4010-freak's Züge (und Modellverbesserungen)

  • Ein sehr feiner Zug! :)


    Bei mir wird dann der Rübenzug noch mit einem 2143er-Tandem weitergeführt :)

  • Da gibts absolut nix auszusetzen. Waren auch Bananen KMB dabei?

  • Da gibts absolut nix auszusetzen. Waren auch Bananen KMB dabei?

    Nix Bananen, nur Rüben :he:

    Nicht eigens gekennzeichnete Fotos sind von mir, bzw. aus meinem Archiv und ich habe die Erlaubnis sie zu veröffentlichen.

  • Du weist was ich meine. Ein 20teiliger KMB Eaos wartet noch auf neue Kupfereinlagen.

  • Waren auch Bananen KMB dabei?

    Ja, unter anderem einige der italienischen Wagen. Bei manchen leider eine Spur zu spät bemerkt, daher haben sie auch etwas nach unten hängende Puffer...

    Inzwischen haben aber alle KMB-Wagen eine Bodenplatte aus Plastik, somit sollten künftige Schäden ausgeschlossen sein.

  • Ladegut Zuckerrüben


    Nach der Vorstellung meines Rübenzuges vor zwei Wochen folgt nun eine kleine Bastelanleitung für die Rübenladungen.


    Neben (nicht ganz billigen) Fertigprodukten gibt es im Internet zahlreiche Vorschläge zum Selbstbau aus Naturmaterialen. Ein oft genanntes Basismaterial ist Hirse, aber diese Körner sind für meinen Geschmack zu rund und gleichmäßig. Auch Senfkörner, Sesam oder Anis treffen die typische längliche und unregelmäßige Form der Rüben meiner Meinung nach nicht sonderlich gut. Kleine Weintraubenkerne schauen schon recht vielversprechend aus, aber um einen langen Ganzzug zu füllen, müsste man schon eine ordentliche Menge Weintrauben verspeisen

    Den besten Kompromiss stellen in meinen Augen Kleesamen dar. Im folgenden Bild sind derartige Eigenbau-Rübenladungen zu sehen:



    Ich habe mir verschiedene Kleesamen beim Reformhaus besorgt. Bei Landwirtschafts-Großmärkten bekommt man sicherlich bessere Kilo-Preise, aber einerseits habe ich ein Reformhaus quasi ums Eck und andererseits erscheint mir die Packungsgröße beim Reformhaus eher dem Modellbahn-Bedarf zu entsprechen als ein 15-Kilo-Sack vom Großmarkt.



    Die Herstellung einer Rübenladung beginnt mit dem Zurechtschneiden eines Styrodur-Klotzes. Anschließend werden die typischen Schüttkegel grob modelliert und mit brauner Farbe bemalt, damit es durch kleine Lücken in der Rübenschicht später nicht babyblau durchschimmert.



    Manche Anleitungen raten, den Styrodurklotz nun im Wagen zu platzieren und mit dem Festkleben der eigentlichen Ladung zu beginnen. Nachdem ich meine Wagen nicht mit Kleber versauen mag und die Ladungen abnehmbar sein sollen, kommt zwischen den Wagen und den Styrodureinsatz ein großzügig dimensioniertes Stück Frischhaltefolie. Der Styrodurklotz wird mit Weißleim eingepinselt und mit den Kleesamen, eventuell mit etwas Erde vermischt, bestreut.



    Dann werden die "Rüben" etwas zurechtgerückt und mit einem Gemisch aus Wasser, Weißleim und Spülmittel befestigt. Nachdem jetzt sicher die Frage "in welchem Mischverhältnis?" auftaucht: Ich habe nicht nachgemessen und es wird sicherlich auch vom verwendeten Leim abhängen, aber mit einem Verhältnis von ungefähr zwei Teilen Wasser und einem Teil Leim macht man vermutlich nichts falsch. Das Spülmittel dient nur zur Beseitigung der Oberflächenspannung (damit sich das Gemisch besser im Schüttmaterial verteilt) – da reicht ein kleiner Tropfen.



    Nach ein paar Stunden kann das Ladegut aus dem Wagen entfernt werden und zur vollständigen Trocknung aufgebockt gelagert werden.



    Zuletzt wird der Einsatz umgedreht um nicht festgeklebte Körner abzuschütteln. Kahle Stellen können leicht mit etwas Streumaterial und Wasser-Leim-Gemisch repariert werden.

    Und dann die ganze Prozedur mehrmals wiederholen, denn ein Rübenwagen kommt selten allein




    Viel Spaß beim Nachbauen!

    lg 4010-freak

  • Und wenn man den Waggon mit Wasser giesst, hat man ein fahrbares Blumenbeet........:thumbup:

    LG Chris


    indivisibiliter inseparabiliter


    Bilder ohne eigene Quellenangabe sind von mir


    and still - don`t pflatsch me please :22:

  • Den Rübenzug habe ich bereits in Antwort #339 detailliert vorgestellt.

    Eine kleine Ergaenzung bzw. Berichtigung meinerseits:

    Bei den Wagen FS 340 und SS41/97 hast du die Betriebsnummern vertauscht.

    Vermutlich hast du sie irgendwann mal in die falsche Verpackung gegeben.


    Und ja, sobald du die Zinkalboeden aus den Waggons entfernt hast muessten sie die Wagenkaesten normalerweise wieder in den Ursprungszustand zurueck formen. Zumindest bei meinen saemtlichen Eas/Eaos/Fas war dies so.

  • Und ja, sobald du die Zinkalboeden aus den Waggons entfernt hast muessten sie die Wagenkaesten normalerweise wieder in den Ursprungszustand zurueck formen. Zumindest bei meinen saemtlichen Eas/Eaos/Fas war dies so.

    Kommt vermutlich darauf an wie lange sie schon so liegen. Bei meinen meisten war es auch so, aber nicht bei allen! (Hatte seinerzeit weit über 100....)

    Nicht eigens gekennzeichnete Fotos sind von mir, bzw. aus meinem Archiv und ich habe die Erlaubnis sie zu veröffentlichen.

  • Heris ÖBB Doppelstockwagen: Wie man aus einer Fehlkonstruktion ein betriebstaugliches Modell macht


    Die Modelle des Herstellers Heris haben nicht unbedingt den Ruf, besonders betriebstauglich zu sein. Die Doppelstock-Wendezüge der ÖBB („Wiesel“) werden diesem Ruf durchaus gerecht… Vor allem wenn der Zug mit dem Steuerwagen voraus fährt, werden ihm Kurven und Weichen sehr schnell zum Verhängnis. Schuld daran ist in erster Linie ein Konstruktionsfehler bei der Kurzkupplungskinematik: Der Bewegungsraum der Kupplungsdeichsel wird durch ein paar Kunststoffstege begrenzt. Diese sind aber zu sparsam angeordnet; wenn über die Kupplungen Druckkräfte übertragen werden, hängt sich die Deichsel aus und verklemmt sich. Das schaut dann so aus:



    Mit 1mm x 1mm Polystyrolprofilen (gibts z.B. von Evergreen) habe ich die Kulissenführung ergänzt. Damit kann die Deichsel auch bei engen Bögen die "erlaubte" Position nicht verlassen.


    (Für eventuelle "Nachahmungstäter": Die langen Streifen sind 5mm lang, die kurzen 2mm.)


    Das ist allerdings noch nicht alles. Ein weiteres Problem ist, dass die Deichsel ab Werk nicht nur in horizontaler Richtung, sondern auch in vertikaler Richtung nicht ausreichend geführt wird. Das Höhenspiel ist theoretisch durch die aufliegende Inneneinrichtung begrenzt, die mit einigen Rastnasen in Position gehalten wird. In der Praxis liegt die Inneneinrichtung jedoch nicht fest genug auf, auch wenn sie richtig eingerastet ist. Die Deichsel kann den seitlichen Führungsstegen nach oben hin ausweichen und sich zwischen den Stegen und der Inneneinrichtung verklemmen. Um das zu unterbinden, könnte man die Inneneinrichtung ankleben – mit dem Nachteil, dass man sie dann nicht mehr abnehmen kann.

    Ich habe mich stattdessen dafür entschieden, aus dünnen Polystyrolplatten (0,3mm) einen Deckel auszuschneiden und diesen anzukleben. Diese dünnen Platten sind sehr leicht zu bearbeiten (fast wie eine Folie), bieten aber dennoch ausreichend Stabilität. Beim Kleben empfiehlt es sich allerdings, sehr sorgfältig zu arbeiten, damit man die beweglichen Teile nicht versehentlich fixiert. (Und nicht darauf vergessen, die Kupplungsdeichsel vorm Ankleben des Deckels wieder einzusetzen )


    (Wieder der Hinweis fürs Nachbauen: Die Platte misst 23mm x 13mm, die Aussparung für die Feder 7mm x 7mm.)


    Die Inneneinrichtung lässt sich trotz der zusätzlich eingeklebten Platte problemlos aufsetzen und rastet auch ein.



    Apropos Inneneinrichtung: Leider sind die Inneneinrichtungen des Obergeschoßes mit reichlich Klebstoff eingeklebt. Ich habe versucht, die Klebestellen mit sanfter Gewalt zu öffnen, aus Angst vor Beschädigungen habe ich das aber schnell wieder aufgegeben. Der Plan, die Wagen innen mit Farbe aufzuhübschen und zu beleuchten, wurde aufgeschoben. (Inzwischen habe ich den Tipp bekommen, dass Nagellackentferner vielleicht das richtige „Zaubermittel“ ist – vielleicht spiele ich mich einmal damit.)

    Zumindest habe ich bei dem Wagen mit Mehrzweckbereich die Inneneinrichtung des Untergeschoßes angepasst: Um Platz zum Abstellen von Kinderwagen, Fahrrädern etc. zu haben, befinden sich bei den Vorbildern auf einer Seite des Wagens im Anschluss an den Eingangsbereich statt acht normalen Sitzen ein paar Klappsitze und freier Raum.



    Nicht so beim Heris-Modell, da hat der Mehrzweckwagen die gleiche Einrichtung wie die anderen Wagen. Ich habe es mir einfach gemacht und im betreffenden Bereich nur die Sitze entfernt. (Das Fahrrad-Piktogramm hingegen kam beim Vorbild erst vor einigen Jahren drauf, dass das beim Modell fehlt, passt also.)



    Eine erste Probefahrt nach dem Zusammenbau ergab: Kurven sind nun kein Problem mehr, aber bei Weichen entgleist der Zug nach wie vor. Die Ursache war schnell gefunden: Die Fertigungstoleranzen bei den Achsen sind sehr großzügig… Von den 20 Achsen der fünf Wagen musste ich 6 aussortieren weil die Spurweite zu groß ist. Das sind beachtliche 30%! Die Achsen von Roco-Wagen passen übrigens auch unter die Heris-Wagen – jetzt gibt es in meinem Ersatzteillager ein paar Roco-Achsen weniger.


    Beim Steuerwagen fiel der außergewöhnlich hohe Rollwiderstand auf. Am vorderen Drehgestell ist eine Nachbildung des Magneten fürs Zugsicherungssystem befestigt – und zwar so, dass sie an den Rädern schleift und das Drehen der Achse erschwert. Eine wirklich sehr durchdachte Konstruktion… Ein paar Feilenstriche später rollt der Wagen schon bedeutend besser.



    Weiters wurde die Elektrik des Steuerwagens so angepasst, dass er bei meiner Automatikschaltung als führendes Fahrzeug verwendet werden kann (die vorhandene Stromabnahme für die Stirnbeleuchtung wurde auf beide Drehgestelle ausgedehnt).


    Leider habe ich bei den Arbeiten die filigrane Zugfunkantenne abgebrochen.



    Also habe ich die Konsole ausgebaut und mit einem Sackloch für eine Zugfunkantenne von Roco versehen.



    Schaut sogar besser aus als das ursprüngliche Plastik-Teil



    Ich hoffe, dass dieser kleine Bastelbericht für den einen oder anderen, der sich über die Entgleisungsfreudigkeit des Heris-Wiesels ärgert, hilfreich ist


    lg 4010-freak