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Modellvergleich: Eurofimawagen von Roco vs. ACME

  • 4010-freak
  • 16. Dezember 2019 um 19:44
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  • 4010-freak
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    • 16. Dezember 2019 um 19:44
    • #1

    Modellvergleich: Eurofimawagen von Roco vs. ACME

    In den 70er-Jahren beschafften einige Bahngesellschaften Europas (DB, FS, ÖBB, SBB, SNCB, SNCF) gemeinsam eine Serie von 500 Reisezugwagen, die dem Baumuster UIC-Z (Länge 26,4m, klimatisiert, 9 Abteile in der 1. bzw. 11 Abteile in der 2. Klasse) entsprachen. Die Idee war, durch die gemeinsame Großbestellung einen besseren Stückpreis zu erzielen; dieses Ziel wurde allerdings nicht erreicht. Koordiniert wurde die Fahrzeugbeschaffung von der Europäischen Gesellschaft zur Finanzierung von Eisenbahnmaterial, kurz Eurofima – daher hat sich für diese Wagen der Begriff Eurofima-Wagen eingebürgert.

    Der Bedarf an modernen Reisezugwagen war damit noch nicht gedeckt, zu einer weiteren Gemeinschaftsbestellung kam es aber nicht mehr. Stattdessen beschafften einige der genannten Bahngesellschaften auf eigene Faust weitere Wagen, die den Eurofimawagen im Wesentlichen entsprechen, aber doch in etlichen Details abweichen. Diese nationalen Nachbauten sind allerdings nicht Gegenstand dieses Modellvergleichs.

    Für mehr Informationen über das Vorbild empfehle ich den Wikipedia-Artikel über diese Wagenfamilie: Klick

    Diese in weiten Teilen Europas anzutreffenden Wagen mit ihrer Farb- und Variantenvielfalt riefen natürlich auch diverse Modellbahnhersteller auf den Plan. Die mit Abstand älteste maßstäbliche Modellumsetzung stammt von Roco und kam bereits Anfang der 80er-Jahre auf den Markt. Erst 2010 bekamen die Roco-Wagen Konkurrenz in Form der ACME-Modelle, nachdem sich die italienische "Verwandtschaft" dieser Wagen schon etwas länger im Sortiment dieses Herstellers befunden hatte. Vier Jahre später kam dann LS Models als dritter Hersteller dazu.

    In meinem Bestand befinden sich etliche Eurofimawagen von Roco und ACME. Von LS Models hat es bislang noch keiner zu mir geschafft – das liegt vor allem an der für mich nicht nachvollziehbaren Preisgestaltung.

    Optischer Vergleich

    Da ich keine Wagen in gleicher Ausführung sowohl von ACME als auch von Roco in meinem Besitz habe, muss sich mein Vergleich mit ähnlichen Wagen begnügen. Halbwegs vergleichbar sind die Liegewagen der SBB und SNCB. Falls die Frage "Eurofima-Liegewagen – wos is des?" auftaucht: Die SBB beschaffte im Anschluss an die Sammelbestellung 20 bis auf die Innenausstattung den Eurofimawagen entsprechende Liegewagen, die SNCB baute Ende der 80er-Jahre 20 ihrer Sitzwagen nach schweizerischem Vorbild in Liegewagen um.

    (Bild lässt sich durch Anklicken vergrößern)

    Der Gesamteindruck ist, wie ich finde, bei beiden Modellen recht gut, der Wiedererkennungswert ist eindeutig gegeben. Dennoch gibt es einige Unterschiede, insbesondere in der Umgebung der Einstiegsbereiche.

    Abgesehen von der filigraneren Trittstufe bei ACME fällt einmal auf, dass der schräge Schürzenabschnitt oberhalb des Drehgestells bei ACME viel steiler ist als bei Roco. Das ACME-Modell entspricht hier den italienischen Eurofima-Nachbauten – offenbar wurden für die ACME-Eurofimawagen etliche Teile dieser Wagen weiterverwendet. (Es gibt jedoch auch ACME-Modelle, bei denen diese Schrägen einen merkbar flacheren Winkel haben – ich komme später darauf zurück.)

    Außerdem ist bei ACME das WC-Fenster breiter als bei Roco. Auch das ist wohl ein "Erbe" der italienischen Eurofima-Abkömmlinge: Bei den nachgebauten Wagen haben diese Fenster nämlich andere Abmessungen als bei den originalen Eurofimawagen. Bei den ÖBB-Nachbauten beträgt der Unterschied fast 10cm, was in 1:87 einem guten Millimeter entspricht. Von den FS-Nachbauten habe ich leider keine Maße, aber es wird sich in der selben Größenordnung bewegen. Die Breite der WC-Fenster der ACME-Wagen entspricht jedenfalls ziemlich exakt dem Maß, das für die ÖBB-Nachbauten stimmen würde (899mm bzw. umgerechnet 10,3mm).

    Verstärkt wird der Unterschied bei den Modellen noch dadurch, dass die Roco-Fenster dafür eine Spur zu schmal sind. Bei den Eurofimawagen in 1:1 sind die Klofenster 800mm breit, in 1:87 wären das 9,2mm. Beim Roco-Modell misst man jedoch nur 8,8mm.

    (Die Diskussion von Abweichungen im Zehntelmillimeterbereich mag manchen lächerlich erscheinen – aber ich höre eh schon wieder auf damit.)

    Weitere Unterschiede gibt es bei den Drehgestellen. Roco hat die Latte bereits Anfang der 80er-Jahre sehr hoch gelegt. Die ersten Versuche von ACME, die Fiat-Drehgestelle nachzubilden, sind eher als misslungen anzusehen – die Dinger wirken recht plump, insbesondere die Primärfeder. Später wurde das Drehgestell neu konstruiert und kann es nun meiner Meinung nach mit Roco durchaus aufnehmen, wobei die Gravuren bei den Achsfedern bei Roco nach wie vor mehr Tiefe haben. Nett finde ich die Idee, die Drehgestelle zu bedrucken.

    Die Löcher in den ACME-Drehgestellen sind für die Montage filigraner Kabel/Schläuche vorgesehen. Aus Angst vorm Abhandenkommen im Anlagenbetrieb blieben sie bei mir im Zurüstbeutel.

    Was im Anlagen- oder Vitrineneinsatz gar nicht auffällt: Die ACME-Drehgestelle sind auch "hinter der Fassade" sehr detailreich gestaltet und warten mit einer Nachbildung der Scheibenbremsen mitsamt Steuerung (bei den neueren Varianten) auf.

    Für den Anlageneinsatz sind diese Dinger jedoch eher hinderlich. Will man die Achsen zwecks Reinigung ausbauen, muss man die Kleinteile vorher entfernen – das ist recht mühsam, vor allem wenn sie fest angeklebt sind.

    Kommen wir zu den Schürzen. Diese sind beim Vorbild abgerundet und nach unten hin eingezogen. Diese Rundung ist Roco besser gelungen als ACME.

    Die Gravuren auf den Schürzen sind bei manchen ACME-Modellen sehr seicht ausgefallen. Wollte man böse sein, könnte man fast sagen "da wirkt Rocos Digitaldruck plastischer"

    Aber ACME hat da nachgebessert, bei neueren Wagen schauen die Gravuren nämlich recht gut aus. Rocos Gravuren bewegen sich mMn qualitativ zwischen den beiden ACME-Varianten.

    Weiters fällt auf, dass ACME im Gegensatz zu Roco die diversen Hebel im Bereich der Schürze bedruckt hat. Auch Roco macht das bei manchen in letzter Zeit ausgelieferten Wagen, bei den Eurofima-Wagen jedoch nicht. Bei diesen Wagen will man offenbar vor allem durch einen niedrigeren Verkaufspreis punkten und spart daher bei manchen Druckvorgängen.

    Einer der wesentlichsten Unterschiede zwischen den beiden Herstellern sind die Fenster. Die Rahmen sind bei ACME etwas feiner ausgefallen und die Fenster sind eine Spur größer. Vor allem aber sind sie bündig mit der Außenwand des Wagens, bei Roco hingegen sitzen sie ein Euzerl zu weit innen. Aus der wohl häufigsten Modell-Betrachtungsperspektive von schräg oben sieht man zwischen Dichtungsgummi und Fensterrahmen die Kastenfarbe durchleuchten… Was natürlich umso mehr auffällt, je heller der Wagenkasten ist.

    Da mein Posting die Fehlermeldung "es stehen maximal 10 000 Zeichen zur Verfügung" hervorgerufen hat, muss ich den Vergleich auf zwei Postings aufteilen – Fortsetzung folgt...

    Vorbildgetreu nachgebildete Züge und Superungen/Umbauten von Modellen: -> Klick

    29039990ai.jpg

    Die Reihe 4010 (1965-2008). Der wahrscheinlich schönste Triebzug der Welt.

  • 4010-freak
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    • 16. Dezember 2019 um 19:48
    • #2

    Auf dem einen oder anderen Bild konnte man es eh schon erahnen: Ein weiterer großer Unterschied besteht bei der Ausführung der Inneneinrichtung. ACME hat Gepäcknetze eingebaut und sogar die Abteiltüren bedruckt (was bei Roco mangels Glas gar nicht ginge).

    Die beiden Einrichtungen stammen aus Sitzwagen der ÖBB. Beim belgischen Liegewagen hat ACME eine andere Einrichtung mit aufgeklappten Betten, Leitern und Dienstabteil eingebaut (Bild: Klick). Die Eurofima-Liegewagen bei Roco haben hingegen die gleiche Einrichtung erhalten wie die Sitzwagen – für mich nicht nachvollziehbar, denn Roco hat Formen für Liegen in seinem Fundus, die ohne weiteres in die Eurofimawagen passen würden und ohne Mehraufwand anstelle der Sitze eingebaut werden könnten. Das Dienstabteil und die Leitern würden zwar trotzdem fehlen, aber es wäre trotzdem besser als einfach stur Sitzwagen-Teile zu verwenden.

    Aber das ist symptomatisch bei den Eurofimawagen-Modellen von Roco und ACME. Roco hat in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten die Formen nicht geändert. Alle Eurofimawagen von Roco sind bis auf die Farbe gleich (einzige mir bekannte Ausnahme: ÖBB-Wagen in Upgrade-Farbgebung, hier wurden die Zielschildkästen vorbildgerecht verschlossen). Im Unterschied dazu berücksichtigt ACME bei seinen Eurofimawagen die verschiedenen Modernisierungen und Umbauten, die im Laufe der Zeit an den Vorbildern vorgenommen wurden. Beispielsweise hat der belgische Liegewagen von ACME (im Gegensatz zum Roco-Modell gleichen Vorbilds) richtigerweise keine Zielschildkästen mehr und dafür kleine Lüfter am Dach. Sogar die beim Umbau zu Liegewagen geänderte Fensteranordnung auf der Gangseite wurde berücksichtigt. Ein anderes Beispiel sind die Türmeldelampen, die die Eurofimawagen ab Werk über den jeweils rechten Türen hatten, die aber irgendwann in den 80er-Jahren verschwanden. ACME stellt sie nur bei den älteren Versionen dar, bei Roco haben selbst die Upgrade-Wagen eine Beule über der Türe (am nächsten Bild gut sichtbar).

    Für Sammler von ÖBB-Modellen wesentlich relevanter sind die Umbauten, die hierzulande seit den 90er-Jahren an den Wagen durchgeführt wurden – also der Einbau neuer Türen mit schmälerem Fenster sowie neuer Fenster ohne Lüftungsklappen. Hier ein ACME-Modell eines solchen Wagens im Vergleich mit einem der Eurofima-Nachbauwagen der ÖBB von Roco – gut erkennbar ist auch, dass das WC-Fenster des ACME-Eurofimawagens fälschlicherweise genauso breit ist wie das Klofenster des ÖBB-Nachbauwagens, das bei den Roco-Modellen dieser Wagen in richtiger Breite nachgebildet wurde.

    Offenbar hat ACME für die Wagen mit modernisierten Türen neue Formen gebaut, denn hier ist auch die Lösung für die anfangs angesprochenen zu steilen Kanten bei den Schürzen neben den Einstiegen zu finden. Die Wagen mit den alten Türen haben die steilen, von den FS-Nachbauten übernommenen Kanten, bei den Wagen mit modernisierten Türen ist der Winkel flacher und entspricht eher dem Vorbild.

    Auch hier gilt: Je heller der Wagenkasten, desto auffälliger ist der Fehler. Orange lackiert lassen sich ACME-Modelle anhand der Schürzenkante auch aus mehreren Metern Entfernung eindeutig identifizieren, bei Wagen mit dunklen Schürzen muss man da schon etwas genauer schauen.

    Ein Blick auf den Wagenboden. ACME hat auch auf der Unterseite die Unterschiede zwischen den diversen Varianten nachgebildet (am auffälligsten beim belgischen Liegewagen/dem zweiten Modell von oben), während die Roco-Wagen alle gleich ausschauen. ACME hat manche Bauteile mit Metallätzteilen verfeinert und ist generell detailreicher.

    Als letzten Punkt des optischen Vergleichs ein paar Worte zur Farbgebung und Bedruckung: ACME hat leider nicht bei allen Varianten die richtige Farbe erwischt. Bei den Wagen in der orangenen Ursprungsfarbgebung ist der "weiße" Zierstreifen tatsächlich weiß, sollte aber lichtgrau sein (wobei diese beiden Farben sehr ähnlich sind). Bei diesem "weißen" Zierstreifen hat aber auch Roco bei älteren Auflagen danebengegriffen: Dort ist der Streifen nämlich kieselgrau und weicht damit deutlich stärker vom Vorbild ab als das Weiß von ACME. Während Rocos Wagen aus neueren Auflagen in den richtigen Farben lackiert sind, ist ACME offenbar immer noch der Meinung, dass der Streifen weiß gehört.

    Die Farben des Upgrade-Designs sind von beiden Herstellern ganz gut getroffen. Rot/graue Eurofimawagen gabs von ACME noch nicht, aber bei den so lackierten ÖBB-Nachbauten ist das Rot eine Spur zu dunkel. Auch bei manchen ausländischen Wagen gibt es kleine Farbunterschiede zwischen der ACME- und der Roco-Umsetzung, aber da kann ich mangels Vergleichsmöglichkeiten nicht beurteilen, wer da richtiger liegt.

    Ansonsten bietet die Qualität der Lackierung und Bedruckung bei ACME keinen Grund zur Beanstandung. Im großen und ganzen gilt das auch für Roco, allerdings hatte man in den 80er-Jahren den Tampondruck noch nicht so gut im Griff wie später, bei älteren Roco-Modellen sind kleine Anschriften nicht immer gestochen scharf. Und bei den neuesten Roco-Modellen kam der UV-Direktdruck ('Digitaldruck') zum Einsatz – mit teils eher zweifelhaften Ergebnissen. Bei den meisten der in dreieinhalb Jahrzehnten ausgelieferten Roco-Modellen ist die Lackierung und Bedruckung jedoch einwandfrei.

    Technischer Vergleich

    Bei der Betriebstauglichkeit können die ACME-Modelle leider ganz und gar nicht überzeugen. Wegen eines Konstruktionsfehlers sind sie sehr entgleisungsanfällig (wobei nicht alle Auflagen gleich stark betroffen sind). Die Kontaktbleche, mit denen die Drehgestelle von ACME-Wagen seit einigen Jahren standardmäßig ausgerüstet sind, sorgen für einen hohen Rollwiderstand und ein seltsames Fahrgeräusch. Die gute Nachricht: Die Behebung dieser Unzulänglichkeiten ist kein allzu hoher Aufwand; dass man an einem neuen und nicht gerade günstigen Wagen erst herumbasteln muss, ist trotzdem ärgerlich.

    Die Roco-Modelle sind dagegen auch ohne Umbau zuverlässig auf der Anlage einsetzbar. (Ausnahme: Die Wagen aus den ersten Auflagen, da haben die Kupplungsdeichseln etwas zu viel Spiel und hüpfen bei außergewöhnlichen Belastungen wie Entgleisungen oder manuellem Entkuppeln gerne aus der Führung. Das Einkleben eines kleinen, waagrechten Kunststoffstegs wirkt jedoch Wunder.)

    Außerdem sind die Roco-Modelle wartungsfreundlicher. Das Ausbauen der Radsätze z.B. zwecks Reinigung ist einfach – bei ACME hingegen muss man zuerst die Scheibenbremsen-Attrappen entfernen, die aus einem brüchigen Kunststoff gefertigt sind und bei neueren Auflagen intelligenterweise angeklebt sind. Generell ist das Zerlegen der ACME-Modelle keine einfache Übung, denn an Klebstoff wird in den chinesischen Fabriken, die für ACME produzieren, nicht gespart und selbst geclipste Verbindungen wehren sich mitunter sehr hartnäckig gegens Zerlegen. Bei den weitgehend ohne Klebstoff auskommenden Roco-Wagen ist das Zerlegen hingegen kein Problem.

    Den Modellen beider Hersteller liegen kleine Sackerl mit Zurüstteilen bei. Bei Roco sind die Bremsen, Zugheizkabel und Griffstangen selbst zu montieren, bei ACME finden sich neben den Griffstangen (nicht bei allen Varianten) hauptsächlich Teile, die man für den Anlagenbetrieb nicht unbedingt braucht bzw. nur bei Vitrinenmodellen montiert werden können. Zugheizkabel und Bremsen sind bei diesem Hersteller schon ab Werk montiert.

    Bei Roco sind die Teile passgenau und die Montage ist einfach – eine Ausnahme stellen die Zugheizkabel dar, die passen nie so recht, da muss ggf. das Loch mit einem 0,8mm-Bohrer nachbehandelt werden. Anders bei ACME: Teile, die eine Spur zu groß für die vorgesehenen Löcher sind oder ohne Klebstoff partout nicht halten wollen, kommen bei diesem Hersteller des öfteren vor.

    Persönliches Fazit

    Es ist schwer zu sagen, welches Modell in Summe das Bessere ist – einen eindeutigen Sieger gibt es für mich nicht.

    ACME hat die Chance, das etwas in die Jahre gekommene Roco-Modell eindeutig zu überbieten, verpasst. Man hat sich in Details wie Klomuscheln in den WC-Abteilen verzettelt, die korrekte Ausführung von Teilen, die man auch aus größerer Entfernung sieht, blieb dafür etwas auf der Strecke. Richtig breite WC-Fenster, schön gerundete Schürzen und ein vorbildgerechter Winkel der Schürzenkante wären mir persönlich wichtiger gewesen als freistehende Leitungen an der Wagenunterseite, die man weder auf der Anlage noch in der Vitrine sieht.

    Trotzdem finde ich, dass der Gesamteindruck der ACME-Modelle eine Spur besser ist. Dazu tragen insbesondere die bündig in der Außenwand sitzenden Fenster bei. Dass die diversen Modernisierungen und Umbauten, die an den Vorbildern im Laufe der Zeit durchgeführt wurden, an Roco spurlos vorübergegangen sind, vergrößert den optischen Vorsprung für ACME bei diesen Varianten deutlich (zumal bei den Wagen mit neuen Türen auch die Schürzenkante korrigiert wurde).

    Das Roco-Modell stellt hingegen mMn einen brauchbaren Kompromiss zwischen Detailreichtum und Betriebstauglichkeit bzw. Wartungsfreundlichkeit dar. Dass man die Modelle auch ohne Nacharbeiten auf der Anlage einsetzen kann, ist ein klarer Pluspunkt.

    Ein wesentliches Entscheidungskriterium ist für mich der Preis. Die ACME-Modelle wandern derzeit für etwa 60-65€ über den Ladentisch, für Roco-Wagen legt man im Fachhandel knappe 50€ ab. Allerdings ist der Gebrauchtmarkt mit Roco-Wagen gut bestückt – zahlreiche Varianten kann man fast jederzeit um +/-30€ erwerben. Ich handhabe es daher üblicherweise so, dass ich bei den für meine Zugbildungen am häufigsten benötigten roten und orangenen ÖBB-Versionen die Roco-Modelle am Gebrauchtmarkt beziehe, bei Upgrade-Wagen und ausgefalleneren Modellen greife ich hingegen eher auf ACME zurück.

    Vorbildgetreu nachgebildete Züge und Superungen/Umbauten von Modellen: -> Klick

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    Die Reihe 4010 (1965-2008). Der wahrscheinlich schönste Triebzug der Welt.

  • Jos
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    • 16. Dezember 2019 um 20:52
    • #3

    Hallo 4010-freak

    Gut das zu lesen . Danke für dein ausgebreite vergleich von die wagens .

    Roco war leider nicht die erste die langemassstab 1:87 wagens machte . Aber Eurofima waren ein sonderserie damals aber heute ist es ganz normal das Roco dieser massstab braucht . Jetzt sind viele producenten auch in dieser massstab producieren gehen . ( Ich bin damals mit dieser reihe angefangen zu kaufen ) .

    Wir sind viele jahren spater und die "qualitat" wird immer mehr geschatzt . Ganz fruher war uberhaupt kein inneneinrichtung in wagens zu sehen . Danach doch aber jetzt muss alles innen auch perfekt sein . Das ist auch wieder zu beobachten .

    Es gibt modelbahner und modelbahner . Wer wil was für ein wagen kaufen . Einfach für weniger geld oder besser und für mehr geld .

    mfg Jos

  • fjb
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    • 16. Dezember 2019 um 21:54
    • #4

    Danke für den ausführlichen und interessanten Vergleich!

    fjb

    fjb's Loks und Wagen
    Kleinbahnsammler Forumswaggons

  • curator
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    • 16. Dezember 2019 um 22:13
    • Offizieller Beitrag
    • #5

    Danke für den ausführlichen Modellvergleich 👍

    Liebe Grüße.

    Wolfgang

    "Mich muss man sich nervlich auch leisten können“

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    Sofern nicht anders angegeben, bin ich der Urheber der in meinen Beträgen geposteten Bilder.

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  • kkStB174
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    • 17. Dezember 2019 um 15:29
    • #6

    Ganz akribische Arbeit! Danke.

    LG Gerhard

    kkStB174

    Alle Fotos ohne zusätzliche Quellenangabe sind von mir gemacht!

  • 4010-freak
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    • 6. Januar 2020 um 17:46
    • #7

    Abschließend vielleicht noch ein paar Worte zu den Modellen von LS Models. Gleich vorweg: Da ich keine Eurofimawagen dieses Herstellers habe, kann ich hier nur nach Bildern urteilen.

    Bezüglich Detaillierung übertreffen diese Wagen die Modelle von ACME, die von Roco sowieso. Wie bei ACME sitzen die Fenster bündig in der Außenwand. Einige Fehler, die sich bei ACME eingeschlichen haben, hat man bei LS Models vermieden: Die Schürzenkanten neben den Türen haben einen stimmigen Winkel und die WC-Fenster dürften nun endlich die richtige Breite haben. Die Schürzenrundung ist etwas besser gelungen als bei ACME, aber nicht so gut wie bei Roco. Ein Highlight ist die Inneneinrichtung mit Vorhängen und Tischen, die nach eigenem Gusto umgesteckt werden können, farblich von den Sitzen abgehobenen Kopfpölstern und vielen weiteren Details. Auch Wagenboden und Drehgestelle sind noch einmal eine Spur feiner als bei ACME – wie sich das wohl auf die Wartungsfreundlichkeit auswirkt?

    Aber kein Licht ohne Schatten: Das Dach ist bei den LS-Wagen ein separates Teil, die Trennkante ist als klaffender Spalt rund um den Gummiwulst deutlich zu sehen (Bild: Klick). Keine Ahnung, was die Konstrukteure da geritten hat – bei Roco ist das Dach auch ein separates Teil und der Spalt ist weder so groß noch an so einer prominenten Stelle angeordnet.

    Bei manchen Wagen gibt es schwere Verarbeitungsmängel wie Klebstoffflecken und schief eingeklebte Fensterbänder, außerdem wurden bei manchen Auflagen Details durcheinandergebracht und falsche Wagenböden oder falsch eingefärbte Inneneinrichtungen eingebaut.

    Das absolute KO-Kriterium ist für mich jedoch der Preis. Die letzten Auflagen kosteten ziemlich genau 70€, wenn ich mir aktuelle Auslieferungen anderer halbwegs vergleichbarer Wagen anschaue, ist davon auszugehen, dass die nächsten Auflagen 75€ oder mehr kosten werden. Es ist noch nicht allzu lange her, dass LS Models seine Reisezugwagen für 50-55€ verkaufte – dass die Herstellungskosten so schnell so stark gestiegen sind, mag ich nicht so ganz glauben.


    Ich bin jedenfalls auf das jüngst angekündigte Piko-Modell gespannt. Preislich wird es mit einer UVP von knapp 60€ (was wohl zu einem "Straßenpreis" von etwa 55€ führt) zwischen den ACME- und Roco-Modellen liegen.

    Mit den 2017 als Neuheit angekündigten TEE- und IC-Wagen der DB hat Piko bewiesen, dass sie durchaus konkurrenzfähige Reisezugwagenmodelle produzieren können – die Inneneinrichtung und der Wagenboden sind in einem mMn vernünftigen Detaillierungsniveau gehalten, wodurch die Wagen nicht allzu teuer sind, und der Gesamteindruck der Wagen ist besser getroffen als bei so manchen Konkurrenten.

    Vorbildgetreu nachgebildete Züge und Superungen/Umbauten von Modellen: -> Klick

    29039990ai.jpg

    Die Reihe 4010 (1965-2008). Der wahrscheinlich schönste Triebzug der Welt.

  • Werkstattkaiser
    Gast
    • 6. Januar 2020 um 20:39
    • #8

    Sind Pikos Reisezugwagen nicht 1:100?

  • heartmover
    User
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    • 6. Januar 2020 um 20:47
    • #9
    Zitat von Werkstattkaiser

    Sind Pikos Reisezugwagen nicht 1:100?

    Nein,es kommen neue 1:87er.

  • gysev
    Administrator
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    • 6. Januar 2020 um 20:48
    • Offizieller Beitrag
    • #10
    Zitat von Werkstattkaiser

    Sind Pikos Reisezugwagen nicht 1:100?

    Auch, aber die 303 mm lang sind müssten dann Vorbilder mit 30,3 Meter haben ;)

    Nicht eigens gekennzeichnete Fotos sind von mir, bzw. aus meinem Archiv und ich habe die Erlaubnis sie zu veröffentlichen.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • Stefan-GB
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    56
    • 10. Februar 2020 um 02:01
    • #11

    Da ich gerade einen meiner LS Models Eurofima wagen ausgegraben habe, stell ich ein paar Fotos davon ein. Es ist einen 1ste Klasse wagen der SBB in reinorange, einen 1ste Klasse wagen der FS in reinorange habe ich auch irgendwo, und einen ÖBB 1ste Klasse wagen in verkehrsrot/umbragrau ist jetzt unterwegs an mein Lager in DE.

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