4010-freak's Züge (und Modellverbesserungen)

  • Auch von mir vielen Dank für den Baubericht! Der Antrieb scheint bei Ferro-Train nicht mehr erhältlich zu sein, aber die Grundidee könnte auch für andere ähnliche Antriebe funktionieren.

    Aber auch dieser Antrieb wäre wohl leichter einzubauen gewesen, solange das Modell noch nicht fertig zusammengebaut war.


    Danke für den interessanten Baubericht und die nette Bildgeschichte: Jetzt weiß ich, wo unsere Katze den Tag verbringt!


    So etwa?


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    +:

  • 1046 im Gesäuse und Ennstal


    Um 1990 waren 9 der 19 noch vorhandenen Loks der Reihe 1046 in Amstetten stationiert und gelangten planmäßig unter anderem via Gesäuse und Ennstal bis Bischofshofen. Die Züge in dieser Relation waren meistens recht kurz und bestanden bisweilen aus interessantem Wagenmaterial.

    Auf dem folgenden Bild ist der R 3518 (Amstetten – Bischofshofen) mit der 1046 020 am 18. August 1991 in Stainach-Irdning zu sehen.


    a_32251.jpg

    Quelle: Schienenverkehr aktuell 10/1991, Foto: Karl Weigl


    Die mehr als viereinhalbstündige Fahrt durch vier Bundesländer war in den aus den 30er-Jahren stammenden Eilzugwagen sicher nicht besonders komfortabel – aber gut, die Züge dienten primär der Erfüllung lokaler Verkehrsbedürfnisse. Wer von Amstetten nach Bischofshofen wollte, nahm statt dem Bummelzug die direkten Intercitys über Salzburg und war in unter drei Stunden am Ziel.

    Aber für die Nachbildung in 1:87 spielt der Fahrkomfort der ehemaligen Reichsbahn-Wagen keine große Rolle.


    1046 024-4 (Klein Modellbahn 0322) und 50 81 93-67 383-9 Diho (Klein Modellbahn 3762)


    50 81 28-04 116-9 Bp (Roco 44572)


    50 81 28-04 116-9 Bp (Roco 44572)



    Um den Erhaltungszustand dieser ab 1956 gebauten Loks war es allerdings nicht zum Besten bestellt, Mitte der 80er-Jahre wurde sogar eine vorzeitige Ausmusterung in Erwägung gezogen. Aufgrund des steigenden Triebfahrzeugbedarfs fällte man schließlich die Entscheidung, die Loks einem aufwendigen Modernisierungsprogramm zu unterziehen. Um die Führerstände größer und geräumiger gestalten zu können, wurde das "Innenleben" unter Verzicht auf das ohnehin kaum verwendete Gepäckabteil neu angeordnet. Der Lokkasten wurde neu aufgebaut, sodass sich das Erscheinungsbild der Loks völlig veränderte. Im Mai 1988 verließ die erste rundumerneuerte 1046 die Werkstätte, in den folgenden Jahren konnte man alte und aufgefrischte 1046er parallel beobachten. Wenn man es nicht wüsste, würde man nie annehmen, dass das eigentlich die gleichen Loks sind…


    Am 24. September 1990 wurde der R 3512 (Amstetten – Selzthal) von der "neuen" 1046 019 gezogen und in Waidhofen an der Ybbs bildlich festgehalten.


    Quelle: flickr, mit freundlicher Genehmigung von Steffen Schuhmacher


    1046 007-9 (Klein Modellbahn 0331)


    50 81 82-75 017-6 BDmpsz (Roco, aus Set 61412)


    50 81 29-35 224-3 Bp (Roco 44484)



    Ein paar Jahre später wurde das Umbauprogramm nach 13 Maschinen abgebrochen, die nicht modernisierten Loks wurden 1993 abgestellt. Die erneuerten Maschinen wurden in Wien FJB zusammengezogen und fuhren fortan im Regionalverkehr im Großraum Wien, bis 2003 die Taurus-Ablieferung so weit fortgeschritten war, dass neben etlichen anderen Altbauloks auch auf die 1046er verzichtet werden konnte.

  • Eine Spanierin durchquert Österreich


    Um 1990 entwickelten Siemens und Krauss-Maffei eine neue Drehstrom-Universallok, die für schwere Güterzüge ebenso geeignet ist wie für schnelle Reisezüge. Der erhoffte Verkaufserfolg in Deutschland und Mitteleuropa blieb aus, allerdings wurden mehr oder weniger baugleiche Loks nach Spanien, Portugal und Griechenland exportiert.

    Für die spanische Eisenbahn RENFE wurden 75 Exemplare in verschiedenen Varianten gebaut. Neben nur für 3kV DC geeigneten Loks gibt es sie auch in Mehrsystem-Ausführung (zusätzlich unter 25kV/50Hz einsetzbar), außerdem können die Triebfahrzeuge je nach Bedarf durch den Einbau anderer Drehgestelle wahlweise auf Normalspur oder auf iberischer Breitspur verwendet werden.


    Nachdem Spanien nicht das einzige Land ist, in dem es Strecken mit genau diesen beiden Stromsystemen gibt, sorgte die Mehrsystem-Variante für internationale Resonanz. Neben Probefahrten in Luxemburg und Tschechien war auch die italienische Staatsbahn an Tests mit diesen Loks interessiert, fiel doch damals gerade die Entscheidung, neue Hochgeschwindigkeitsstrecken künftig mit 25kV/50Hz zu elektrifizieren. Im Sommer 1992 wurde daher ein Exemplar vom deutschen Herstellerwerk via Brenner nach Italien überstellt.


    Das folgende Bild zeigt den den Güterzug 66402 mit der 1020 027 und der RENFE 252-015 am 15.7.1992 in Innsbruck.


    Quelle: Schienenverkehr aktuell 09/1992; Foto: Karl Weigl


    Meine Modellumsetzung hat leider ein paar Schönheitsfehler: Ich habe keine grüne 1020, auch die Güterwagen entsprechen nicht ganz den Bauarten vom Vorbildfoto. Nicht einmal die spanische Lok hat die passende Betriebsnummer. Aber wer weiß, vielleicht wurde ja auch eine zweite Lok getestet?


    (Bild lässt sich durch Anklicken vergrößern)


    lg 4010-freak

  • Tu felix 4010 Freak wenn Du keine anderen Sorgen hast.

    Das schaut einfach gut aus. Und aus.

  • Ich finde es auch gut umgesetzt, und außerdem bin ich sicher, dass die 1020er im Original damals schon rot war. Also: Paaaaaßt!

    Die von mir geposteten Bilder sind, wenn nicht anders vermerkt, eigener Pfusch.

    Einen schönen Gruß vom Pfuscher-Hanns

  • Man lernt nie aus...

    Danke!

    Die von mir geposteten Bilder sind, wenn nicht anders vermerkt, eigener Pfusch.

    Einen schönen Gruß vom Pfuscher-Hanns

  • 1141 mit HG-Kasten


    Das nach dem 2. Weltkrieg wieder fortgesetzte Elektrifizierungsprogramm Österreichs Eisenbahnstrecken, das insbesondere in den 50er-Jahren große Fortschritte machte, brachte natürlich auch einen entsprechenden Bedarf an elektrischen Lokomotiven mit sich. Nach den ersten Nachkriegs-Elektrolokomotiven der ÖBB (1040 und 1041), deren Höchstgeschwindigkeit von nur 90 km/h den steigenden Anforderungen bald nicht mehr gerecht wurde, wurde der Wunsch nach einer schnelleren Lokomotive laut. Auf Basis der 1041 wurde daher eine als 1141 bezeichnete Lok mit einer etwas höheren Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h entwickelt. Zwischen 1955 und 1958 wurden 30 derartige Maschinen in Betrieb genommen und zunächst im Schnellzugverkehr auf der West- und Südbahn eingesetzt. Nachdem sie dort nach rund zehn Jahren von den schnelleren und stärkeren 1042ern abgelöst wurden, fanden sie bis zu ihrer Ausmusterung Anfang der 2000er-Jahre vorwiegend im Regional- und Eilzugverkehr Verwendung.


    Roco nahm Anfang der 90er-Jahre die 1141er ins Sortiment auf und produzierte seither etliche Farbvarianten dieser Loks. Stellvertretend die 1141 012-3 (Roco 63577) in der verkehrsroten Lackierung, die sie von ca. 1988 bis zu ihrer Ausmusterung 2001 getragen hat:


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    Ab 1991 wurden einige 1141 im Zuge einer HG-Ausbesserung umgestaltet. Neben anderen technischen Umbauten wurden zur Vermeidung von Zugluft im Führerstand die Führerstandstüren verschlossen bzw. in den Maschinenraum verlegt. Interessanterweise erfolgte die Neulackierung im Gegensatz zu anderen in dieser Zeit modernisierten Triebfahrzeugtypen nicht in einem von Valousek entworfenen Design, sondern im klassischen Farbschema (in der ab Ende der 80er-Jahre üblichen Ausführung in verkehrsrot mit nur noch einer Zierlinie).


    Leider hat Roco von der Möglichkeit, für das vorhandene Fahrwerk neue Gehäuse zu bauen, keinen Gebrauch gemacht. Wer eine 1141 in modernisierter Form auf seiner Anlage einsetzen will, muss auf einen von Modellbau Schwaiger hergestellten Umbausatz zurückgreifen.

    Vor einiger Zeit lief mir auf dem Gebrauchtmarkt eine HG-1141 von Modellbau Schwaiger zu. Sie war stark verschmutzt und nicht fahrtauglich, aber der Preis war dafür unschlagbar.


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    Nach einem umfangreichen Service, bei dem ich alle Teile des Fahrwerks bis hin zum Kollektor des Motors von verharztem Fett, zerbröselnden Kohlestücken und sonstigem undefinierbaren Zeug gereinigt habe, fährt sie nun wieder zufriedenstellend.


    Die Stromabnehmer wurden vom Vorbesitzer mit Klebstoff in ihrer Position fixiert. Und zwar mit einem einer sehr widerspenstigen Sorte, der sich von mechanischen Entfernungsversuchen unbeeindruckt zeigte. Als ich mir schon die Ersatzteilnummern für neue Stromabnehmer heraussuchen wollte, kam mir eine im wahrsten Sinne des Wortes zündende Idee…


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    Nach der „thermischen Reinigung“, anschließendem Zurechtbiegen (der völlig unbewegliche Stromabnehmer war von Lagerung und Transport etwas mitgenommen) und dem Nachlackieren der beschädigten Stellen sind die Stromabnehmer nun wieder fast wie neu.


    Anschließend widmete ich mich dem Gehäuse. Das darauf klebende schwarze Zeug ließ sich relativ leicht entfernen, aber noch besser als der Dreck löste sich die Beschriftung vom Untergrund. Was aber kein Drama war, denn die Anschriften waren ohnehin unvollständig und zum Teil schief und blass.


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    Nach dem Ausbessern kleiner Lackfehler und dem Ergänzen von fehlenden/kaputten Kleinteilen folgte die Neubeschriftung mit bei User ste70 bestellten Decals (danke an dieser Stelle nochmals für die unkomplizierte Abwicklung!). Als Vorbild habe ich mir die 1141 019 (Foto: Klick) ausgesucht, da es eine der ersten umgebauten Loks war und sie daher bereits ab Mitte 1991 einsetzbar ist. Nachdem ich die Lüftungsgitter noch etwas verdreckt habe, schaut die Lok nun so aus:


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    Alles in allem ein unerwarteter, aber gut in meine Sammlung passender Neuzugang zu einem attraktiven Preis. Dass das Herrichten der Lok mit Aufwand verbunden war, stört mich nicht, das Herumbasteln war eh eine nette Beschäftigung für ein paar Feierabende.


    lg 4010-freak

    Einmal editiert, zuletzt von 4010-freak ()

  • Rübenzug


    In Österreichs Zuckerfabriken werden Jahr für Jahr rund 2,5 bis 3 Millionen Tonnen Zuckerrüben verarbeitet. Während in manch anderen Ländern die Anlieferung praktisch nur noch auf der Straße erfolgt, werden hierzulande nach wie vor nennenswerte Anteile (ca. 1 bis 1,5 Mio Tonnen, also knapp die Hälfte) auf der Schiene transportiert. Zur besseren Vorstellung: Diese Frachtmenge entspricht etwa 25 000 bis 35 000 voll beladenen Wagen der Gattung Eaos.

    Im Zeitraum von Mitte September bis Mitte Dezember werden um die 1 500 Ganzzüge von den zahlreichen Rübenladeplätzen zu den Zuckerfabriken in Tulln, Siebenbrunn-Leopoldsdorf und Hohenau (bis 2006) in Verkehr gesetzt. Zur Abdeckung des erhöhten Wagenbedarfs mussten früher regelmäßig hunderte Wagen von anderen Bahnverwaltungen gemietet werden, erst seit der Übernahme von MÁV Cargo vor gut 10 Jahren ist die Situation entspannter.


    Das folgende Bild zeigt einen vermutlich nach Tulln fahrenden Ganzzug mit gut beladenen Eaos verschiedener Bahnverwaltungen bei der Durchfahrt durch St. Pölten Hbf am 30.10.1996:


    Quelle: DEF, Foto: Erich Mladenovic


    So ein für die Zeit der Rübenkampagne typischer Ganzzug dreht auch auf meiner Parkettbodenbahn seine Runden:



    Ein kurzes Video dieses Zuges gibt es hier:


    https://youtu.be/uqNZEQLKHPc



    Eine detaillierte Vorstellung der Garnitur mit Betriebs- und Artikelnummern der verwendeten Fahrzeuge:


    1042 017-2 (Lima 208264L)


    rechts: ÖBB 31 81 533 4 062-1 Eaos (aus Set Roco 66076)

    links: ÖBB 31 81 595 0 077-2 Eas (Klein Modellbahn 3411)


    rechts: FS 11 83 530 2 601-6 Eaos (Klein Modellbahn SoSe 41/97)

    links: FS 31 83 596 8 326-1 Eaos (Klein Modellbahn M4000)


    rechts: I-FS 31 83 530 1 675-7 Eaos (Klein Modellbahn 3405)

    links: ÖBB 11 81 534 1 133-5 Eaos (Klein Modellbahn 3401)


    rechts: ÖBB 31 81 533 4 007-6 Eaos (aus Set Roco 66076)

    links: DB 31 80 532 0 633-6 Eaos106 (Roco 47473)


    rechts: FS 11 83 530 1 393-1 Eaos (Klein Modellbahn 340FS)

    links: ÖBB 31 81 533 4 104-1 Eaos (Roco 47476)


    rechts: ÖBB 31 81 533 4 049-8 Eaos (Klein Modellbahn 3407)

    links: DB 11 80 534 2 272-1 Eaos106 (Klein Modellbahn 3402)


    rechts: ÖBB 31 81 533 4 012-6 Eaos (aus Set Roco 66096)

    links: ÖBB 31 81 533 4 035-7 Eaos (aus Set Roco 66097)


    rechts: ÖBB 11 81 534 1 232-5 Eaos (aus Set Roco 66097)

    links: ÖBB 11 81 534 1 245-7 Eaos (aus Set Roco 66096)


    rechts: FS 31 83 530 2 194-8 Eaos (Klein Modellbahn SoSe9901)

    links: FS 11 83 530 1 892-2 Eaos (Roco 76799)


    rechts: ÖBB 31 81 533 4 145-4 Eaos (Roco 47210)

    links: ÖBB 11 81 534 1 221-8 Eaos (aus Set Roco 66096)



    Ich hoffe, dass die Vorstellung meines Rübenganzzuges Gefallen findet. Über Anregungen, Kommentare etc. würde ich mich freuen

    lg 4010-freak