Lichtleiter anmalen - ja oder nein

  • Nachdem jetzt schon in mehreren Themen unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema aufgetaucht sind, möchte ich hier die Diskussion eröffnen.


    Aus meiner Sicht dazu die Grundlagen:


    Es geht ja darum, dass ein möglichst großer Anteil des Lichts, das an einem Ende in den Lichtleiter hineingeschickt wird, am anderen Ende wieder herauskommt. Das ist ja, wenn der Lichtleiter nur gradeaus geht, kein großes Problem. Was aber, wenn es, vielleicht sogar mehrmals, um die Ecke gehen soll?


    Hier kommt das Thema Reflexion an Oberflächen zum Tragen. Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist der "Grenzwinkel der Totalreflexion". Das Phänomen kennt jeder: Wenn man am Ufer eines Gewässers steht, kann man meist in der Nähe ins Wasser hineinsehen. Fische, Steine usw. Wenn man dann den Blick hebt kommt irgendwann der Punkt ab dem man nur mehr die Spiegelunf des Himmels sieht. Dann ist der Zustand der Totalreflexion erreicht.


    Dieser Grenzwinkel der Totalreflexion hängt von den Materialien (besser gesagt von deren Brechungsindex) an der Grenzfläche ab. Unterhalb des Grenzwinkels wird das Licht, wie der Name schon sagt, total reflektiert. Oberhalb des Grenzwinkels tritt ein Teil des Lichts durch die Grenzfläche durch und geht verloren.


    Bei Lichtleitern in Modellbahnen haben wir es meist mit der Materialpaarung Polystyrol/Luft zu tun, und hier liegt der Grenzwinkel offenbar über 45°, sonst könnten die 90° Ablenkungen nicht funktionieren.


    Wenn man einen Lichtleiter anmalt, dann ist die Materialpaarung nicht mehr Polystyrol/Luft sondern Polystyrol/Lack, und der Grenzwinkel wird plötzlich viel kleiner. Genaue Zahlen weiß ich jetzt nicht, könnte man aber sicher in der Fachliteratur finden.


    Das spielt wahrscheinlich keine Rolle, solang der Lichtleiter geradeaus geht, denn dann treffen die Lichtstrahlen nur in einem sehr kleinen Winkel auf die Oberfläche. Das spielt aber sicher eine wesentliche Rolle wenn es um die schon erwähnten 90° Winkel geht.


    Deshalb wird immer geraten, Lichtleiter nicht anzumalen. Ich mache es auch nicht. Wenn man den Lichtleiter mit Alufolie, Karton usw. abdeckt, bleibt ja die Materialpaarung Polystyrol/Luft erhalten (wenn auch der Luftspalt sehr klein sein kann, aber immer noch wesentlich größer als die Wellenlänge des Lichts, und um die geht es).


    Wie sind Eure Erfahrungen?

    Wenn nicht anders angegeben, alle Fotos ©Arronax

  • Sorry aber vielleicht verstehe ich es auch einfach nicht:


    Was haben Lichtleiter mit Luft zu tun?


    Ich habe 1mm Lichtleiter in meinem Fundus die außen schwarz isoliert sind (nach einer anderen Schicht) - ich glaube bei Conrad gekauft - und da kommt das Licht auch nach leichtem Biegen am anderen Ende gut an.


    LG

    rocofan2

  • Sorry aber vielleicht verstehe ich es auch einfach nicht:


    Was haben Lichtleiter mit Luft zu tun?

    Was befindet sich rund um den Lichtleiter? (Vorausgesetzt, man hat den LL nicht lackiert oder die ganze Lok ins Wasser geschmissen...)

  • Sorry, ich wollte dir nur auf die Sprünge helfen mit dem Zusammenhang Lichtleiter-Luft...

    Aber wenn es dir wichtig ist, kannst du mich auch gerne angehen, stört mich nicht. Den Zusammenhang Lichtleiter-Luft musst du dir dann halt von wem anderen erklären lassen, ich mag kein Risiko eingehen, dass du dich noch mehr persönlich angegriffen fühlst.

  • Zur Erklärung :


    Hier wird das Licht von einem Lichtleiter zum nächsten übertragen!


    Mit der Luft hat das gar nichts zu tun.


    Zwischen Sonne und Erde wird das Licht ja auch im luftleeren Raum übertragen oder?


    LG

    rocofan2

  • Danke für den Link.


    Bin kein Physiker.


    Trotzdem bin ich der Meinung dass es im Falle der Lichtleiter in der 1044 von Roco rein um die Übertragung des Lichts von einem Lichtleiter zum anderen geht (abgesehen jetzt von der Abstrahlung der Lampen/LED).


    Mit Silberfolie kann man da einiges erreichen - es bleiben aber im Bereich der Doppellampen an der Lok trotzdem Stellen wo die Übertragung des Lichts stattfindet.


    LG

    rocofan2

  • Noch eine Ergänzung:


    Warum müssen Lichtleiter an den Außenseiten hochglanzpoliert sein? Damit es eine Totalreflexion geben kann. Bei einer rauhen Oberfläche wäre deren Großteil nicht im totalreflektierenden Winkelbereich. Da hilft nicht einmal silber anmalen......


    Bitte ausprobieren! (Ich bin als Jugendlicher daran verzweifelt...) Bei einem Stückerl Plexiglas einen Winkel anschleifen, der mindestens 45° flach ist. Man wird zwar sehen, daß auf diese Fläche Licht fällt (ein kleiner Teil der Oberfläche ist ja auch in diesem Fall in der Reflexion), aber gut wird die Umlenkung erst, je besser diese Grenzfläche poliert ist, weil eben der Anteil der Totalreflexion steigt. Da eine Oberfläche aber kaum 100%ig glatt sein kann, wird immer ein bisserl Licht an der Grenzfläche austreten.

    Aber je glatter, desto besser.

    Und dann bitte lackieren.


    LG


    Martin.

  • Lackieren der Lichtleiter ist auf jeden Fall falsch. Den Fehler habe ich auch beim ersten Versuch zur Lichtverbesserung einer 1044 gemacht. Danach war das Licht an der Lokfront kaum mehr sichtbar.


    LG

    rocofan2