009, 59-70 016 und 59-70 039) das ursprüngliche K3-Design in ultramarinblau (RAL 5002) und elfenbein (RAL 1014). Ab Juli 1989 wurde elfenbein durch achatgrau (RAL 7038) ersetzt, weiters wurden die achatgrauen Flächen nun über den Türbereich hinweg miteinander verbunden. Der erste derartig neu lackierte Wagen war übrigens der 59-70 005.


    Auch bei den Gepäckwagen (Komortstufe 4) wurden die Farben irgendwann um 1990 (genauer Zeitpunkt ist mir nicht bekannt) geändert. Die Gepäckraumtüren wurden fortan verkehrsrot (RAL 3020) lackiert, Seitenwände und Dachkante achatgrau (RAL 7038). Ob es auch Gepäckwagen mit grauweißen (RAL 9002) Seitenwänden gab, wie es z.B. auf Wikipedia behauptet wird, weiß ich nicht.


    halb OT: Triebwagen


    Wenn ich schon dabei bin, möchte ich auch noch die Farbgebung der Triebwagen kurz (und unvollständig) ansprechen. Sie waren seit der Zwischenkriegszeit traditionellerweise blau und beige lackiert, wobei im Laufe der Zeit die Farbaufteilung variierte und verschiedene Blau- und Beigetöne zur Anwendung kamen. Als Beispiel die bei den 4010 und 4030 angewendete Variante in ultramarinblau (RAL 5002) und elfenbein (RAL 1014):


    Bei den 4030ern wurde ab 1988 die prinzipiell gleiche Designanpassung wie bei den Inlandsreisezugwagen vorgenommen, indem die Zierlinien weggelassen wurden. Nebenbei bemerkt: Die 4020er haben damit die Valousek'sche Sparlackierung quasi schon ab 1979 vorweggenommen.


    Ab ca. 1990 verabschiedete man sich auch bei den Triebwagen vom Farbton elfenbein (RAL 1014), ersatzweise kam RAL 9002 grauweiß zur Anwendung.


    Bei den 4010ern entschied man sich für eine Kombination aus dem rot-umbragrauen K1-Schema der Fernverkehrswagen und der Bauchbinde der Lokomotiven, die hier grauweiß (RAL 9002) ausgeführt wurde.


    Besonders farbenfroh präsentierten sich die 5047er, bei denen nicht nur das Farb-, sondern auch das Formdesign von Valousek stammte. Bei den ab 1990 gelieferten Fahrzeugen (5047 033ff) wurden die Farbtöne blutorange (RAL 2002) und elfenbein (RAL 1014) durch verkehrsrot (RAL 3020) und achatgrau (RAL 7038) ersetzt, das Fensterband blieb unverändert ultramarinblau (RAL 5002).


    In ähnlicher Weise wurden auch manche Altbau-Triebwagen (5046/5146, 5145) umlackiert (als Weiß-Ton fungierte bei diesen Fahrzeugen RAL 9002 grauweiß), wobei die schrille Farbgestaltung der späten 80er-Jahre mit der Formensprache der 50er-Jahre nicht so Recht harmonierte – spöttische umgangssprachliche Bezeichnungen wie "Papagei-Blitz" etc. waren die Folge.

    Servus!


    Im Jahr 1987 wurde ein von Wolfgang Valousek entwickeltes neues Designkonzept für die Fahrzeuge der ÖBB eingeführt.


    -- v2.2 (Einarbeitung diverser Korrekturen, Ergänzung einzelner Bilder), Stand: 16.10.2022 --


    halb OT: Lokomotiven


    An sich möchte ich hier primär Reisezugwagen thematisieren. Aber zum besseren Verständnis des Design-Gesamtkonzepts ist es hilfreich, auch die Lokomotiven bzw. deren Farbdesigns kurz anzusprechen.


    Die bis 1987 gültigen Designvorgaben sahen eine blutorangene (RAL 2002) Lackierung mit drei elfenbeinfarbenen (RAL 1014) Zierstreifen vor. Zuletzt wurden, wie bei den Wagen schon seit 1981/82 üblich, Dach und Rahmen im weniger verschmutzungsempfindlichen Umbragrau (RAL 7022) lackiert.


    Als 1987 das Komfortstufen-Design bei den Reisezugwagen eingeführt wurde (siehe unten), erhielten auch die Lokomotiven ein neues Design. Die Grundfarben blutorange (RAL 2002), elfenbein (RAL 1014) und umbragrau (RAL 7022) wurden beibehalten, aber statt den drei dünnen Zierlinien wurde nun ein breiter Zierstreifen, die sogenannte "Bauchbinde", aufgebracht und die Stirnfenster wurden umbragrau umfasst (die sogenannte "Brille").


    Je nach Lokreihe gab es teils erhebliche Abweichungen von dieser Lackierungsform (man denke z.B. an die Schachbrett-1044er oder die markant dünnere Bauchbinde etwa bei den 2050ern).


    Die Farben blutorange und elfenbein waren bereits lange zuvor nach praktischen Kriterien wie UV-Beständigkeit und Verschmutzungsempfindlichkeit sorgfältig ausgewählt worden. Ende der 80er-Jahre entsprachen sie allerdings nicht mehr ganz dem Zeitgeist, daher suchte man nach moderner wirkenden Farben. Nach verschiedenen Experimenten (1046 023 in blutorange/lichtgrau, HW-Austritt im Mai 1988, sowie 1046 007 in verkehrsrot/kieselgrau, HW-Austritt im Dezember 1988) war die im April 1989 aus der HW ausgetretene 1046 012 vermutlich das erste Fahrzeug in den neuen Standard-Farben verkehrsrot (RAL 3020) und achatgrau (RAL 7038). Diese Farben fanden in weiterer Folge auf verschiedenen Lokreihen Anwendung.


    Etwa ein Jahr später, im Mai 1990, tauchte im ersten roten 4010 ein neuer Weiß-Ton auf: RAL 9002 grauweiß. In der Literatur wird verschiedentlich behauptet, dass dieser Farbton fortan grundsätzlich anstelle von achatgrau (RAL 7038) angewendet wurde – tatsächlich wurde RAL 9002 grauweiß bei den Lokomotiven aber nur spärlich verwendet, nämlich nur bei den 1044 241-255 sowie bei den Neubauloks der Reihen 1012 und 1014.


    Generell war man mit den verschiedenen Weißtönen nicht besonders konsequent. So wurde beispielsweise bei den 2143ern die Bauchbinde noch bis weit in die 90er-Jahre elfenbein lackiert (der Kasten jedoch bereits ab August 1989 verkehrsrot), achatgrau kam bei dieser Reihe erst ab September 1994 zum Einsatz. Und die 1043 009 erhielt sogar noch im Jahr 2000 eine Neulackierung mit elfenbeinfarbener Bauchbinde.

    Bei den letzten 1044ern (ab 256 II) kam abermals ein neuer Farbton zum Einsatz, nämlich das irgendwo zwischen achatgrau und grauweiß angesiedelte NCS 2000.


    Und das Valousek-Design wurde bei weitem nicht bei allen Loktypen angewendet. Viele Altbauloks, aber auch die nicht modernisierten 1042er, blieben von der Anwendung des neuen Designs ausgenommen. Für etwaige trotzdem erforderliche Neulackierungen wurde stattdessen das altbekannte Design (blutorange mit drei dünnen Zierlinien) auf verkehrsrot umgestellt und auf nur noch eine Zierlinie vereinfacht.



    Reisezugwagen: kurze Vorgeschichte


    Bis 1987 wurden die Wagen mit RIC-Zulassung reinorange (RAL 2004) mit lichtgrauem (RAL 7035) Kontraststreifen lackiert (Eurofima-C1-Lackierung):


    Die Inlandswagen erhielten die sogenannte Jaffa-Lackierung mit den Grundfarben blutorange (RAL 2002) und elfenbein (RAL 1014), Dach und Fahrwerk wurden zuletzt umbragrau (RAL 7022) lackiert.


    Gepäck- und Postwagen wurden so wie die Reisezugwagen lackiert, Liegewagen ultramarinblau (RAL 5002) mit schmalen elfenbeinfarbenen (RAL 1014) Zierstreifen.



    Das "Komforstufen-Design"


    Jedoch waren die vielen Zierlinien beim Jaffa-Design aufwendig zu lackieren und das Reinorange beim C1-Design verwitterte sehr schnell und harmonierte nicht so recht mit dem Blutorange der anderen Fahrzeuge. Zur Modernisierung und Attraktivierung des Erscheinungsbildes wurde der Architekt Wolfgang Valousek, der zuvor schon ein paar Hochbauten (Stellwerke), Triebwagen und Bahndienstfahrzeuge gestaltet hatte, beauftragt, ein neues Design für die ÖBB-Fahrzeuge zu erarbeiten. Nach unzähligen Skizzen und einer Hand voll Farbversuchswagen (37-35 039, 21-70 043, 30-70 021) wurde das neue Farbkonzept ab 15.3.1987 angewendet. Anstelle der bisherigen Einteilung in RIC- und Inlandswagen wurden nun verschiedene sogenannte "Komfortstufen" definiert, nach denen sich die Farbgebung richtete.


    Die Komfortstufe 1 (K1) umfasste die Salonwagen sowie die Wagen für den hochwertigen Fernverkehr (die UIC-Z-Wagen sowie die später beschafften druckertüchtigten Wagen und die Modularwagen). Dach, Fensterband und Schürze wurden umbragrau (RAL 7022), Seitenwand und Dachkante blutorange (RAL 2002) lackiert.


    Die Komfortstufe 2 (K2) umfasste neben den Inlandswagen auch ältere RIC-Wagen wie z.B. die UIC-X-Wagen. Das Dach war umbragrau (RAL 7022), Fensterband und Schürze wurden blutorange (RAL 2002) und Seitenwand sowie Dachkante in elfenbein (RAL 1014) lackiert. Im Prinzip war das eine "entfeinerte" Version der Jaffa-Farbgebung; für die K2-Lackierung ist daher auch die Bezeichnung "Sparlack" gebräuchlich.


    Der Komfortstufe 3 (K3) wurden die Liegewagen zugerechnet. Fensterband und Schürze wurden ultramarinblau (RAL 5002) lackiert, die restlichen Farben waren gleich wie bei der Komfortstufe 2.

    (Foto: User quattro)


    Die Komfortstufe 4 (K4) galt für Gepäckwagen. Wie bei der Komfortstufe 1 waren Dach, Fensterband und Schürze umbragrau (RAL 7022), Seitenwand und Dachkante waren jedoch elfenbein (RAL 1014) und nur die Gepäckraumtüren wurden blutorange (RAL 2002) lackiert.

    (Foto: User quattro)


    Die Post schloss sich dem neuen ÖBB-Farbschema ebenfalls an und lackierte ihre Wagen fortan in umbragrau (RAL 7022) und dahliengelb (RAL 1033).


    Hinweis: Im Buch Reinthaler/Heless: Reisezugwagen österreichischer Eisenbahnen, Alba-Verlag 2006, wird konsequent der 15.3.1988 als Datum der Einführung des neuen Designs angeführt. Diese Angabe ist leider falsch (und wurde zigfach unhinterfragt abgeschrieben). Das richtige Datum ist der 15.3.1987, wie man z.B. in zeitgenössischen (1987 erschienenen) Zeitschriften nachlesen kann.



    -- Fortsetzung folgt --

    Wodurch unterscheiden sich die Bp-k von den normalen Bp äußerlich?

    Ist es nur das Aussichtsfenster?

    Die Bp-k wurden ab 1975 aus "normalen" Bp umgebaut, indem zunächst auf einer Plattform anstelle des Notsitzes ein abschließbares Kammerl für den Zugführer eingebaut wurde. Wegen der gar engen Platzverhältnisse sowie wegen Problemen mit Zugluft und Beheizbarkeit wurde für die Zugführerkabine in weiterer Folge ein "Abteil" im Fahrgastraum geopfert.


    Es gibt keine äußerlichen Unterschiede zwischen den Bp und den Bp-k. Sie unterscheiden sich nur bei der Inneneinrichtung.


    Sprich: Für den von dir angedachten Bp-k 29-35 156-7 ist als Basismodell im Grunde jedes Schlieren-Modell mit passender Tür- und Schlusslichtform geeignet. Es zahlt sich nicht aus, eines der vergleichsweise seltenen als Bp-k beschrifteten Modelle zu suchen, Roco hat die Unterschiede bei der Inneneinrichtung ohnehin nicht berücksichtigt.


    Von der Inneneinrichtung hab ich schon Bilder.

    Könntest du mir die bitte zukommen lassen? Ein Bp-k mit korrekter Inneneinrichtung steht noch auf meiner To-Do-Liste ;)

    Leider konnte ich bisher keine anderen Fotos oder Videos von anderen Zugleistungen als der RoLa der 1012 finden, somit muss ich leider einen komplett neuen Zug zusammen stellen.


    Ein paar Möglichkeiten abseits der typischen RoLa-Einsätze gibt es schon.


    Zum Beispiel die Lastprobefahrten mit Falns-x am Semmering im September 1997:

    Quelle: flickr User "Michael"


    Oder die Einsätze im "normalen" Güterverkehr am Pass Grießen in den ersten Jahren:

    Quelle: bahnbilder.warumdenn.net, Foto: Andreas Pacher


    Möglich wäre sogar ein Einsatz im Personenverkehr, so wie hier als Vorspann Saalfelden – Wörgl vor dem IC 540 "Rail Tours Austria" (Wien West – Innsbruck) am 27.12.1997:

    IC_540.jpg

    Das Foto stammt vom leider kürzlich verstorbenen User HPK.