Frage zu Güterzügen Epoche III

  • Ich möchte mir einen Güterzug in der Epoche III zusammenstellen.

    Meine Frage: Kann ich dabei auch alle Bahnverwaltungen bunt zusammenmischen? Sind Wagen aus dem Osten trotz eisernem Vorhang in Österreich unterwegs gewesen?

    Vielen Dank für Eure Antworten.


    Lg werner

  • Soweit mir bekannt bei Gueterwagen von westlichen Bahnverwaltungen kein Problem.

    Jedoch vornehmlich Waggons die in den EUROP-Wagenpark eingestellt waren.

    Diese konnten wie bahneigene Waggons verwendet werden. Alle anderen mussten auf kuerzestem Weg wieder der Heimatbahnverwaltung zugefuehrt werden.

    Bei Wagen aus den Ostlaendern soviel ich weis nur jene die ab 1964 in die OPW eingestellt wurden. Auch da gilt nach Verwendung sie schnellstens wieder Richtung Tschechoslowakei oder Ungarn zu befoerdern. Meist wurde diese vom damaligen Verschubbahnhof Simmering Transit ( heute ein Teil des Zvbhf. Kledering ) versendet.

  • Ich möchte mir einen Güterzug in der Epoche III zusammenstellen.

    Meine Frage: Kann ich dabei auch alle Bahnverwaltungen bunt zusammenmischen? Sind Wagen aus dem Osten trotz eisernem Vorhang in Österreich unterwegs gewesen?

    Vielen Dank für Eure Antworten.


    Lg werner

    Sicher. Es gab einen ziemlich regen Warenaustausch und zumindest in den 70/80ern wurde das was 1:1 beschreibt, nicht mehr so eng gehandhabt.

    Bilder in meinen Beiträgen sind mein Copyright, sofern nicht anders vermerkt.

  • Tag!



    Ich habe das mal für ein FREMO-Treffen zusammengefasst und gebe es hier gerne verkürzt wieder:


    - ÖBB-Wagen sind in einem Güterzug in Österreich (ich denke, danach fragst Du hier) natürlich kein Problem.

    - EUROP-Wagen (da ist rund um die Wagennummer und die Bahnverwaltung so ein großer Kasten mit dem "EUROP"-Schriftzug) sind (wie oben schon steht) praktisch wie eigene Wagen zu verwenden, also auch kein Problem.

    - RIV-Wagen (da ist ein kleiner Kasten mit "RIV" an der Seite, üblicherweise rechts) können problemlos in's Ausland - sie müssen aber dann schnellsmöglich wieder zurück (wobei es üblich war, dass der Wagen einen kleinen Umweg fahren darf, um von irgendwo wieder beladen in sein Heimatland fahren zu dürfen ... ansonsten wäre er ja einfach leer mitgefahren).

    - Andere Wagen waren nicht ganz so einfach in's Ausland zu bekommen und daher wohl seltener unterwegs - da mussten dann diverse bürokratische Dinge geklärt werden.


    Ostwagen hatten m.E. teilweise auch das "RIV" und konnten damit "einfach" in den Westen fahren (im Osten gab es eine ähnliche Vereinbarung für den Verkehr innerhalb dieser Länder untereinander).



    lg,

    Harald

    Fotos in meinen Beiträgen stammen - sofern nicht anders geschrieben - von mir.

  • Servus Werner,


    Ich habe auch schon Fotos von Wagen ohne Europ Kennzeichen aus dem Osten in Österreich gesehen.


    Speziell der Gemüsegüterzug G10 aus Italien hat oft keine Europ Kennzeichen an den FF Wagen gehabt, bei Fma habe ich bisher keien Aufschiften im Detail gesehen, da diese zu weit hinten waren.

    https://www.ebay.at/itm/Foto-A…b8f9af:g:rbsAAOSwyHlf9M7I


    CSD und PKP Wagen kannst auch gut einsetzten, da hab ich auch einige Bilder davon une Europ gesehen.

    Griechische Wagen vermutlich auch wegen der Zitrusfrüche, allerdings gibt es keine Wagen der OSE (bzw. SEK) für Epoche 3.


    Jetzt ist sogar ein FS Kesselwagen auf Ebay zu haben, der in Deutsch-Wagram in der Wagenfabrik repariert wird. War aber schon 1971 und mit Computer Beschriftung

    https://www.ebay.at/itm/Foto-A…b881ad:g:BB4AAOSwsWBf9Mj5



    LG
    Manfred

  • Da ja who1044 expliziet die Epoche III angesprochen hat kurz jene Aufstellung die in diese Zeit fallen.


    Ab 1935 gibt es das RIV ( Regolamento Internationalz Veicoli )

    Die OeBB ist 1953 dem EUROP-Pool beigetreten und hat Waggons dazu eingestellt.

    Waggons von Ostblocklaendern konnten grenzueberschreitend versendet werden wenn sie zum RIV noch zusaetzlich mit MC gekennzeichnet waren.

    MC war das Abkommen von den Mitgliedstaaten des Rates fuer gegenseitige Wirtschaftshilfe ( RGW ).

    Die Waggons der UdSSR welche auch auf Normalspur verkehren durften waren mit PPW gekennzeichnet.

    1964 wurde dann die OPW ( russ. Obschtschij Park Wagonov) gegruendet ) und Waggons von den Ostblocklaendern eingestellt.


    Also Waggons mit diesen jeweiligen Aufschriften kann man in oesterreichischen Zuegen zum jeweiligen Zeitpunkt einstellen.

  • N'Abend!


    Wagen aus dem Osten hatten auch kein "EUROP" - die haben keine Wagen in den Pool eingestellt.


    Die FS-Wagen auf dem Foto sind m.E. vom Typo F (die FF sind länger) und haben - das erkennt man beim hinteren deutlicher, beim vorderen erahnt man mehr ... - ein "RIV" im rechten Feld.


    Mit den "Ostwagen" ist es m.E. etwas anders gewesen:


    "MC" und noch mehr "OPW" halfen nichts, wenn der Wagen gen Westen (also nach ÖSterreich) verkehren sollte. Das waren die entsprechenden Regelungen für den Verkehr von Ostblockstaat zu Ostblockstaat. Für den Verkehr in den Westen hatten eben einige Wagen auch das "RIV" oder es gab eben anderweitige Vereinbarungen im Einzelfall.



    lg,

    Harald

    Fotos in meinen Beiträgen stammen - sofern nicht anders geschrieben - von mir.

    Einmal editiert, zuletzt von cauchy ()

  • Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten. Somit kann ich den Zug doch recht freizügig aus dem Angebot der Modellbahnfirmen zusammenstellen.

    Lg werner

  • Wir freuen uns schon sehr auf die Bilder :TT:

    Liebe Grüße.

    Wolfgang

    Quality since 1958

    Sofern nicht anders angegeben, bin ich der Urheber der in meinen Beträgen geposteten Bilder.

  • Auf der Summerauer Strecke hatten viele Güterzüge überwiegend Wagen aller möglichen Typen von osteuropäischen Verwaltungen (v.a. CSD, DR, PKP), dazu einige West-Waggons. Also geht "aus jedem Dorf ein Hund" ziemlich problemlos. Ein Problem dürfte eher die richtige Beschriftung (Epoche III) sein.

    Die von mir geposteten Bilder sind, wenn nicht anders vermerkt, eigener Pfusch.

    Einen schönen Gruß vom Pfuscher-Hanns

  • Meines Wissens gruendeten die DB und SNCF 1951 den EUROP-Wagenpool.

    Italien, Oesterreich, Belgien und Daenemark traten 1953 dazu bei.

    Das mit 15.3.1953 in Kraft stehende Europ Übereinkommen wurde von damals 10 Bahnverwaltungen abgeschlossen: CFL, DSB, DB, EdS (Eisenbahnen des Saarlandes bis 1956), FS, NS, ÖBB, SBB, SNCB und SNCF.

    Ins Europ Übereinkommen wurden nur bestimmte Wagengattungen aufgenommen, für alle anderen galt das RIV Übereinkommen.

    mfg
    HPK

  • Damals ( epoche III ) waren die güterzugen mehr gemischt als heute ( epoche VI ) . Alle type güterwagen durch ein ander um von die eine firma nach die andere firma gebracht zu werden . Heute meist ganzzuge aus 1 bis 3 wagentypen von ein firma nach ein andere firma zu gehen . Nahverkehrgüterzuge waren ganz viel . Fast taglich auf jeder strecke . Das gibt es heute auch nicht mehr . Ganz viel strecken ohne guterverkehr oder stark eingeschrankt . Auch bei uns in die Niederlande sind derzeit ab und zu ost- europeische güterwagen gekommen .