Ich muss sagen, es freut mich, das zu lesen.
https://www.wien.gv.at/verkehr/schnellere-oeffis
Andererseits... wir haben schon vor... fuck so lang ist das schon her... 20 Jahren ein Programm entwickelt, welches auf Basis der Gleisgeometrie, des Gleiszustandes und der durchschnittlichen Haltestellenaufenthaltszeit je Haltestelle angebbar die Minimale Reisezeit berechnen konnte. Ich weiß jetzt nicht mehr, ob man auch verordnete Langsamfahrstellen auch eingeben konnte. Glaub aber schon.
Denn die Berechnung der Minimalen Fahrzeit einer Straßenbahnlinie ist gar nicht so einfach, wie das jetzt klingt. Beschleunigungs/Bremskurven, Maximalgeschwindigkeiten im Bogen übereinanderlegen ist ein durchaus intensiver iterativer Prozess, der manuell auszurechnen nicht mehr trivial ist.
Aber das Programm (hab damals eine Weboberfläche dafür geschrieben) funktionierte so, dass man ihm die Haltestellenfolgen angab, je Haltestelle die durchschnittliche Haltestellenaufenthaltszeit (muss halt einmal ermittelt werden, oder man nimmt einen groben Durchschnitt). und dann auf Go drückte... es suchte sich selbst die Punkte und Strecken im Netz der Tram und lieferte in kürzester Zeit die minimal mögliche Reisezeit.
Wenn man das Ergebnis dann über die tatsächlichen Fahrzeiten zwischen zwei Haltestellen drüberlegt, sieht man das Optimierungspotential...
Und ja, das waren damals schon bei der Linie D ungefähr die Werte, wie sie in dem Artikel angeführt sind. Beim 5er hab ich damals auch so 4-5 Minuten pro Richtung ermittelt.
Aber dass es 20 Jahre benötigte, bis diese Erkenntnisse umgesetzt werden, find ich schon stark. Zumal die Wiener Linien die Eigentümer dieser Software schon waren.
Würd mich interessieren, womit heute diese Beschleunigungspotentiale ausgerechnet wurden. Weiß das zufällig jemand?
lg Jakob
