Bahnhof Kühnsdorf

  • Hallo zusammen,


    tja, wie gehts nun direkt in der Praxis weiter..

    Parallel zum Heizhaus steckt aktuell die Fertigung der ehem. BBÖ Kh1 (499.01), sowie der Kohlenkran in den Kinderschuhen. Fernziel aber ist die, -weder Kosten und Mühen scheuende, kompromißlose, maßstäbliche Umsetzung des Bahnhof Völkermarkt- K. in Ep II, oder IIIa als Großmodul im Ausmaß etwa 10x4 Meter (plus Luft nach oben, im Falle der Umsetzung des angrenzenden ehem. Werksgeländes Fa. Leitgeb.)

    Abhängig ist das Gesamtprojekt jeweils vom abschnittsweisen, dazugehörigen Recherchefortschritt, der sich als recht umfangreich und schwierig entpuppt hat. Die Anregung zu umfangreichen Nachforschungen war ursprünglich ganz simpel aus meiner Affinität zur Schmalspur und der Motivation begründet, neben den bekannteren österr. Größen wie Ybbstal, MzB, WvB und Co, einem minder beleuchteten Thema im Süden Österreichs die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen, also sozusagen literarisch kaum erforschtes und modellbauerisch fast unbegangenes Terrain zu betreten. Mittlerweile artet die Sache stark themenübergreifend aus.

    Wen man sich heute das zur reinen Holzverladung degradierte Areal ansieht, mit der obendrein tristen Zukunft als Anschlussbahn zur im Bau befindlichen Koralmstrecke, möchte man nicht meinen, dass es sich um einen ehemaligen Flügelbahnhof einer kk Südbahnhauptstrecke handelt, in dem früher umfangreiche Betriebsabläufe stattgefunden haben. Ich werde von Zeit zu Zeit berichten und will euch natürlich mit Kritik und Anregungen immer teilhaben lassen. Davon lebt ja die Gschicht...


    VG

    Peter

  • 400 Meter in der Breite ist gar nicht mal soviel. Ein 10 Km langer, von Einfahrtsignal bis zum Ausfahrtsignal ist ein guter Mittelstädtischer Bahnhof mit +- 100 000 Einwohnern. Für 8 Gleise gehen schon die ersten 1,5 Meter drauf. Das Bhf.Gebäude mit Vorplatz noch mal 1,5 m. Der restliche Meter reicht gerade mal, für die Bahnhofstrasse mit einer Häuserzeile voller Geschäfte .


    Gruß


    Gerhard

    Gruß aus dem Wilden Westen


    Gerhard

  • Zum besseren Verständnis meiner kryptischen Beschreibung.

    Die Längeangabe im Tool bezieht sich auf die Linie links neben dem eingezeichneten Grundriss.

    Es wird, wenn die Recherche gut läuft, - L, oder T-förmig werden, mit max. Tiefe 4m.

    Die AB Leitgeb (linker Bildbereich) würde voll dargestellt nochmals Länge und einen T-Grundriss fordern.

  • Die Kunst bei einer gelungenen Modellbahn ist das s.g. selektive Komprimieren.

    Selbst wenn Du Dich mit diesem Projekt nicht übernimmst- es wird Deine Besucher/Bedienpersonal überfordern.


    Warum nicht auf das Wesentliche reduzieren, ohne den Kern aus den Augen zu verlieren?

  • Die Kunst bei einer gelungenen Modellbahn ist das s.g. selektive Komprimieren. ....


    Warum nicht auf das Wesentliche reduzieren, ohne den Kern aus den Augen zu verlieren?

    Ich muss dem Rene recht geben. Mein Ursprungsprojekt war ähnlich groß (Bruck an der Leitha Personenbahnhof und Zugförderung - ca 10 x1,8 m ohne Häuserzeile) . Hab aber schon mindestens 15 Jahre nachgedacht und geplant.

    Schau dir den Thread vom Tauernbahner an!


    Meine H0 Anlage Ep. III ÖBB, erster (Teil-) Entwurf

  • Oke. Outing: :D

    Ich verstehe eure Ansatzpunkte sehr gut, da ich mich in einige der Römisch Eins-Projekte (zB. Renes Alt Nagelberg[edit:Weitra], Retz-Drosendorf, uvm.) sehr gut einlesen konnte. *yzipps Eisenbahn u. Industrie im st. Randgebirge nicht zu vergessen. Das alles ist Kunst und fällt unter hist. Aufarbeitung. Kaum noch Modellbahn im Sinne des banalen Überbegriffes. Auch die Motivation ist oft sehr gut erklärt und ohne Übertreibung, -grandios durchdacht, historisch fundiert und perfekt umgesetzt. Und Rene, ganz ehrlich! Dein Alt Nagelberg[edit:Weitra] hätte eine öffentlichere Nachnutzung verdient, als für ein Butterbrot in einem fremden Wohnzimmer anonym dahin zu vegetieren. Kein Vorwurf, sondern ein Kompliment. Es ist aber richtig! Man muss Prioritäten setzen. Dazu muss man sich primär selbst kennen, wissen, wo man herkommt und wo man hin will und nicht nur das. Man muss den Lauf der übrigen Dinge abschätzen können, verstehen wie die Welt tickt und tatsächlich beginnen auf das Wesentliche zu reduzieren, um nicht um sich selbst herum zu laufen. Das gilt für alle Lebensbereiche. Horizont sagt man gerne dazu.

    Ich selbst komme nicht aus dem traditionellen Modellbauer/bahner Zirkel, sondern aus dem Bereich der Eisenbahnfotographie und ehemals auch langjährig aktiver Museumsbahner, also noch aus der Pionierzeit, als es schwerpunktmäßig galt, einen einfachen Bahnbetrieb vorzuführen, Heizer zu sein,am Oberbau zu arbeiten, Fahrzeuge österreichweit vor dem Schneidbrenner zu bewahren, aufzuarbeiten, oftmals nur zu konservieren, um den Verfall einzudämmen und vielleicht irgendwann mal eine Betriebsfähigkeit herzustellen. Daher freue ich mich recht oft, das ein oder andere Fahrzeug bei unseren heutigen Museumsvereinen wiederzusehen und denk mir oft dazu ..na, Du altes Eisen, kennst mich noch? jetzt bist Du ja doch wieder auf den Beinen, oder besser: Rädern.

    Damit ist vielleicht auch erklärt, warum ich heute kaum noch Bedarf habe -Eisenbahn, auch wenn noch so professionell, aber: "zu spielen". Ich durfte das ausgiebig in früheren Tagen in 1:1 tun.

    Dazu kommt noch, dass mein familiäres Umfeld plus Freundeskreis hauptsächlich die ÖBB als Arbeitgeber hat, somit kenne ich die Verschieberfahne, eine BBDion, viele Fahrdienstleitungen, einige Zfs von ganz, ganz innen und auch den Arbeitsplatz auf einer 1245, oder 1042 und weiß daher seit dem 10ten Lebensjahr aus eigener Erfahrung, dass ein Führerstandsbremsventil über den Komfort und die Ausstiegshöhe von armen Reisenden entscheidet. Zudem ist noch das riesige Lebenswerk eines verstorbenen Großvaters, nämlich seine Modellbahnanlage,- leider der Säge von Verwandten zum Opfer gefallen. Ich wüsste allerdings auch selbst nicht, was ich mit diesem Knäuel fantasievoll angelegter Schienen auf Platte inmitten von Steinbach, wie er es nannte, - tun sollte. Jedem das Seine, Hauptsache es befriedigt? Ich sehe das nicht ganz so.

    Ich bewundere natürlich klassische Modellbahner, aber viel mehr noch bewundere ich jene Menschen, die es geschafft haben, ihrer Nachwelt Momente, oder Dinge für eine einfache, aber sinnvolle Betrachtung, Nachnutzung anzulegen. Dies, trotz oftmals vom Schaffenden im Vorfeld völlig unberechenbarem Auftreten von technischen Zukunftsaspekten. Was habe ich mich zeitlebens geärgert den Lieblingssong zuerst auf Platte, dann auf Kassette Diskette etc. umpfriemeln zu müssen. Am effizientesten arbeiten unter diesem Motto auf unserem Gebiet der Eisenbahn die Fotografen, Schriftsteller, bzw. Buchautoren und ev. auch Maler. Sie erzeugen leicht transportables, leicht schützbares, finanziell relativ leicht rückführbares, handliches, höchst wertvolles Material, oft in mangelnder Qualität, aber Einzigbarkeit. Man benötigt fast nur Licht und Augen, um es abzuspielen.

    Es gibt viele Momente und Dinge in meinem Leben und davor, die nicht mehr existieren, auf die ich und andere aber gerne mal einen Blick geworfen hätten. Einen davon habe ich als Moba-Thema favorisiert und definiert. Mein Ziel kann dabei aber nicht sein, einen Anlagenbetrieb auf heute höchstem und morgen schon schrottreifem Technikniveau im Sinne einer nachhaltig betreibbaren Dynamik erlebbar zu machen. Zeit und Energie stecke ich vorsorglich lieber in manch augenscheinlich unnützes, aber geschichtliches Detail, so gut ich eben kann. Soll heißen: Die Platzierung des alten Fahrrades vor der Bäckerei hat, in so Ferne sie nachgewiesen ist, für mein Motto mehr Relevanz, als die Option, möglichst sinnvoll im Kreis zu fahren. Die Besten der besten Modelle, oder die einzigen ihrer Art stehen heute sicher und still verwahrt in Museen und geben uns faszinierende Einblicke darüber, wie es einmal ausgesehen hat.

    Da will ich primär ungefähr hin. Das nimmt meine wertvolle Lebenszeit und ich will mir daher Mühe geben, mein Werk dermaßen zu gestalten, dass es den Wert bekommt, auch nach mir noch betrachtet, aber sicher nicht betrieblich bespielt zu werden. Denn: Wer hätte dafür in wenigen Jahren schon noch echtes Interesse?

    Dasselbe Überlebensmotto hat jeder Fotograf, oder in noch gleicheren Ansätzen wie ich, jeder Vitrinen-Sammler von Micrometakit & Co.


    Aber keine Sorge, ich werde eine einfache, vielleicht sogar nur analoge Steuerung bauen.

    Ich finde es auch gut, dass es andere Meinungen und Erfahrungen gibt als meine.

    Nur so, gemeinsam werden wir noch besser als wir sind und hätte ich nicht oft eure Werke gesehen und Beiträge gelesen, oft zwischen den Zeilen, hätte ich sicher keine Ahnung wo ich selbst hin will, oder wo ich gedanklich angesiedel bin.