Suche DEFEKTE Decoder (egal welcher Zustand/Hersteller)

  • Danke, Knolli!

    Fa. ZIMO dürfte derzeit noch im Weihnachts-Urlaub sein - keine Antwort auf mein E-Mail und beim Telefon der Service-Abteilung hebt niemand ab.

  • Sie haben bis einschließlich morgen eingeschränkten Betrieb. War vor ein paar Tagen noch auf der Website zu lesen.

    Gruß Matthias


    "Wo das Volk die Regierung fürchtet, herrscht Tyrannei. Wo die Regierung das Volk fürchtet, herrscht Freiheit."

    - Thomas Jefferson


    "Digital? Was ist das? Kann man das Essen oder braucht man dafür einen Experten?"

    :20:


    "Wo ist der kompetente Mitarbeiter wenn man ihn braucht? - In der Werkstatt, wo sonst?"

    Zu meinem Inhaltsverzeichnis der Werkstatt ----> hier lang!!

    :hammer:


    "Bilder? Sind digital, können daher nur von mir sein. Außer ich sag dass sie nicht von mir sind."

    :]

  • Berndho63


    Wenn noch Garantie oder "Kulanz" am Decoder drauf ist ist es besser, den an den Hersteller zu schicken, ich kann nicht garantieren ob ich diese Teile immer wieder zum laufen bringe ;-)


    Ein Teil der Decoder geht direkt in unsere Anlagenmaschinen in Schiltern, ein Teil geht in meine Decodersammlung ein und ein Teil geht einfach so ein ;-).


    Diese dienen dann als Ersatzteilträger, um andere wiederbeleben zu können.


    Weil ich nach dem Ablauf gefragt wurde:


    Ablauf bei mir:

    1. Sichtkontrolle: Stecker/Kabel, Lötpads, Schmauchspuren, aufgeplatzte Bauteile, Hitzespuren am Schrumpfschlauch
    2. Multimetertest: Einmal grob durchpiepsen, ob Gleichrichter, Spannungsversorgung der Logik, Prozessor, Treiberstufe oder die Ausgänge "einen Schuss weg" haben
    3. Test am Prüfstand (nur lesend! mit Strombegrenzung unter 0,3A): Kann sich der Decoder aus eigener Kraft noch melden? Reagiert der Motor (in beide Richtungen)? Gibt es ein Licht/Ausgangsflackern? Geht der Motor gleich auf Vollgas in eine Richtung ( = Prozessor oder Ansteuerung der Treiberstufen)
    4. Test am Prüfstand (jetzt Dauerstrom mit Begrenzung 0,5A): Kurze Beobachtung, ob der Strom sich in Grenzen hält (bei mir ca. 0,08 - 0,1A MIT Prüfgerät an der Versorgung)


      1. Strom von Beginn an höher --> Kurz mit dem Finger-O-Meter testen wo es heiß wird
      2. Strom steigt langsam an --> Bauteilerwärmung beobachten, Kondensatoren, Prozessor und Dioden besonders
      3. Strom bleibt konstant --> schon mal als gutes Zeichen sehen und Daumen drücken :-)
    5. Wenn Adresse lesen funktioniert hat dann nacheinander alle Funktionen durchtesten und grob gesagt die defekten Sachen dann reparieren ...
    6. Wenn lesen nicht gegangen ist dann herausfinden warum der Decoder Blind und Taub ist (Dioden im Signalweg, "Angstwiderstände" tot, Leiterbahn unterbrochen, Lötstelle kalt, Übergangswiderstände oder auch "Drahtreste" und ungewünschte, aber doch noch nicht voll leitende Verbindungen unter den Kabelanschlüssen (die berühmten "Äderchen", dazu gibt es auch ein Beispiel, kommt aber später erst ...) und wenn das behoben ist zurück zu Punkt Nr. 6.
    7. Falls man mal beim Messen, schneiden, Löten unter Spannung (weil man vergessen hat das noch die Stromversorgung dranhängt etc, das passiert einem aber meist nur 1 ... oder 2 ... Mal ...) Pech hat dann trinke einen Schluck Whisk.. Wasser, sage 200 mal "Mist" (ähnliches in diesem Moment auch erlaubt ...) und gehe los zu Punkt 1 :)


    So, damit es mit diesem Beitrag etwas interessanter wird dürft IHR auch mitmachen :) :


    Wer es errät bitte mit einem lachenden Smiley bedanken oder in den Beitrag schreiben, erst nach 5 Smileys soll es frühestens geschrieben werden, schauen wir mal ob das hinhaut ...


    In welchem Spiel kommt in ähnlicher Form die Anspielung des letzten Punktes vor?


    Und jetzt doch noch etwas für die "Schreibwütigen":


    Was stimmt bei diesem Decoder nicht?:

    01 Uhlenbrock 76400 defekt 1_autoscaled.jpg

    01 Uhlenbrock 76400 defekt 2_autoscaled.jpg


    Wenn es bis morgen noch keiner hat gibt es dann einen Hinweis :)


    Lg,

    euer heute etwas verspielter Andreas :)

    Lg,

    Andreas

    (MBWS Schiltern)


    Bilder in meinen Beiträgen sind von mir, sofern nicht anders angegeben.


    ...

    Beyond the horizon of the place we lived when we were young
    In a world of magnets and miracles
    Our thoughts strayed constantly and without boundary
    The ringing of the division bell had begun

    ...

  • Als erstes sind mir die direkt angelöteten Drähte an den Endstufen aufgefallen. Schaut irgendwie russisch aus.

    Gruß Matthias


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    :20:


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    :hammer:


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    :]

  • Als erstes sind mir die direkt angelöteten Drähte an den Endstufen aufgefallen. Schaut irgendwie russisch aus.

    Die Lötpatzen auf grün und lila - sind die nicht ein bisschen groß? Babyelefant passt da keiner dazwischen, ich glaub, der eine Lötelefant streckt seinen Rüssel zum anderen rüber. :gates1:

  • Gut, dann löse ich halt heute gleich auf, ich sehe schon, für das Forum war das eventuell etwas zu leicht :)


    Knolli

    Grundsätzlich ist es aber von Uhlenbrock beim 76400 so erdacht dass die Kabel da direkt draufgelötet werden (...), hier ging es beim Einbau um das geschaltene Schlusslicht ...


    01 Uhlenbrock 76400 defekt Lösung.JPG


    Da haben sich zwei aber ganz lieb :)


    Da kommt dann aber schnell die Bundesreg... der Lötkolben und trennt da beinhart das Liebespärchen wieder auseinander ...


    01 Uhlenbrock 76400 GUUUT.JPG


    Mit den beiden wärs eh nix geworden, einer der beiden war ja noch grün hinter den Anschlüssen ... ;-)


    So, jetzt ists mit der Wortspielerei aber wirklich Schluss (... für heute :) ...)

    Lg,

    Andreas

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  • Mit den beiden wärs eh nix geworden, einer der beiden war ja noch grün hinter den Anschlüssen ... ;-)


    So, jetzt ists mit der Wortspielerei aber wirklich Schluss (... für heute :) ...)

    Da ham sie sich wohl grün und lila geärgert. :TT:

  • Ich habe für ein neues Rätsel einen ganz schönen Märklin 6080er geschickt bekommen, der wird interessant ... ^^


    Und dann habe ich noch zwei Pakete von zwei unterschiedlichen Instandsetzern bekommen, welche als "nur noch defekt und Ersatzteilspender" eingeteilt waren, da man bei denen "gar nix mehr" machen kann:

    01 Decoder_autoscaled.jpg


    Und das zweite:

    02 Decoder 1_autoscaled.jpg


    Eine bunte Mischung aus ESU, Märklin, Zimo, Tams, Uhlenbrock, Lenz, ...


    Ich habe hier mal schnell einen Decoder herausgefischt, seines Zeichens ESU LokPilot V1.0, welcher einen abgebrannten Ausgangstreiber hat (gelber Kreis) und schon als Teilespender herhalten musste (roter Kreis):

    03 Decoder ESU LP V1.0 Treiberstufe.JPG


    Im roten Kreis fehlen insgesammt drei Käfer wie der im gelben, d.h. hier müssen dann alle ersetzt werden.

    Kurzer Test mit dem Multimeter und es ist klar: Der im gelben Kreis ist durchgeschossen und hat Dauerkontakt.


    Nach dieser Messung steht fest, dass der Prozessor zumindes selbst keinen Schluss hat, die Logikspannung auch nirgends eine Abkürzung nimmt und der Gleichrichter uns nicht gleich um die Ohren fliegt, also alles einmal bereit für eine Testrunde auf dem Prüfstand.

    Die durchgeschossene Treiberstufe ist hier "egal", da dann nur das Licht dauerhaft leuchtet, aber nichts anderes dadurch beschädigt werden kann.


    Als ersten Test lesen wir mal die Adresse des Decoders aus und der Motor fängt brav an zu zuckeln --> gutes Zeichen :)

    Dann kommt die Dauerspannung mit einem Auge auf die Strombegrenzung, hier sieht es auch nicht sooo schlecht aus, auch wenn der Strom um 40mA im Ruhezustand noch zu hoch ist ...

    Aber dafür bleibt die LED für Licht vorne (durchgeschossene Treiberstufe) dunkel :)


    Aber moment mal ...

    nach dem Fehlerbild MUSS da ein Licht leuchten, es sei denn ...


    Schnell Treiber herunter ...

    04 Decoder Treiberstufe Transistor.JPG

    den Tongenerator (Durchgangspiepser) angeschmissen und man hört ...

    nichts ...


    Mist ... wer sieht es auch? (Auflösung gleich darunter, für alle die hier selber raten wollen :) ) :

    05 Decoder Treiberstufe Sicherung_autoscaled.jpg

    Es ist doch eh eindeutig, das KANN MAN JA GAR NICHT ÜBERSEHEN! :)


    Und jetzt die Auflösung:

    05 Decoder Treiberstufe Sicherung Detail.JPG

    Da erkennt man doch sehr gut den "Krater" im 1R50-Sicherungswiderstand ...


    Schnell in die Ersatzbauteilekiste gegriffen und ... nix da in der Größe ...

    Na gut, dann kommt halt Ersatzteillager Nr. 2 zu tragen, die "Ersatzteil-Spenderkiste" :)

    Und man soll es kaum glauben, nix da :(


    Von den ungetesteten will ich mir noch nichts ausborgen, aber wir haben ja noch das "Leiterplattenmagazin", hier werde ich bei einer Diskettenlaufwerks-Platine fündig und gönne mir einen bauformmäßig etwas größeren 1R58, diesen kann man aber auch an der Rückseite der Diode anlöten (siehe kommendes Bild), es ist hier quasi der gleiche Lötpunkt.


    Weil man ja eh gerade die "Sicherung" getauscht hat teste ich vor der erneuten Inbetriebnahme nochmals mittels Multimeter die Treiberstufenanschlüsse durch und ... habe jetzt einen Kurzschluss?

    Wenn ich den Decoder so wieder bestromt hätte, dann wäre der neue 1R58 auch gleich in Schall und Rauch (... hauptsächlich Rauch ...) aufgegangen ...


    Und da stellt sich doch glatt heraus, dass die "Strombegrenzung" oder auch "Kurzschlusserkennung" auch einen Schuss abbekommen hat, also runter mit den zwei Kollegen mit den sechs Beinen und ab zur Musterung:

    06 Decoder Kurzschlusserkennung_autoscaled.jpg


    Treffer, beide haben da eine Verbindung, die da nicht sein sollte ...


    Schnell zwei neue Kollegen In-Dienst-gestel... gelötet, vier neue Treiberstufen auf der anderen Seite ergänzt (Lv, Lh, AUX1, AUX2) nochmal den Messerati über der Platine ausgefahren (alle Verbindungen getestet ...) und auf einmal passen die Werte.


    Es wird doch nicht möglich sein ...

    07 Decoder Test fertig_autoscaled.jpg

    Es lebt! :)


    CVs lassen sich lesen, er wird vom LokProgrammer (hier V2.7.9) ohne Probleme erkannt, Werksreset funktioniert ohne Probleme, alle Ausgänge lassen sich schalten, Motorregelung funktioniert, ...

    Kurz gesagt ist er somit von den Toten wieder auferstanden ;-)


    Auch wenn der Decoder selbst nicht mehr allzuviel wert ist, für einen Test, ob es bei einer Maschine was gröberes hat oder ob wer gerade das digitalisieren lernt und dabei nicht gleich einen teuren Decoder abfackeln will, dafür kann man ihn ohne Probleme noch einsetzen, als Funktionsdecoder ist er da schon fast zu schade ;-)


    Wenn ich in nächster Zeit zur Fotobearbeitung komme werden dann wieder ein paar Rätsel folgen, ich muss mich da erst durch die Decoder durcharbeiten und mal testen welche wirklich nur noch Spender sind (da Prozessor oder Platine tot ...).

    Lg,

    Andreas

    (MBWS Schiltern)


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  • Andreas, Du musst Zeit haben ... hätte ich auch gerne :thumbup:

    ÖPBB

    Österreichische Peter & Basti Bahn


    - Digitale H0 Epoche 6 Anlagenbaustelle nach Wiener Vorbildern

    - Steuerungssoftware: Rocrail

    - Anlagenelektronik: OpenDCC, RocNet, RFID, MQTT, DIY, ...

    - Fahr-Decoder: ZIMO ist mein Favorit

    - Fuhrpark: die üblichen Hersteller Österreichischer Modelle

  • Hallo Andreas,


    Bei Dir möchte ich auch gerne in die Elektroniklehre gehen.

    Super erklärt.

    Hast du ein Oszi auch?

    Oder kommt man wirklich mit einem Multimeter durch?


    Mfg


    Didi L

  • Andreas, Du musst Zeit haben ... hätte ich auch gerne :thumbup:

    Naja, das ist beim warten wenn der Lokprogrammer mit dem Soundschreiben einer Maschine fertig wird, der Kleber oder Lack gerade trocknet oder eben kurz zwischendurch zur Entspannung ;-)


    Bei Dir möchte ich auch gerne in die Elektroniklehre gehen.

    Super erklärt.

    Hast du ein Oszi auch?

    Oder kommt man wirklich mit einem Multimeter durch?

    Ich würde ja auch gerne wieder Kurse dazu geben, mein Wissen habe ich durch Arbeitskollegen, Freunde oder aber auch selber ausprobieren ;-)


    Ich erkläre aber alles auch so, wie ich es selbst gerne erklärt hätte, und da schreibe ich einen Beitrag auch dann manchmal mitten drinnen ein paar mal um und ergänze noch Sachen.

    Da ärgert es mich immer wenn ich bei einer Kundenmaschine was erkläre die ich mitdokumentriert habe und dann fehlt mir genau das entscheidende Bild ... ;-)

    Aber da doch sehr viele Maschinen bei mir durchlaufen und ich fast alle mitprotokolliere kann es da in der schnelle mal passieren dass ich auf ein Foto vergesse, am 30. Dezember durchlief die 6000ste Maschine meine Hände ;-)


    Diese Reparaturen mache ich zu 90% mit dem Multimeter und einigem an Erfahrung :), ein Oszi ist aber auch vorhanden, einmal ein altes 465B und dann ein Handheld, bei Wunsch kann ich mein Werkzeug aber mal vorstellen ;-)

    Lg,

    Andreas

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  • Ich sollte auch die Loks zählen.... Hab ja erst so um die hundert :S


    Eine tolle Geschichte!

    Ist eine kleine Parallele zu mir zu erkennen :)

    Gruß Matthias


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    - Thomas Jefferson


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    :20:


    "Wo ist der kompetente Mitarbeiter wenn man ihn braucht? - In der Werkstatt, wo sonst?"

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    :hammer:


    "Bilder? Sind digital, können daher nur von mir sein. Außer ich sag dass sie nicht von mir sind."

    :]

  • Uno, dos tres, ... und weiter gehts, hier wieder mit einem etwas schwierigeren Rätsel? ^^


    Es handelt sich um einen Uhlenbrock 74120 eines Forumsmitgliedes mit der Frage, ob man den noch retten könnte, leider hat sich das bei diesem Kollegen erledigt. Es wurde (nicht von mir :) ) hier schon ein Reparaturversuch gestartet, welcher ihm den Rest gegeben hat.


    Hier die Frage: Warum? ^^

    Uhlenbrock 74120_autoscaled.jpg

    Lg,

    Andreas

    (MBWS Schiltern)


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