Beschriftung Güterwagen kkStb

  • Hallo,


    ich bitte um Nachsicht, falls das hier bereits in der Vergangenheit diskutiert worden ist. Ich bin eigentlich eher als Modellbahner im Thema deutscher Länderbahnen zu Hause, jedoch bin ich gerade dabei die Beschriftung eines gedeckten Güterwagens der Nordwestbahn zu erstellen. Das Original stammt aus der Zeit nach der Übernahme durch die kkStB. Anbei mal ein recht schlechtes Foto, damit klar ist, worum es geht. Folgende Fragen hätte ich:

    1. gibt es eine Schriftart, die der des Vorbilds nahe kommt? Roco hat das beim 67172 recht gut getroffen. Kommt ggf eine Kombination aus mehreren Fonts in Frage? Alle deutschen Eisenbahnfonts aus Epoche 1 und 2 kommen nicht in Frage.

    2. was stand denn über dem Anschriftenfeld? Übergangszettel? von/nach?

    3. Gibt es irgendwelche Standardliteratur zum Thema Österreichische Güterwagen, ähnlich wie in D die Bücher von Carstens, oder Diener?


    Ich danke schon mal im voraus. hoffe auf ein paar Hinweise.


    Viele Grüße aus Dresden
    Matthias

  • Guten Morgen Matthias!


    Die Schriftart wurde von der kkStB 1882 als "Groteskschrift" normiert.

    Eine genaue Darstellung findest du im Buch "kkStB Reisezugwagen" Band 25 /Bahnmedien.at Seiten 10-15.

    Eine gute Annäherung, so mache ich es immer: Schriftart DIN 1451 alt und die Buchstabenhöhe um 20% erhöhen.

    Viel Erfolg und lG Christian

  • Beitrag von rbp34 ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Hat jemand noch einen Tipp was über dem schwarzen Anschriftenfeld steht? Hier mal als Beispiel von einem Roco-Wagen. Das erste sieht aus wie "Nur für Übergangszettel" Was steht denn über dem rechten Feld?


    Nochmals sorry - das ist für österreichische Einsenbahnfreunde sicher gähnend langweilig, aber es ist mein erstes Projekt mit einem kkStB Wagen. Ich baue übrigens in TT, ggf muss ich mir mall 1,2 gute Modelle in H0 kaufen, um mit der Lupe ranzugehen...


    Danke und viele Grüße

    Matthias

  • Hallo Christian,


    ich würde das Buch sofort kaufen, habe es schon seit ein paar Wochen auf dem Radarschirm. Es ist jedoch leider vergriffen und eine Wiederauflage ist nicht geplant. Es wird antiquarisch zu Preisen ab 150 € aufwärts angeboten. das ist mir zu teuer. Wäre es Dir evtl möglich die relevanten Seiten ordentlich zu scannen und mir zur Verfügung zu stellen? Idealerweise sollte man einen neuen Font erstellen und meine Hoffnung ist, dass dies die Grundlage dazu wäre. Um 20% gestreckte Din 1451 Mittelschrift kommt eben auch leider nur als grobe Annäherung in Frage. Das typische, geschnörkelte kleine g sticht heraus, auch die 4 ist anders, die 1 könnte man durch ein I ersetzen. Alles irgendwie nicht wirklich befriedigend. Roco hat es recht gut gemacht, aber die werden sicher nicht verraten, welchen Font sie verwenden, vielleicht haben sie auch ihren eigenen entwickelt.

    Wie gesagt, falls Du mir die Seiten scannen könntest, würde ich mich sehr freuen. das wäre schon mal ein Anfang.


    Danke und viele Grüße

    Matthias

  • Servus Matthias! Deine Frage ist überhaupt nicht langweilig! Im Gegenteil. Für einen KKStB Fan + Laien sind die Antworten ein Glückstreffer.

    Habe vor einem Monat noch auf Amazon das Angebot eines sehr guten Antiquariats im Burgenland (oder NÖ) gesehen. Dort werden/wurden beide Bände angeboten. Namen habe ich leider vergessen. Aber die Lösung zu Scannen ist natürlich die günstigste.

    Grüße, Franz

  • Servus Matthias!


    Also in CorelDraw geht alles:

    1) Schriftart Mittelschrift DIN 1451 alt um 20 % erhöhen

    2) Abweichende Buchstaben und div. Adler,Beschriftungsdetails für den Rahmen. Klassenbez. mit den entsp. Farbrändern,...usw. zeichnen

    3)in neuen Font integrieren, diesen für div. Maßstäbe anlegen

    4) los gehts


    PS: im Maßstab TT wirst du aber z.B. mit "Nur für Übergangszettel" keine Freude haben, da sogar im feinen/teuren UV-Druck, du nix mehr lesen Kannst...


    Wegen der genannten Seiten schreibe mir PN.


    LG Christian

  • Das erste sieht aus wie "Nur für Übergangszettel" Was steht denn über dem rechten Feld?

    rechtes Feld: links: "Stationszettel" (ragt etwas über den linken Rand des rechten Felds hinaus bis über den rechten Rand des linken Feldes)

    rechts: "Kreide-

    Anschrift" (etwas kleinere Schrift)

    Das rechte Feld ist durch eine weiße vertikale Linie geteilt.


    (Laut einem Foto aus "ÖBB-Handbuch 1989", Standard-Anschriften 1921)

  • Wenn der Wagen fertig ist, zeig ich ihn mal hier.

    Man bittet darum ...


    Liebe Grüße

    Helmut

  • Hallo nochmal in die Runde. Es gibt noch ein paar weitere Fragen, die z.T. damit zusammenhängen, dass ich mehrere Varianten von dem gezeigten G-Wagen machen will. Es gab ihn mit 4,5m und 5m Radstand.

    1. weiß jemand, ob nur die 5m Variante bereits Vereinslenkachsen hatte? Nur auf Bildern mit 5m Radstand habe ich je das Symbol gesehen.

    2. Wie verhielt sich das mit den Bremsecken? Waren die an beiden Stirnseiten, links und rechts angebracht? Ich habe Fotos, die ich wegen Urheberrecht hier nicht zeigen darf, wo man nur auf der linken Seite, neben den Wagenbeschriftungen Bremsecken sieht. Kann es sein, dass die immer nur stirnseitig rechts angebracht waren?

    3. und zum Schluss noch eine Frage zu einer konkreten Beschriftung:

    pasted-from-clipboard.png

    Wisst Ihr was das für eine Bahngesellschaft war? Ich weiß nur von der Mährisch-Schlesischen Centralbahn. Auf dem Bild das scheint eine andere zu sein.


    Vom selben Bild auch nochmal zwei Ausschnitte links und rechts mit den Bremsecken:

    links mit Bremsecken:


    rechts ohne Bremsecken:



    Danke schon mal und viele Grüße

    Matthias

  • Zur Beschriftung im Bereich der MSCB (Mährisch Schlesische Centralbahn) gab es auch einige Nebenbahnen die von der MSCB, die nach der Versaatlichung in den 1890ern an die kkStB gingen. Nach dem der Wagen mi kkStB beschriftet ist, könnte die Beschriftung bedeuten, dass der Wagen dem Bereich der MBSC und den dortigen Nebenbahnen zugeordnet war.
    Dazu habe ich auch folgende Seite gefunden: https://www.karaus.de/?Eisenba…Localbahn_-_MSCB_bis_1895

  • Laut "ÖBB-Handbuch 1989" gibt es Bremsecken erst seit 1930.

    Zum zweiten Foto: die obere Markierung (ab 1884) bedeutet, dass der Wagen mit permanenter Militäreinrichtung ausgerüstet ist, die untere Markierung (1887-1930): Wagen entspricht den Zollvorschriften.

    Zum dritten Foto: (Markierung ab 1929) auf gelbem Grund mit Spitz können ein (wie auf dem Foto?), zwei oder drei schwarze Streifen angebracht sein (1000, 1500, 3000V Heizleitung).


  • Klasse! Sehr gute Informationen. Jetzt hatte ich schon genügend Gründe, mir das ÖBB Handbuch 1989 zuzulegen. Hab eins in einem Antiquariat gefunden und es ist auf dem Weg zu mir. Österreichische Eisenbahn in Epoche 1 ist ja noch spannender, als in D ! Gefällt mir immer mehr :)