Langzeitprojekt Semmering Wettbewerblokomotiven von 1851

  • Zuletzt hab ich angefangen den Tender zu konstruieren, nur die Vorlagen sind sind etwas dürftig.

    Es gibt eine kleine Typzeichnung:

    vindobona_Vorlage.jpg


    Und ein Gemälde das zwar einen 3 achsigen Tender zeigt, aber eine Art Trichteraufbau statt dem Gitter oben.


    Glaube aber das so ein relative glattes Design von der Typzeichnung eher hinkommt, denn die "Steinbrück" aus der gleichen Farbrik hat so einen Tender mit geraden Aufbau und Gitter, ohne sichtbare Achsfedern.


    Momentan geht es nicht weiter, der Tender ist groß genug für einen Antrieb, suche etwa einen Roco BR57 oder 58 Tenderantrieb oder einfach Satz Zahnräder mit Achsen die in Summe weniger Kosten als eine neue Lok...

    Wenn ich einen Antrieb habe wird das Innenleben entsprechend konstruiert und außen verfeinert.

    Mir ging es jetzt in erster Linie um die Abmessungen für die Frage Antrieb ja/nein,

    Screenshot 2021-01-23.JPG

    LG Werner



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  • Test der Zahnradanordung.

    Beim dritten Versuch funktionierte es leichtgängig. Achsen sind natürlich nicht die endgültigen, und für die 3.Achse muss ich die Position der Zahnräder weiterkopieren.


    Jetzt kann ich den endgültigen Getriebeblock anfangen und überlegen wie man den Tender dann am Besten zusammenschraubt. Und Platz für einen kleinen Dekoder suchen.

    Auf alle Fälle muss ein großer Haufen Brennholz auf den Tender um das alles zu kaschieren.


    20210220_084201.jpg

    LG Werner



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  • Wie hast du dein CAD-Problem gelöst? Bist du bei Fusion geblieben?

    Bilder in meinen Beiträgen sind mein Copyright, sofern nicht anders vermerkt.

  • ja, die Vindobona und der Dampfkran sind jetzt mit Fusion konstruiert.


    Gibt teilweise immer noch ein Probleme, zB ändere ein Maß am Geländer und dann gehen die Kopien der Körper der Federung verloren.

    Da gibt es keine gemeinsamen Referenzen, auch sonst keine einzige Geometriewarnung.

    Es betrifft aber immer nur diese Kopien. Warum es die raushaut versteh ich nicht.

    LG Werner



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  • Es zwickt noch an mehreren Stellen, aber prinzipiell fährts mit im Moment 2 von 3 angetriebenen Achsen:

    20210222_112148.jpg


    Jetzt noch optimieren, dann fehlen noch Stromabnehmer, und vor allem ein Geistesblitz wie man alle Teile miteinander verschrauben kann.

    Stromabnahme ist nur im Tender geplant, die Lok bleibt ohne Funktion, nur rollfähig. Ist eh schon mehr als ich mir vor 2 Monaten erwartete.

    Der Motor ist leider etwas groß, aber macht nur 6000U/min, fährt mit dem bisschen Getriebe immer noch recht schnell.

    LG Werner



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  • Ich hab noch ein Uralt Datenblatt wo dieser Motor 17.000U/min hat. Müsste dann das ganze Getriebe vom Glaskasten nachbauen, nur das Ersatzeilblatt schweigt sich über die Anordnung aus.

    Den Bildern nach könnte der 2 angetriebene Achsen haben, aber nur 1 Achse hat ein Zahnrad.


    PS: bei Conrad gibt es einen vergleichbaren Motor um 9.99, ist markiert. Für Schwungscheibe ist eh kein Platz

    LG Werner



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    Einmal editiert, zuletzt von Werner71 ()

  • inzwischen ging ja die Anlage vor, aber ein günstiger Kauf von "Österreichische Personenwagen" hat mich beim durchblättern erinnert das ein Wagen für die Lok fehlt.

    Auf frühen Bildern der Semmeringbahn erkennt man 4 Achser, ich hab mich für den Wagen der Wien-Gloggnitzer Bahn von 1842 entschieden den es dorthin verschlagen haben könnte.


    Was geht abgemessen, den Rest mit Fantasie ergänzt, wie ich die Drehgestelle konstruieren soll weiß ich noch nicht.

    20220119_191036_resize_10.jpg

    LG Werner



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  • hab schnell Drehgstelle gezeichnet, einfach richtigen Achsstand und grobe Kontur ohne Details zum Testen.


    Schaut schon winzig aus, im Vergleich zum 1:100 Wagen (temporärer Radsatzspender) dahinter.

    Da hat sich in den letzten 180 Jahren "etwas" verändert, vor allem unter dem Hintergrund das dieser Wagentyp fast doppelt so groß wie die üblichen 2 Achser war.


    20220120_182328_resize_64.jpg


    Originalzeichnung etwa von hier

    geschichtedereis02aust_0563_autoscaled.jpg

    Wie man sieht hatten die noch nicht die jetzt üblichen Puffer, sondern eine Blattfeder mit Roßhaarpolster an den Enden mit nur 660mm Abstand wenn ich es richtig im Kopf habe. Wurde erst nach 1850 vereinheitlicht.

    Mein Lokmodell hat auch noch den engen Abstand.



    Witzig auch die "rollende Landstrasse" aus den ersten Jahren der Eisenbahngeschichte.

    20220120_185011.jpg

    LG Werner



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    Einmal editiert, zuletzt von Werner71 ()

  • Hab gestern noch ein bisschen weiter gemalt, und bin an der Inneneinrichtung verzweifelt.

    So wie auf der Originalzeichnung die Sitze eingezeichnet sind scheinen die in Fahrrichtung angeordnet zu sein. Wie jetzt in jedem Bus. Kenn ich auch von US Wagen von 1870, Lehnen kippbar je nach Fahrtrichung. Ob es die US Vorbilder dieser Wagen um 1840 auch schon hatten, keine Ahnung.

    Aber nur so ergibt die gezeigte Anordnung etwas Sinn.


    Nur bleibt diesem Bild nach dann in der letzten Reihe kein Platz mehr für die Füße. Oder die Bänke an den Wagenenden hatten fixe Lehnen, und dann tritt man dem Gegenüber auf die Füße. Der Abstand von Bank zu Bank sind ganze 35cm. Und das war noch die erste Klasse.


    Für die 2. Klasse passen nicht mal die Fenster zur Anordnung, da sollen zu 14 Reihen Fenster dann 16 Reihen Bänke rein.

    3 Klasse hatte keine Lehnen, die Passagiere durften sich schon übers Dach freuen, die einzig sinnvolle Anordnung wären 18 Reihen.

    Die Erklärung im Text zu den Wagen ist wenig hilfreich, da wird über Abteilgrößen geschrieben, nur ist das ein "Open Salon" und kein Abteilwagen. Die dort erwähnten Abstände passen auch überhaupt nicht zur Zeichnung.


    Dafür hab ich noch 2 Quellen ausgegraben:

    1x gibt es Modelle im TMW, wobei ich denen nicht ganz traue. Fenster an den Stirnseiten der 3 Klasse, garantiert nicht. Entweder pure Frischluft oder geschlossene Stirnwand. Glas war zu teuer und kam erst Jahre später.

    https://data.tmw.at/object/191462

    https://data.tmw.at/object/191463


    Und ein Gemälde von der Wien-Raaber Bahn. Scheint bis auf den Wagenunterbau besser den Zeichnungen zu entsprechen. Die Verspannung am Unterboden war sicher nicht massiv verkleidet.


    Aktueller Stand:


    Rendering_Wagen_1Klasse.png



    Auf die Lok hab ich nicht vergessen, vor ein paar Tagen Zahnräder und Achsen bestellt um den Tenderantrieb erneut anzugehen.

    LG Werner



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  • Fortschritt im Wagenbau:

    so solls werden:

    Wagen_1Klasse 2022-02-08 105420.jpg

    Das älteste was ich an Farbgebung gefunden habe ist Dach schwarz, Wagenkasten 1 Klasse gelb, Wagengestell grün. Letzteres kommt mir eigenartig vor, bzw ist mir noch nie untergekommen.


    Das hat gestern der neue Drucker ausgespuckt:

    (Drehgestelle noch vom alten Drucker)

    Wagen_1Klasse_druck2.jpg


    Beim Drucker muss ich auch noch viel lernen, aber ist schon deutlich mehr möglich als früher.


    DIe Zahnräder für die Lok, besser gesagt Tender, sind angekommen, nächste Getriebeplanung steht an

    LG Werner



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  • Länger nachbelichten. Und zum ausrichten kannst du noch sehr heißes Wasser nehmen. Eintauchen, teile ausrichten und im kalten Wasser abschrecken. Aber sonst 👍👍👍👍👍👍👍👍

    Wegen Humor geschlossen.......

  • Inzischen sind die neuen Zahnräder von Roco angekommen, und jetzt kann man sagen "Es lebt!!!", oder ohne Frankenstein: es fährt, und für diese Bauweise brauchbar mit annehmbarer Geschwindigkeit.

    Tender_Fahrtest.jpg


    Zwar nur wenn man den Motor direkt an den Trafo hängt, aber immerhin etwas.

    Alle 3 Achsen angetrieben, die Achsstand musste um 0.9mm schrumpfen damit es sich mit den Zahnrädern ausgeht.


    Jetzt noch das Ganze in schön, mit Stromabnehmer, stabiler, wartbar, usw. Also eigentlich alles neu machen.

    Eine Idee wie ich das ganze mit Lok und Wagen kuppeln kann fehlt auch.

    LG Werner



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  • Nachdem mit dem Resin Drucker vieles möglich wird, hab ich mich am WE mit Details an der Lok herumgeärgert. Nieten eingebaut, aus einer 2D Ansicht sinnvolle 3D Rohrkrümmungen ableiten...


    Es fehlen jetzt vor allem die 2 Sicherheitsventile und ein paar Armaturen am Kessel.

    Hab blöderweise nur 1 Ansicht von hinten, und da kann man ziemlich rätseln.

    Gibt noch eine zeitgenössische Lithographie, die einzige Ansicht von der linken Seite der Lok, aber da hat sich der Maler seiner Fantasie nachgegeben und es gibt teils deutliche Unterschiede zu den erhaltenen Plänen.


    Hier die 2 brauchbarsten Unterlagen:

    Technische Zeichnung in Farbe (mit "kleinen" Fehlern wir in der Luft hängender Federung oder dezente Höhenunterschiede bei der Rauchkammer)

    Lithographie (keine Scheibenräder, Tender anders als im Schema der Testberichte)


    Mein Stand, ich glaube ja eher an Kessel in Holz natur und den Rest in grün und nicht alles in blau wie in der Zeichnung


    Vindobona_Rendering2.jpg


    Vindobona_Rendering1.jpg


    PS: wer Tipps für die Anordnung der Sicherheitsventile hat, nur her damit

    LG Werner



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  • Hier Klick sind noch ein paar technische Zeichnungen. Aber die wirst du eh schon kennen, und die Qualität ist nicht so berauschend.


    Beispiel.


    preview

    Liebe Grüße.

    Wolfgang

    Quality since 1958

    Sofern nicht anders angegeben, bin ich der Urheber der in meinen Beträgen geposteten Bilder.

  • Ja, die kenn ich. Da gibt es auch Pläne für Umbauten und einen ganz anderen Kessel mit ungeteilter Feuerbüchse. Auf einem Plan ist ua die Unterschrift von Schönerer drauf, der hatte ~20 Jahre vorher die Pferdebahn Linz-Budweis vollendet.


    Hab gerade den letzten Teil der "Zeitschrift des österreichischen Ingenieur Vereins" von 1851 mit den Beschreibungen der Loks und der Testfahrten in den weiten des Internets gefunden, und das bringt mich gerade etwas zur Verzweiflung.

    Nach dem Text ist die Federung am Kessel befestigt (und das Fahrwerk hängt in der Luft?) und die Position von Füllschale und Sicherheitsventil sind vertauscht.

    Und eine Dampfspeisepumpe wird auch erwähnt. Natürlich auf der linken Seite wo es keine Zeichnungen gibt.


    Ersteres ergibt für mich 0 Sinn, nur bei den allerersten Lokomotiven bis 1830 ging die Federung auf den Kessel.

    Zweites ergibt Sinn wenn man daran denkt wie man an den Hebel der Füllschale kommen will, so mitten auf der Feuerbüchse kommt man gar nicht richtig hin. Aber auf allen technischen Zeichnungen sieht es so aus wie ich es jetzt gemacht habe.

    Mit 1 Ausnahme: die Lithographie passt besser zum Text, obwohl dort das Sicherheitsventil schon eher am Kessel sitzt.


    Es hilft nicht gerade das von den spärlichen Unterlagen 1/3 erst lange nachher erstellt wurde und 1/3 sich auf mögliche oder sogar durchgeführte Umbauen bezieht.

    LG Werner



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