Wie gut's uns doch geht

  • Noch vor dem Frühstück kann man mit nur wenigen Mausklicks Neues über unser Hobby erfahren. :)


    Früher hingegen fieberte man einmal im Monat tagelang dem Moment entgegen, an dem endlich wieder die neue MBW oder das EJ oder die MIBA im Briefkasten lag. Um dann manchmal festzustellen: naja ... aber im Monat drauf wurde trotzdem wieder mit Spannung auf das nächste Heft gewartet. Viel andere Infoquellen zu Modellbahn gab es in den 80ern (zumindest dort wo ich aufgewachsen bin) nicht.

  • Stimmt!


    Und bei der Belieferung mit Modellen und Materialien war es auch nicht besser.
    Wie oft hörte man beim örtlichen Händler, "der Österreichvertreter hat diese Marke aufgegeben", bzw. "hamma ned - krieg ma ned - nimm was da ist."
    Bei Direktbestellungen im Ausland - incl. Auslandszahlschein, Währungsumrechnerei auf der Bank - kam oft ein lapidares "Wir liefern nicht an Endkunden" bzw. "Wir dürfen gar nicht nach Österreich liefern - wegen des Generalimporteurs."


    Wenn alles klappte waren Wartezeiten von 6 bis 8 Monaten keine Seltenheit - für Waren die schon im regulären Handel waren!


    +)

  • Früher hingegen fieberte man einmal im Monat tagelang dem Moment entgegen, an dem endlich wieder die neue MBW oder das EJ oder die MIBA im Briefkasten lag. Um dann manchmal festzustellen: naja ... aber im Monat drauf wurde trotzdem wieder mit Spannung auf das nächste Heft gewartet. Viel andere Infoquellen zu Modellbahn gab es in den 80ern (zumindest dort wo ich aufgewachsen bin) nicht.

    Und noch frueher begnuegte man sich mit nur einer Zeitschrift "Eisenbahn" oder etwas spaeter "Schienenverkehr aktuell", weil Bares immer schon Mangelware war. Da ist man halt woechentlich zu den Moba-Haendlern gewandert und hat in die Auslage gesehen was an "Neuigkeiten" praesentiert wurde. Oft eben gar keine Neuigkeiten da es nicht so eine Vielfalt gegeben hatte. Bei den Kleinbahn-Auslagen war monatelang nichts "Neues" zu sehen. Nicht mal die bereits erhaeltlichen Modelle anders in der Auslage aufgestellt.

  • Früher hingegen fieberte man einmal im Monat tagelang dem Moment entgegen, an dem endlich wieder die neue MBW oder das EJ oder die MIBA im Briefkasten lag. Um dann manchmal festzustellen: naja ... aber im Monat drauf wurde trotzdem wieder mit Spannung auf das nächste Heft gewartet. Viel andere Infoquellen zu Modellbahn gab es in den 80ern (zumindest dort wo ich aufgewachsen bin) nicht.


    Als Bub war die Kleinbahnfiliale Schottenring jedesmal, wenn ich mit meinem Vater nach Wien fuhr, Pflichtstation und die einzige "modellbahnerische" Informationsstelle..
    Später dann, in Wien, habe ich meine "Geheimquelle" gehabt: Gerhard Much war immer am neuesten Stand, was es demnächst so geben würde.


    LG Michael

    LG Michael


    Meine Fotos sind selbstgeschnitzt, soweit nicht explizit auf eine fremde Quelle hingewiesen wird.

  • ... und auch die Nürnberger Spielwarenmesse war immer was besonderes, die Frau Helga vom Hobby Sommer Linz (später dann in Selbständigkeit MALA-Modellbau) ist da immer mit Plastiksackerl voller Infobroschüren und Prospekten von Nürnberg heimgekehrt, auf die man schon sehnsüchtigst gewartet hat, um endlich zu erfahren und auch "anzuschauen", was es denn an zukünftigen Neuigkeiten am/im Modellbahnreich geben wird.


    Dank Internet sind heute die neuesten Berichte samt Fotos von Nürnberg spätestens am Tag der Messeeröffnung online, bzw. via internetmäßiger Vorankündigungen bereits Tage oder Wochen schon vorher publik.


    Ist das jetzt besser als früher ??? Ich kann es net sagen .... ;) :smoke:

  • Den meisten bleibt immer weniger Geld für extras über. Und die Preise von unserem Hobby sind ja nicht gerade nur mit dem Index gestiegen.
    Auch die Vielfalt der Modelle ist größer geworden.

  • Als Bub war die Kleinbahnfiliale Schottenring jedesmal, wenn ich mit meinem Vater nach Wien fuhr, Pflichtstation und die einzige "modellbahnerische" Informationsstelle..


    Und dann gab´s noch meine Bibel, die ich vor dem Bau meiner ersten, größeren Anlage eingehend studiert habe, wie man am Zustand des Buches erkennen kann:








    LG Michael

    LG Michael


    Meine Fotos sind selbstgeschnitzt, soweit nicht explizit auf eine fremde Quelle hingewiesen wird.

  • Servus Freunde, +)


    ich möcht zum Thema Euch hier auch meine Gedanken mitteilen:


    Das erste Modellbahnbuch,daß ich mir gekauft habe,war von Herbert Eisenreich:Große Welt auf kleinen Schienen und Burkhard Kiegland:Ein Modellbahn und Spielbuch
    u.a. Was ich auch noch feststellen muß: Die Preise sind enorm gestiegen,etliche Fachhändler haben auf Grund von Internet zusperren müssen,wo man früher mit
    vielen Infos versorgt wurde(Neuheitenprospekte,Kataloge,Tipps,Fachsimpeln) Und früher waren die Zeiten auch nicht so hektisch wie heute!!!! Mein Fachhändler,
    leider auf Grund einer Krebserkrankung verstorben,rief mich jedesmal am Tag 2 mal an, um mich mit neuesten Infos zu versorgen; Kataloge bekam ich z.T. kostenlos.
    Dies ein paar Gedanken von mir!
    LG
    Erwin

  • Das Internet hat vieles vereinfacht aber auch seine dunklen Seiten.
    Früher waren die diversen Zeitschriften die Hauptinformationsquelle, heute dreht man den PC auf und kann nachlesen, welches angedachte, oft grad mal in der Planungsphase befindliche Modell schon zerpflückt wird.
    Früher freute man sich auf die Messen um von den Herstellern mit Mustern der Neuheiten überrascht zu werden, heute lassen die Hersteller schon Muster "zufällig" unter Papierstapeln hervorschauen.
    Früher gab es Messe-Sondermodelle, heute werden schon das ganze Jahr über so viele Sonderserien aufgelegt, dass dafür gar kein Platz und/oder Budget bliebe.



    Die Auslagen von Kleinbahn (Westbahnhof, Kirchengasse oder Schottenring waren meine Hauptanlaufstellen) waren immer ein Ort der Freude, auch wenn oft lange keine Änderungen zu sehen waren. Auch wenn meine Wunschzettel trotz starker Konkurrenz durch LEGO stark Kleinbahnlastig waren, gab es doch noch jede Menge Modelle, die noch fehlten. Von denen zu träumen war schon Spaß genug wenn ich vor den Auslagen stand.





  • Und dann gab´s noch meine Bibel


    war auch meine und liegt auch heute noch wohl verwahrt in meiner Bibliothek, komplett mit Plänen seiner Salzburg Anlage und Gaisbach-Wartberg. Das Buch ist am Umschlag durch den oftmaligen Gebrauch etwas zerfleddert, aber manchmal lese ich auch heute noch darin.


    Liebe Grüße Marcel

  • Servus Freunde, +) :bier: ,servus Werkstattkaiser
    noch einige Ergänzungen von mir zum Thema:
    Ich glaube,daß was früher die Fachhändler(Freundlichkeit,kundenorientiert,sympathisch,gelassen totz Andrang im Geschäft) ausgezeichnet hat, ist meiner Meinung nach heute total verloren gegangen,was ich persönlich sehr,sehr bedauerlich finde!
    Wie seht ihr das? Freu mich auf Antworten von Euch!
    LG
    Erwin

  • Ja,


    früher konnte der Dorfschmied auch jedes Auto reaprieren, ich meinen Fahrschein beim Schaffner kaufen, das Gepäck wurde am Bahnhof zum abteil gebracht und durchs Fenster gehievt, am Bahnsteig kam der Würstelmann vorbei, die Taxis waren noch sauber, im Flugzeug habe ich anständiges Essen bekommen, am Bankschalter wurde ich als Kunde und nicht als Bittsteller bedient, der Postler kam an die Wohnungstüre, Schrauben habe ich einzeln beim Eisenhändler um die Ecke bekommen, der nächste Wirt war auch nicht weit, ein Ferngepräch musste "angemeldet" werden, aus Kostengründen wurde nur eine "Korrespondenzkarte" geschrieben, Tankstellen gab's allenthalben (und wenn es in einem Hinterhof war - mein Schwiegervater hatte so eine Tankstelle mit Garage), es gab täglich Kurswagen in jeden Kurort, mit der Straßenbahn konnte man nach Mödling und Groß Enzersdorf fahren, in Meidling Hauptstraße konnte man einfach unter den Gleisen durchgehen anstatt meterhoch über die Gleise zu schnaufen, Spielwarengeschäfte gab es in großer Zahl (ebenso wie Cafes), Bahnexpress war die Wahl des Schnelltransportes quer durch Österreich, mein Fahradl konnte ich beim Gepäckwagen abgeben und die Post wurde noch kreuz und quer durch unser Land von der Bahn gebracht


    hmmmh


    ja,ja - alles war einfach besser - selbst die Vorfreude auf's nächste Eisenbahnheft und auf den nächsten Auslagenbesuch bei Kleinbahn


    meint


    Klaus


    oder: Ist es einfach nur anders, automatenhafter, unpersönlicher geworden?


    PS.: Danke für die alle so nostalgischen Beiträge von Euch - gerade das Richtige an so einem Tag, an dem nur St. Patrick alles grün macht!

  • "Moderner". :bier:
    Wenn ich Leute höre die sagen: Früher war alles besser, dann kann ich mich nicht zurückhalten.
    Früher habts die Bomben gehabt, nix zum wohnen, essen, heizen.
    Heute könnts nicht genug vom Luxus haben, sogar einen Fernseher am Klo,zwei Handys, jedes Familienmitglied hat ein Auto.
    Die Zeiten ändern sich und wir machen die Änderung. Wenn keiner im Internet einkaufen würde, gäbe es noch mehrere Modellbahngeschäfte.
    Die Hobbys unserer Jungen hat sich halt verlagert.
    Ich bin ehrlich: Wenn es zu meiner Zeit als Jugendlicher 13-16 Jahre schon Tablet und Computer gegeben hätte, wären wir auch ncht jedes Wochenende in den Prater zur Jesuitenwiese gefahren Fussballspielen.

  • Schoen hier zu lesen wie es mal war. Danke fuer den Treat.


    Ich will eigentlich nur eine Sache anmerken. Das Thema frueher war alles billiger. Bitte nicht vergessen dass sich der Wert des Geldes alle 20 Jahre halbiert. Fuehr 1000Euro bekomm ich 2038 grad mal einen Gegenwert von 500Euro.


    Und nicht vergessen das die Modelle immer genauer und aufwendiger werden. (Ob richtig oder falsch umgesetzt spielt hier keine Rolle. A falsch umgesetztes Teil kostet genausoviel wie ein richtiges. Es kostet nur extra es richtig zu stellen.)


    herby die Buecher hab ich im Zug zwischen Wien und Haag, waerend meiner Lehrzeit, gelesen.

    Schoenen Gruss aus Bali
    Peter


    Rocoline & Piko A
    Rocomotion 5.8 mit Multimaus
    Brand / LDT Decoder
    Lenz Gold/Silver Lokdecoder
    Rollmaterial Querbeet

  • Servus,


    erst war's die "Wunderwelt" (die immer wieder auch eisenbahnbezogene Geschichten brachte - wobei aber Bumsti und Hokus die monatlichen "Stars" waren), dann gab's später Akim und Sigurd und nicht zu vergessen "Micky Maus" (höchst selten, aber immerhin).


    Modellbahnliteratur ist erst spät in mein "Leseleben" eingetreten.


    Viel schöner war "Auslagen schauen" - dank meiner deutschen Verwandtschaft auch und besonders im Modelleisenbahn-Wunderland Deutschland (da ist auch für den kleinen Klausi einiges "abgefallen" (Wiking, Faller ... )


    Klaus

  • Viel schöner war "Auslagen schauen"


    Das hab ich auch fleißig getan. Damals (50-er Jahre) war es so, dass viele Geschäfte ganz anderer Branchen Spielwaren führten und diese auch in der Auslage zur Schau stellten. Da gab es z.B. auf der Favoritenstraße in der Nähe der Belvederegasse das Geschirrgeschäft Martinek, welches Spielzeug führte. In den 60-ern gab es am Wiedner Gürtel nächst der Mommsengasse ein Geschäft, das neben den bekannten Elastolin Figuren von Indianern und Rittern auch Figuren für die Eisenbahn (Maßstab 0) führte. Dort habe ich dann auch die erste Egger Feldbahn bewundern können. So führten mich als Kind meine Spaziergänge von Auslage zu Auslage. Nachdem ich dann meine erste H0 Bahn bekommen hatte war der Sperl in der Klagbaumgasse mein Geschäft.


    Liebe nostalgische Grüße Marcel