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Behebung eines Konstruktionsfehlers bei ACME Eurofima-Wagen

  • 4010-freak
  • 12. April 2019 um 16:03
  • Unerledigt
1. offizieller Beitrag
  • 4010-freak
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    3
    • 12. April 2019 um 16:03
    • #1

    Seit etwa acht Jahren hat ACME Modelle der Eurofima-Wagen in seinem Portfolio. Vor kurzem fanden wieder einmal solche Wagen in meine Sammlung, diesmal in Form belgischer Liegewagen.

    Die Wagen sind zwar sehr schön, aber leider alles andere als betriebstauglich. ACME-Modelle haben ja generell den Ruf, im Fahrbetrieb etwas zickig zu sein. Dem zum Trotz habe ich zahlreiche Wagen dieses Herstellers problemlos im Einsatz – die Eurofimawagen gehören allerdings nicht dazu, die entsprechen dem Klischee. Und mit den belgischen Liegewagen haben die Italiener/Chinesen überhaupt den Vogel abgeschossen.

    Auf einem geraden Gleis ein bisschen hin- und herrollen geht mit lautem Quietschen und Krächzen gerade noch, aber auf der Anlage entgleisen sie ständig. (Um Kommentaren wie "dann wird halt deine Anlage schleißig verlegte Gleise und/oder zu enge Radien haben" vorzubeugen: Ja, stimmt, aber meine Anlage ist nicht das Hauptproblem, denn wie bereits erwähnt, habe ich etliche andere ACME-Wagen zuverlässig und entgleisungsfrei im Einsatz.)

    Nachdem ich reine Vitrinenmodelle nicht brauchen kann, hab ich mir die Sache einmal genauer angeschaut. Problematisch sind insbesondere verwundene (also um die Längsachse gedrehte) Gleise. Im Idealfall gibts sowas nur beim Übergang auf eine Kurvenüberhöhung, in der Praxis hingegen auf jeder Anlage – unabhängig von Kurvenüberhöhungen. Auch auf vermeintlich ebenen Gleisen wird man mit den SNCB-Liegewagen als "Detektor" erstaunt feststellen, wo überall man beim Verlegen der Gleise schlampig war…

    Der Grund für die Entgleisungsfreudigkeit: Die Drehgestelle haben zu wenig Spiel und können nicht wanken, der Wagen hat also sozusagen vier Auflagepunkte. Ähnlich wie bei einem wackeligen Tisch verlieren auf unebenen Gleisen zwei Räder eines Drehgestells den Schienenkontakt. Zusammen mit den niedrigen Spurkränzen führt das dazu, dass der Wagen nicht mehr in der Spur gehalten wird und bei der geringsten seitlichen Belastung sofort entgleist.

    Zur Problembehebung wird das Modell zunächst zerlegt. Dazu einfach den Wagenkasten spreizen und abheben – dabei bitte auf die Heizkabel aufpassen, die brechen nämlich gerne. Präventiv entfernen kann man sie nicht, da sie geklebt sind.

    Sollten sich die Drehgestelle nicht einfach abziehen lassen (bei den meisten Modellen funktioniert das, bei den belgischen Liegewagen allerdings nicht), muss man die Inneneinrichtung ausbauen, damit man von oben zu den Drehgestellzapfen kommt. Leider wurden offenbar nicht viele Gedanken daran verschwendet, wie man die Einrichtung wieder entfernen kann – sie ist zwar nur geclipst, aber die Rastnasen sind lang und die Gegenstücke lassen sich kaum aufbiegen weil der Kunststoff so spröde ist. Mit einer Taschenmesserklinge, sanfter Gewalt und dem Hintergedanken, dass die Einrichtung auch mit ein, zwei Halteclips weniger fest genug halten wird, geht es aber irgendwie.

    Jetzt geht es endlich dem eigentlichen Problem auf die Spur. Die Konstrukteure haben sich eine einfache und prinzipiell auch sehr gute Lösung für eine stabile Dreipunkt-Lagerung überlegt. Auf einer Seite verhindern diese dreieckigen Böcke eine Wankbewegung des Drehgestells:

    Auf der anderen Seite fehlen diese Böcke, die Drehgestelle könnten also wanken und so Unebenheiten im Gleis ausgleichen – soweit zumindest die Idee.

    Leider hat man nicht bedacht, dass die Fiat-Drehgestelle der Eurofimawagen so breit sind, dass die "Längsträger" auf den markierten Teilen des Drehgestells aufliegen…

    Das Wanken des Drehgestells wird dadurch unterbunden, aus der stabilen Dreipunkt-Lagerung wird eine wackelige Vierpunkt-Lagerung. Mit etwas Materialabtrag am "Längsträger" wird der Konstruktion ihr angedachter Sinn gegeben. Die Optik des Wagens wird durch diesen Eingriff nicht beeinträchtigt, die Stelle ist nach dem Zusammenbau vom Wagenkasten verdeckt.

    Auch andere Farbvarianten der Eurofimawagen von ACME haben das grundsätzlich gleiche konstruktive Problem. Nachdem die Drehgestelle bei anderen Modellen nicht ganz so bombenfest im Wagenboden sitzen wie bei den belgischen Liegewagen, kann das leichte Höhenspiel des Drehgestells den Konstruktionsfehler zumindest ein bisschen ausgleichen. Trotzdem ist es kein Schaden, auch dort die Längsträger zu bearbeiten – die Entgleisungsanfälligkeit wird dadurch merkbar reduziert.

    Übrigens: Andere optisch und konstruktiv ähnliche Wagen wie z.B. die Eurofima-Nachbauten der ÖBB haben dieses Problem nicht, da nur die Fiat-Drehgestelle der Eurofimawagen so breit sind; andere Drehgestelle wie z.B. die SGP-Drehgestelle der ÖBB-Nachbauten sind schmäler und stehen nicht am Längsträger an.

    Wenn man die Drehgestelle schon vor sich liegen hat, kann man auch gleich die grauenhaften Fahrgeräusche und den hohen Rollwiderstand beseitigen. Verantwortlich dafür sind vor allem die in meinen Augen völlig überflüssigen kleinen Kontaktbleche, mit denen ACME die Wagen "für den Einbau einer Innenbeleuchtung vorbereitet".

    Um diese Bleche zu entfernen, muss man zunächst die Achsen ausbauen. Dafür ist es allerdings erforderlich, die Scheibenbremsen-Attrappen abzumontieren. Die sind aber intelligenterweise verklebt

    Ohne Bleche und mit leicht geölten Achslagern rollen die Drehgestelle nun so gut, dass sie sogar als Wasserwaagen-Ersatz taugen.

    Nach dem Zusammenbau des Wagens (wieder auf die Heizkabel aufpassen!) hat man nun ein betriebstaugliches Modell vor sich, das auch auf nicht perfekt verlegten Gleisen anstandslos und entgleisungsfrei fährt. Nicht einmal Bögen mit 360mm Radius machen ihm etwas aus – schaut natürlich bescheiden aus, aber es funktioniert.

    Ich hoffe, dass diese kleine Anleitung für den einen oder anderen, der sich über ständig entgleisende ACME-Eurofimas ärgert, hilfreich ist

    lg 4010-freak

    Vorbildgetreu nachgebildete Züge und Superungen/Umbauten von Modellen: -> Klick

    29039990ai.jpg

    Die Reihe 4010 (1965-2008). Der wahrscheinlich schönste Triebzug der Welt.

  • curator
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    116
    • 12. April 2019 um 16:13
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    Herzlichen Dank für die bebilderte und ausführliche Anleitung 👍

    Liebe Grüße.

    Wolfgang

    "Mich muss man sich nervlich auch leisten können“

    Quality since 1958

    Sofern nicht anders angegeben, bin ich der Urheber der in meinen Beträgen geposteten Bilder.

    • Nächster offizieller Beitrag
  • freduard
    Administrator
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    • 12. April 2019 um 16:30
    • Offizieller Beitrag
    • #3

    Hallo 4010-freak

    Deine Beschreibung ist so klar und verständlich, wie man sich allgemein auch Gebrauchsanweisungen vorstellt. Die Ersteller dieser sollten bei Dir in die Schule gehen.:thumbup:

    Herzlichen Dank für Deine tolle Information

    LG

    freduard

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • JP.84
    User
    Beiträge
    2.940
    • 13. April 2019 um 18:07
    • #4

    Servus.

    Danke für den Umbaubericht.

    Habs gleich ausprobiert.

    Ich hab noch die Kulissenführung entgratet, da diese auch gehakt hat.

    Jetzt laufen die Wagen einwandfrei.

    Schöne Grüße Peter

  • Werkstattkaiser
    Gast
    • 13. April 2019 um 19:34
    • #5

    Vielleicht hab ich was übersehen, aber ist das nur bei den Fiat Drehgestellen?

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