Günther Bausätze / Fertigmodelle

  • Guten Abend!
    Eigentlich sind ja die alten Kleinbahnsachen mein Ding. Aber seit dem meine "neue alte" E 44 von Göls auf der Anlage die Runden dreht, faszieren mich Bausätze. Deshalb wurde gestern die E 95.03 von Günther angeschafft. Bis auf ein paar kleine Abrüche, welche aber im Karton mit dabei waren ist sie eigentlich komplett. Zwei Scheiben muss ich neu anfertigen, was aber selbst für mich kein grosses Problem darstellt. Nach ein wenig Lötarbeit, Reinigung und gut zureden fährt sie hervorragend selbst über die kleine Kleinbahnradien.


    Leider weiss ich über "Günther-Bausätze" nicht viel. Kann mir wer mehr über diese Modelle sagen? Anscheinend gab es Fertigmodelle und Bausätze. In der Suche hier im Forum bin ich auch nicht wirklich schlau geworden. Habt Ihr selber Günther Modelle? Und wenn ja würde ich mich über eure Erfahrungen und Bilder(!) wahnsinnig freuen!


    Danke


    Ernstl

  • Ich hab selber nur einen zusammengebauten Bausatz einer Köf2 von Günther, irgendwann mal günstig bei Ebay geschossen
    Komplett aus Weissmetall bis auf das Dach welches aus Messingblech besteht sowie dem Fahrwerk. Der Motor müsste vermutlich von Minitrix sein, viel Auswahl gab es damals ja nicht. Somit ist das Fahrverhalten eher Naja.
    Verklebt war der Lokkasten anscheinend mit PATTEX Kraftkleber Gelb oder Stabilit Express. Durch das verwendete Material Weissmetall sindd ie Bausätze auch äusserst empfindlich gegenüber mechanischen "Beleidigungen". Kleben ist für 90% der Besitzer die einzige Lösung ihn zusammenzubauen, weil Löten schnell zu einem Unglück führt. Jeder Feilenhub führt zu unschönen Kratzern, ebenso das Darüberkratzen mit einem Fingernagel führt zu Riefen :S
    Die Masshaltigkeit schwankt zwischen sehr gut und schauderhaft, somit vermute ich das 70% aller Günther-Bausätze nie vollendet wurden oder immer noch originalverpackt in ihren Schachteln sind.
    Was das Lackieren betrifft, da muss ich selber erst meine Erfahrungen sammeln. Ich musste meinen komplett entlacken und neuzusammenbauen, da der Kleber sehr grösszügig verwendet wurde vom Vorbesitzer bzw. die Lackierung einfach grauenvoll war.

  • Ich habe eine 1/4 zusammengebaute E52 daheim rumliegen, sogar schon einen Glockenankermotor von SB-Modellbau gekauft und probrgefahren.
    Ich hab auch das Problem dass ich mit Lackieren von Modellen überhaupt keine Erfahrung habe, ebenfalls mit Decals.
    Der mechanische Zusammenbau ist kein Problem, nur müssen in Zwischenschritten halt die Lackschichten und zusammenbauschritte koordiniert werden was kompliziert wird wenn man nicht alles selber machen kann.
    Ich harre der Dinge die mir den Winter dazu noch einfallen, ...
    DucTom

    Moch ma scho!
    biker.gif
    H0 2-Leiter in Bau; OpenDCC - Z1 Zentrale + Heller HV4L 10A Booster (Fahren), Tams MasterControl + EditsPro 10A Booster (Schalten), HSI-88(Melden),
    PiCommIT Drehscheibensteuerung


    Saftware: http://www.Railware.de

  • Die Günther-Bausätze hatten zuletzt ein recht wechselvolles Schicksal.
    Nach dem Ableben von Horst Günther im Jahre 1992 konnte die Firma noch sieben Jahre in der bisherigen Form weitergeführt werden, wobei aber - mangels geeignetem Werkzeugmacher - nur mehr Umbausätze und Bauteile ins Programm neu aufgenommen wurden.
    Aus erbrechtlichen Gründen musste die Firma letztlich verkauft werden; die daraus entstandene GmbH überlebte aber kaum drei Jahre. Zwei weitere Zwischen-Eigentümer gab es noch, bis die noch existierenden Teile, Muster und Formen bei der Fa. Weinert ihre Heimat fanden. Auf deren Basis sind bereits einige neue Modelle mit zeitgemäßer Technik entstanden.


    Wenn es Probleme mit Maßhaltigkeit und sonstigen Widrigkeiten beim Zusammenbau gab, ist kaum von einem Original-Bausatz aus der Zeit vor 1998 auszugehen. Mit den Besitzerwechseln ging viel Know-How verloren, was die Kombination und die Schwundmaße verschiedener Legierungen betraf. Auch die unvermeidbare Alterung der Elastomerformen für den Weißmetallguss und deren fällige Erneuerung konnte zu Maßabweichungen führen.
    Mit den durchwegs fahrfertig montierten Fahrwerken, fast immer mit Schwungmassen ausgerüstet, unterschieden sich die Bausätze wohltuend von manchem damaligen Wettbewerbsprodukt.


    Fertigmodelle direkt aus dem Hause Günther hat es nie gegeben. Trotz entsprechender Nachfrage scheiterte in den 90er Jahren ein Versuch mit Modellen der E 80; die fünf Fertigmodelle konnten nur sehr mühsam an den Mann gebracht werden.


    Betrachtet man den Zeitraum, in dem die Modelle entstanden sind, kann man den Detailreichtum und die Art der Umsetzung nur bewundern. Die E 80 ist hierfür ein ebenso markantes Beispiel wie die von Michael gezeigte 1170. Kleinere Unstimmigkeiten waren stets der mühsamen Recherche zuzuschreiben. Originalunterlagen waren selten zugänglich und viele Veröffentlichungen enthielten Fehler, wie z. B. die ansonsten recht gut ausgeführten Zeichnungen aus den einschlägigen Fachzeitschriften wie dem em, hierauf sind z. B. Unstimmigkeiten in der Lage des Ölschalters bei der E 52 oder der Dachleitungsführung bei der E 95 zurückführen.
    Sofern die Modelle noch im Programm waren, wurden derartige Fehler noch in den 90er Jahren im Rahmen einer sonst kaum üblichen Produktpflege behoben.


    Auch die heute von Weinert angebotenen Modelle sind heutiger Technik und aktuellem Kenntnisstand entsprechend überarbeitet.


    LG
    Jenbacher

  • Ich hatte natürlich im Lauf der Zeit auch recht viele Günther-Bausätze zur Montage. Bei der Maßhaltigkeit gab es wenig Grund zur Beanstandung. Allein die Feinheit der einzelnen Bauteile orientierte sich natürlich damals an den Vorgaben der Industrie, wie z.B. Märklin. Einen derartigen Bausatz beim heutigen Stand der Kleinserienfertigung aus der Schachtel heraus zu bauen, hat wohl eher historischen bzw. nostalgischen Wert. Wer aus den Günther-Bausätzen zeitgemäße Modelle machen möchte, muss einiges, insbesondere fast alle Ansatzteile, Beschriftung etc. aus aktueller Fertigung zukaufen. Aber die Basis ist nach wie vor brauchbar.


    LG
    Günter (ohne "h"!)

  • Betrachtet man den Zeitraum, in dem die Modelle entstanden sind, kann man den Detailreichtum und die Art der Umsetzung nur bewundern. Die E 80 ist hierfür ein ebenso markantes Beispiel wie die von Michael gezeigte 1170. Kleinere Unstimmigkeiten waren stets der mühsamen Recherche zuzuschreiben. Originalunterlagen waren selten zugänglich und viele Veröffentlichungen enthielten Fehler, wie z. B. die ansonsten recht gut ausgeführten Zeichnungen aus den einschlägigen Fachzeitschriften wie dem em, hierauf sind z. B. Unstimmigkeiten in der Lage des Ölschalters bei der E 52 oder der Dachleitungsführung bei der E 95 zurückführen.


    ....oder auch die Lage der Aufbauten für die Widerstandsbremse bei der 1170.0...


    Der Jenbacher hat mit seinem Beitrag wieder einmal alles absolut auf den Punkt gebracht!


    :thumbup: Michael

  • als fan mancher db altbauloks habe ich vor einiger zeit geglaubt zur ergänzung meiner alten hamo e52 ein zusammengeschustertes, -gebautes günther modell erwerben zu müssen.
    kurz: das fahrverhalten ist gräßlich. sie stolpert buchstäblich über ihre eigenen füsse.
    mit abmontiertem gehäuse fährt sie allerdings ganz passabel.
    woran es liegt? keine ahnung.

  • Ich tippe stark darauf, dass die Treibstangen in den Kurven am Gehäuse streifen wenn nicht sogar hängen bleiben


    es muß direkt an der gehäusemontage (4 schrauben) liegen.


    Schau bitte deshalb einmal nach, ob nicht die "schrägen" Treibstangen (im Vorbild vom Motor zur Blindwelle) an den Gehäuseverstärkungen für diese 4 Schrauben hängenbleiben!


    LG Michael

  • ... und ob die Schwungmasse nicht innen am Gehäuse hängenbleibt. Für so enge Bögen war die E 52 eigentlich nicht gedacht; wenn der Ausdrehwinkel des Triebgestells nicht ausreicht und der Gleisverlauf den ersten Laufradsatz in den Bogen zwingt, wird der zweite über den Drehpunkt des Laufgestells herausgehebelt - genauso, wie Du es im Bild zeigst.
    Es sieht außerdem so aus, als wäre eine zweite Schwungscheibe montiert, was das Platzproblem innen vergrößern würde.


    LG
    Jenbacher

  • ja, danke für die hinweise, aber am gleisbogen allein kann's auch nicht liegen (hab' sie nur zufällig in der kurve fotografiert), da sie bereits gleich nach dem aufgleisen am geraden gleis zu bocken beginnt.
    irgendwie liegt sie nicht plan am gleis - und diese 4 schrauben haben ja viel spiel.
    ich hoffe halt - bei den vielen stillen mitlesern - auf einen e52-besitzer mit ähnlichen erfahrungen.

  • Hast Du mal geschaut, ob's irgendwo funkt? Das "Bocken" kann darauf zurückzuführen sein, dass die Treibstangen am Grundrahmen schleifen; da beide unterschiedliches Potential haben, gibt's dann einen Kurzen, erst recht im Bogen. Abhilfe schaffen hier dünne Kunststoffstreifen, von unten auf das Grundblech geklebt (zumindest auf der Seite mit den isolierten Rädern), die einen Kontakt verhindern.


    LG
    Jenbacher

  • und diese 4 schrauben haben ja viel spiel.


    So, wie die Lok das Haxerl hebt, kann ich mir nach wie vor nur vorstellen, dass eine der Schrägstangen (in irgendeiner Stellung) mit dem Gehäuse kollidiert und als Folge auch das Vorlaufgestell aus dem Gleis gehebelt wird . Schuld ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Treibstange, die den Radeln, die in der Luft hängen, gegenüberliegt. Sie kann auch durch irgendeine Unebenheit, einen Vorsprung o.ä.innen am Gehäuse blockiert werden.


    Ich hoffe, ich irre mich nicht, Ferndiagnosen sind halt ein wenig schwierig...


    LG Michael

  • Liebe Leute, cool das sich hier was tut.
    Desmond, leider kann ich dir nicht weiter helfen. Das Haxerlheben und bocken kann viele Ursachen haben. Vielleicht Kurzschluss kombiniert mit zu kleinem Kurvenradius. Dach/Karosserie runter. Testgleis aufbauen und ganz genau beobachten was passiert. Oder Lok umdrehen, Strom auf Pantographen und Puffer anlegen und Drehgestelle bewegen - dann müßte man eigentlich sehen können ob alles freigängig ist.


    Habe mir selber ein Weihnachtsgeschenk gemacht. :)
    Die E 80 Akkulok von Günther ist heute angekommen. Das Modell dürfte bis jetzt nur in der Vitrine gestanden sein. Ein sogenanntes Fertigmodell?!? Nach vorsichtiger Inbetriebnahme und sparsamer Ölung läuft sie hervorragend. Da ich hier im Forum keine Fotos von der Lok gefunden habe, hab ich ein paar Bilder gemacht.
    Frohe Weihnachten!
    Ernstl